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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

               Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 14.4.1933

 

„Die religiose und kirchliche Wandlung in Deutschland“,
BMP Titelseite

+BMP Titel_14.4.33

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

 

Zur historischen Orientierung

Beiträge von Hans Hartmann

Die BMP ließ im April 1933 den 1888 geborenen, promovierten Theologen und in Berlin als freien Schriftsteller arbeitenden Hans Hartmann zweimal auf ihrer Titelseite zu Wort kommen. Die Zeitung und ihr Leitartikler vermittelten damit den Lesern einigen Punkten eine von der nationalsozialistischen Weltanschauung abweichende Position.

Zur Langfassung

 

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Hinweis

Die Zeitung setzt die Diskussion um Humanismus und Christentum mit ihrem Gastkommentator fort (1. Teil: BMP vom 6.4.1933) und stellt dabei sogar Positionen der nationalsozialistisch orientierten „Deutschen Christen“ in Frage.

 

Die religiose und kirchliche Wandlung in Deutschland, BMP Titel (Textauszug)

Von Hans Hartmann

In Berlin hat der erste Kongreß der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ getagt. Worum handelt es sich da eigentlich? Will man eine neue Religion schaffen? Ist eine Germanisierung des Christentums beabsichtigt? Will man die furchtbare offene Wunde in der deutschen Schicksalsgeschichte […] nun endlich schließen und alle guten Geister in einem deutschen Christentum einen, das dann die deutsche Tiefe mit der Weite des Geistes verbinden würde, nach deren Erfüllung wir uns alle sehnen? […]

So wollen wir, unter Vermeidung unnötiger Einzelheiten, die zwei wesentlichen Punkte herausheben: die Schaffung einer deutschen Reichskirche. Und die Verdeutschung (was zugleich Verdeutlichung heißt) des Christentums. […]

Wir können also den ersten Hauptpunkt der Deutschen Christen rückhaltlos bejahen. Nicht ganz so einfach steht es mit dem zweiten, der Verbindung von Christentum und Rassenstandpunkt. Hier glauben wir sagen zu müssen, daß die Frage noch weithin ungeklärt ist. […] Es gibt Kreise, die das Christentum als undeutsch, nicht heldenhaft, dem germanischen Wesen fremd ablehnen. Sie finden sich etwa in der Gesellschaft für germanische Ur- und Vorgeschichte, die sich bemüht, eine germanische Religion – natürlich nicht in der plumpen Form eines „Wotankultus“ – herauszuarbeiten. Andere wollen aber deutsches Wesen und christliches Traditionsgut um so enger zusammenschließen.

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Fortsetzung „Die religiose und kirchliche Wandlung in Deutschland“, BMP Seite 2

+BMP Titel_14.4.33, Seite_2

 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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„Auf der Flucht erschossen“ und „Hochschule und Justiz“,
BMP Seite 3

+BMP Titel_14.4.33, Seite 3

 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Auf der Flucht erschossen, BMP Seite 3 (Transkript)

Der Münchener Polizeibericht meldet:

„Am Mittwoch nachmittag unternahmen vier im Konzentrationslager Dachau untergebrachte Kommunisten einen Fluchtversuch. Da sie auf die Haltrufe der Posten nicht hörten, gaben die Posten Schüsse ab, wobei drei Kommunisten getötet und einer schwer verletzt wurden.“

In der Strafanstalt Sonnenburg sind 300 politische Häftlinge untergebracht, unter denen sich u. a. befinden: Rechtsanwalt Dr. Apfel, Schriftsteller von Ossietzki, Erich Mühsam und Rechtsanwalt Litten. Zu diesen wird in den nächsten Tagen der kommunistische Parteiführer Thälmann kommen.

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Hochschule und Justiz, BMP Seite 3 (Transkript)

Der Reichskommissar für das Preußische Kultusministerium Rust, hat, entsprechend dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, mit sofortiger Wirkung folgende Hochschullehrer beurlaubt:

Professor Bonn, Handelshochschule Berlin, Professor Cohn – Breslau, Professor Dehn – Halle, Professor Feiler, Handelshochschule Königsberg i. Pr., Professor Heller – Frankfurt a. M., Professor Horkheimer – Frankfurt a. M., Professor Kantorowicz – Bonn, Professor Kantorowicz – Kiel, Professor Kelsen – Köln, Professor Lederer – Berlin, Professor Löwe – Frankfurt a. M., Professor Löwenstein – Bonn, Professor Mannheim – Frankfurt a. M., Professor Marck – Breslau, Professor Sinzheimer – Frankfurt a. M., Professor Tillich – Frankfurt a. M.

Der Reichskommissar für das Preußische Justizministerium beabsichtigt, an den Orten, an denen als einziger Notar ein jüdischer Notar ansässig ist, ein weiteres Notariat einzurichten und dieses einem deutschstämmigen Bewerber zu verleihen.

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Weitere Tagesmeldungen

Auf Beschluß der kommissarischen bayerischen Staatsregierung ist der Karfreitag erstmals Feiertag in ganz Bayern.

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Karikatur

„De Haagsche Post“ vom 14.4.1933
Hanfstaengl, Karikatur, 160

aus: Hanfstaengl, Karikatur, 160

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Tagebuch

Thomas Mann (1875-1955), Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger

Mann, Tagebuch, 48aus: Mann, Tagebuch, 48

 

Portrait Thomas Mann

 

Brennecke, Stumpp, 58

aus: Brennecke-Stumpp, 58

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Dokumente

Allgemeine Verfügung Preußisches Justizministerium

Walk, Sonderrecht, 14,1

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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