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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

                 Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel vom 17.4.1933

Münchner Neueste Nachrichten Titelseite

MNN 16.17. April 1933_Wysling, Mann, 316

Quelle: Wysling-Mann-316.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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Fünfzig Jahre Auto, BMP Titelseite v. 18.4.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Fünfzig Jahre Auto, BMP Titelseite v. 18.4.1933 (Textauszug)

Am Ostersonntag wurde in Mannheim das Denkmal enthüllt, das dem Schöpfer des ersten betriebsfähigen Automobils, Carl Benz, gewidmet ist. Ganz Mannheim stand im Zeichen dieser Feier. Unzählige Besucher aus ganz Deutschland, ja aus ganz Europa, waren in der badischen Stadt zusammengekommen.

Als erster Redner nahm am Denkmal Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach, der die Enthüllung vornahm, das Wort zu einer Ansprache. Er führte unter anderem aus:

„Es ist mir eine hohe Ehre, als Reichsverkehrsminister namens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, der die Schirmherrschaft für die Denkmalsweihe übernommen hat, namens des deutschen Regierungschefs, des Herrn Reichskanzlers Hitlers, und im Namen der gesamten Reichsregierung dieses Denkmal zu enthüllen. Ein Denkmal ist erstellt worden für Carl Benz, den Sproß einer alten Dorfschmied-Familie, den Sohn eines Lokomotivführers, dessen Name unsterblich geworden ist, der an der Wiege des Verkehrsmittels stand, das dazu berufen war, den neuen Kraftverkehrsstrom in der Welt auszulösen.

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Luthers Empfang in Amerika, BMP Titelseite v. 18.4.1933

BMP_Luther_18.4.1933

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Luthers Empfang in Amerika, BMP Titelseite v. 18.4.1933 (Transkript)

„Heralds Tribune“ schreibt in einem Leitartikel: Mit Dr. Luther hat die Regierung Hitler einen der hervorragendsten Deutschen der Gegenwart, einen früheren Kanzler der Republik, einen Mann von Energie und Erfahrung, zum Gesandten in Washington ausersehen. Er muß imstande sein, die Amerikaner zu verstehen, die leider etwas mehr Schwierigkeiten haben, das neue Deutschland zu verstehen.

Vom diplomatischen Standpunkt sind die Angelegenheiten anderer Nationen deren eigene Angelegenheiten, als Einzelpersonen dagegen könnten die Amerikaner nicht umhin, sich stark mit den gegenwärtigen Ereignissen in Deutschland zu beschäftigen. Sie freuen sich aber, Dr. Luther begrüßen zu können, und hoffen, daß seine Tätigkeit für Deutschlands internationale Beziehungen nicht weniger erfolgreich sein wird als die seiner Vorgänger.

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Pressestimmen

Herald Tribune

 

„Hitler’s War on Culture“ – Leitartikel von Lion Feuchtwanger v. 19.3.1933

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Quelle: AKiP

Hitlers Krieg gegen die Kultur (Übersetzung)
von Dr. Lion Feuchtwanger
Autor von „Josephus“ „Erfolg“, „Kraft“

Barbarei und Kultur werden im gegenwärtigen Deutschland gegen einander ausgespielt.
Die marschierende Bewegung im Namen des Faschismus und Nationalsozialismus versucht das Beste in der Kultur zu zerstören. Im Land Schillers und Goethes werden  dem Zerstörungstrieb Freiräume eingeräumt.
Schulkinder lernen Hasspredigten gegen andere Schulkinder. Ein konzertierter Schlag wird gegen die Kunst geführt. Die deutschen Faschisten planen eine Zerstörung des berühmten Weimarer Dessauer Haus, ein internationaler Schrein der Architektur.
Die Universitäten in Deutschland haben sich in Brutstätten des nationalen Extremismus verwandelt. Professor Albert Einstein und ein anderer deutscher Nobelpreisträger, Professor Richard Wilstätter, ein Chemiker von internationalem Rang, sind von der nationalen Presse permanent verunglimpft worden. Professor Emil Gumbel von der Universität Heidelberg, einer unserer besten Mathematiker, ist von dieser Lehranstalt aufgrund nationalem Drucks, ausgestoßen worden, wegen seiner Haltung zum Krieg.
Professor Ernst Cohn, der Nationalökonom, ist von der nationalsozialistischen Jugend der Universität Breslau zum Schweigen  gebracht worden.
Die Apostel des Faschismus in Deutschland haben die niedrigsten Instinkte zu ihrem Gott erklärt und einen sinnlosen Rassenhass entfacht bis zum Siedepunkt.
Sie beklagen, das die Juden der Grund allen Übels sei. Und das ist noch längst nicht genug. Adolf Hitler sagt, die hätten Europa und Amerika erobert, sie sind jetzt an einer Verschwörung gegen Japan beteilt um Asien zu erobern.

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Die Brennessel – „Schluß, Otto“

Die NS-Satire-Zeitschrift „Die Brennessel“ setzt sich mit dem Schauspieler Otto Gebühr auseinander und dessen Darstellung als Friedrich der Große in dem UFA-Spielfilm „Der Choral von Leuthen“ (siehe auch Pressechronik v. 5.3.1933)

Die Brennessel 3.12 (1933)_a

Quelle: AKiP

Zur Langfassung

 

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Weitere Tagesereignisse

James Franck, Nobelpreisträger für Physik 1925, legt wegen des antijüdischen Berufsbeamtengesetzes vom 7. April seine Professur in Göttingen und sein Amt als Direktor des II. Physikalischen Instituts nieder. Am 24. April kritisieren 42 Göttinger Hochschullehrer dies als „Sabotageakt“.

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Karikatur

Die Brennessel v. 12.3.1933 – „Den Anschluss verpaßt“

Die Brennessel 3.12 (1933)_Zeichnung

Quelle: AKiP

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Dokumente

Werbung von Daimler Benz

AKiP_Mercedes-Benz

Quelle: AKiP

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Portrait Lion Feuchtwanger

Brennecke, Stumpp, 65

aus: Brennecke-Stumpp-65

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NS-Plakat zu Friedrich dem Großen „Seid Sozialisten der Tat“

Sösemann, Eberhard, Nr. 6

Quelle: AKiP
aus:Sösemann-Eberhard-Nr.-6

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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