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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

                  Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Pressestimmen – Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 13.4.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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Der Tag im Rundfunk, BMP Seite 2

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis
Die Einzelheiten aus den umfassenden Vorbereitungen auf den Ersten Mai zeigen, wie wichtig es der NSDAP war, dem Tag der (internationalen) Arbeiterklasse und der Solidarität, den die demokratischen Regierungen nicht als Feiertag anerkannt hatten, jetzt nicht nur die Qualität eines Staatsfestes zu geben, sondern ihn völlig umzugestalten, indem sie ihn zum höchsten Tag der gesamten Nation erklärten.

Der Tag im Rundfunk, BMP Seite 2 (Transkript)
Das Rundfunkprogramm beginnt mit einer Uebertragung einer Walpurisfeier vom Hexentanzplatz, einer Feier der Hitlerjugend, in der Nacht vom 30. April bis 1. Mai, auf der Baldur von Schirach sprechen wird.
Der Rundfunk sendet vormittags von 10 bis 10.50 Uhr eine Reportage aus den Teilen des Reiches an der Ruhr, Hamburg, Ostmark. Einzelne Arbeiter werden wahrscheinlich sprechen, und zwar ein Bergmann im Bergwerk, ein Transportarbeiter aus dem Hafen und ein Bauer der Ostmark. Um 11 Uhr findet die Uebertragung der Luftgartenkundgebung statt. Vorher eine Einführungsreportage.

13.30 bis 14.30 Uhr Arbeiterlieder der SA. und Instrumentalmusik.

14.30 bis 15.00 Uhr Rede des Abgeordneten Schumann, Reichsbetriebszellenleiter der NSDAP. über das Thema: „Der erste Mai, wie er war und wie er wird.“

15.00 bis 15.45 Uhr Arbeiterdichtung:
Arbeiterdichter lesen.

16.00 bis 16.45 Uhr Musik „Symphonie der Arbeit“.

16.45 bis 17.30 Uhr Eine Satirische Hörfolge von Orpheus II: „An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen“.

17.30 bis 17.55 Uhr Musik aus dem Funkhaus.

18.00 bis 18.20 Uhr Uebertragung des Empfangs der Abordnung der Arbeiter bei der Reichskanzlei.

18.30 bis 18.45 Uhr Hörspiel „Denkmal der Arbeit“ aus Bremen.

20.00 Uhr Uebertragung der Feier auf dem Tempelhofer Feld.

Bis 21.40 Uhr Reportage über das Feuerwerk.

22.00 Uhr Tagesnachrichten, anschließend Musik.

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Gefängnis-Urteile des Sondergerichts, BMP Seite 5

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Gefängnis-Urteile des Sondergerichts, BMP Seite 5 (Textauszug)
Das Sondergericht unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Rehn verhandelte gestern gegen mehrere Angeklagte, denen Verbreitung von Greuelnachrichten, zweien von ihnen außerdem der Betrieb illegaler Schriften aufreizenden Inhalts zur Last gelegt wurde. […]

Der Maurer Gerhard Grupe, der im vorigen Jahr der kommunistischen Partei angehörte, hatte in einer Gastwirtschaft in der Nähe von Wriezen erzählt, er habe in Berlin gesehen, wie einem älteren jüdischen Manne der Bart ausgerissen worden sei. In der gestrigen Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte mit Trunkenheit. Er erklärte, seine Erzählung sei nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt gewesen; er bedauere jetzt seine Aeußerungen und nehme sie zurück. Das Gericht verurteilte Grupe zu 8 Monaten Gefängnis unter Aufrechterhaltung des Haftbefehls. […]

Die Sekretärin Edith Hammerschlag hatte zu Kolleginnen geäußert, die Greuelmeldungen über Judenverfolgungen in Deutschland entsprächen der Wahrheit; sie kenne Fälle, in denen Juden die Augen ausgestochen worden seien. In der gestrigen Verhandlung entschuldigte sich die Angeklagte mit Erregung, in die sie durch Sticheleien geraten sei. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr, das Gericht erkannte auf 8 Monate Gefängnis.

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Neue deutsche Briefmarken, BMP Seite 6

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Zur historischen Orientierung
NS-Briefmarken / Sondermarken
Nationalsozialistische Sondermarken erschienen ebenso wie heute zu bestimmten Anlässen, wurden damals aber nur in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum ausge­geben. 1933 bedachte die Post u.a. das Pferderennen um das „Braune Band“ (München) mit einer Sondermarke; 1934 erschien eine zu dem Reichsparteitag in Nürnberg; im März 1935 und 1942 (mit je 12 Werten) zum „Heldengedenktag“ – jeweils im März jener Jahre; seit 1936 bis 1944 zu den Sammlungen des Winterhilfswerks; von 1937 bis 1944 erschienen jeweils zu Hitlers Geburtstag (20. April) mehrere Ausgaben.

Unter den Einzelausgaben der NS-Briefmarken sind hervorzuheben: Aus dem Frühjahr 1936 zum Anlass „Die Saar kehrt heim!“; im April 1938 feierte man den „Anschluss“ Österreichs und im Dezember des Jahres erschienen zwei Werte zum „Sudetengau“ – in beiden Fällen übrigens schon vor den Volksabstimmungen; „Danzig ist deutsch“ wurde bereits am 18. September 1939 ausgegeben. Der Regierungsübergabe an die Hitler-Hugenberg-Papen-Koalition („Machtergreifung“) vom 30. Januar 1933 wurde dreimal gedacht (5., 10. und 11. Jahrestag), ebenso oft wie des Hitler-Ludendorff-Putsches (1935, 1943 und 1944). Zur Eröffnung des Reichstags in Potsdam gab die Post eine Marke mit dem Porträt Friedrich des Großen heraus.
Bernd Sösemann
Neue deutsche Briefmarken, BMP Seite 6 (Transkript)

Die Pfennigwerte der Freimarken werden künftig nur noch mit dem reliefartigen Kopfbild des Reichspräsidenten – zum Teil in neuen Farben – herausgegeben. Die Marken zu 45 Pfennig fallen weg. Neuhergestellt mit dem gleichen Bildnis wird eine Freimarke zu 100 Pfennig.

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Forderungen der Christlichen Kampfschar, BMP Seite 10

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Forderungen der Christlichen Kampfschar, BMP Seite 10 (Transkript)

Der Gründer und Führer der Christlichen Kampfschar, Friedrich von der Ropp, hatte Freunde seiner Bewegung und eine Reihe von Berliner Pfarrern zu einer Besprechung in das Gemeindehaus von Dreifaltigkeit geladen, in der er sein Programm für eine Neuorientierung der evangelischen Kirche entwickelte. Wenn man heute die Kirche zur Mitwirkung am nationalen Aufbauwerk rufe und ihr die Aufgabe stelle, die deutsche Freiheitsbewegung religiös zu unterbauen, so könne nur eine glaubensstarke und mit dem Volk verbundene Kirche diese Aufgabe meistern. Dazu aber bedürfe es einer inneren Erneuerung der Kirche, nicht in dem Sinn, daß man sie von außen, von der Politik her, revolutioniere und „gleichschalte“, sondern den inneren Kräften des Evangeliums Raum gebe.

Diese kämpfende Missionskirche zu verwirklichen, seien neben den Pfarrern auch die Laien berufen. Es sei zu fordern eine planmäßige Schulung der Laienkräfte für den kirchlichen Dienst. Zum Schluß forderte der Redner eine straffere Führung innerhalb der evangelischen Kirche. An ihre Spitze müsse ein Kirchenverweser berufen werden, der unabhängig von politischen und staatlichen Mächten die rechten Männer auf die rechten Stellen berufe.

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Pressestimmen

Boveri, Hauptstadtzeitung, 98f._a_1

aus: Boveri, Hauptstadtzeitung, 98f.

zur Langfassung

 

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Weitere Tagesmeldungen

Auf Bitte des Münchner Kardinals Michael von Faulhaber werden in Bayern 730 Schutzhäftlinge entlassen. In den bayerischen KZ sind noch 3800 Menschen in Schutzhaft.

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In Rom informieren Reichsminister Hermann Göring und Vizekanzler Franz von Papen die Presse über ihre Gespräche mit der Führung Italiens.

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Dokumente

Verfügung Bayerisches Forschungsministerium

Walk, Sonderrecht, 14,1

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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