Skip navigation

Logo_Vision-vom-Untergang_BIZ_72dpi-

„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

                Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

—————————————————————————————————————————————————————————————————————-

Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 19.4.1933

BMP_19.4.33_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

——–

Nobelpreisträger legt sein Amt nieder, BMP Seite 3

+BMP_19.4.33_S.Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Aus dem Schreiben des jüdischen Nobelpreisträgers James Franck aus Göttingen, mit dem er sein Amt niederlegt, zitiert die BMP auch die Gründe, die zu dieser Reaktion auf den alltäglichen Antisemitismus und die zahllosen Schikanen gegen Juden in Deutschland geführt haben.

 

Nobelpreisträger legt sein Amt nieder, BMP Seite 3 (Textauszug)
Der Ordinarius für experimentelle Physik an der Göttinger Universität, Professor Dr. James Franck, Nobelpreisträger des Jahres 1925, hat den Preußischen Kultusminister um sofortige Entbindung von seinen Amtspflichten gebeten. […]
Professor Franck hat seinen Schritt mit folgendem Schreiben an den Rektor der Universität Göttingen begründet:
„Ich habe meine vorgesetzte Behörde gebeten, mich von meinem Amt zu entbinden. Ich werde versuchen, in Deutschland weiter wissenschaftlich zu arbeiten. Wir Deutschen jüdischer Abstammung werden als Fremde und Feinde des Vaterlandes behandelt. Man fordert, daß unsere Kinder in dem Bewußtsein aufwachsen, sich nie als Deutsche bewähren zu dürfen. Wer im Kriege war, soll die Erlaubnis erhalten, weiter dem Staat zu dienen. Ich lehne es ab, von dieser Vergünstigung Gebrauch zu machen, wenn ich auch Verständnis für den Standpunkt derer habe, die es heute für ihre Pflicht halten, auf ihrem Posten auszuharren.“

———–

„Gegen Berlins Olympia“ und „Sollen Kinder Sport treiben?“, BMP Seite 10

+BMP_19.4.33_S.10

 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Zur historischen Orientierung

Die nationalsozialistischen Olympischen Spiele

Alle neuzeitlichen Olympischen Spiele liefen in einem nationalistisch konnotierten Umfeld ab. In der deutschen Bevölkerung war diese politische Dimension durch das Erlebnis des Ersten Weltkriegs und die traumatischen Nachwirkungen in den zwei Nachkriegsjahrzehnten um ein Mehrfaches bekräftigt worden. Diese Tendenz wurde bereits im Frühjahr und Sommer 1933 durch die starke parteipolitische und weltanschauliche Einflussnahme der Regierung Hitler-Papen-Hugenberg verstärkt.

Zur Langfassung

 

Gegen Berlins Olympia, BMP Seite 10

„Aus Baltimore wird uns folgendes gekabelt: Obwohl bereits feststeht, daß die Olympischen Spiele 1936 in Berlin stattfinden, glaubt der Präsident des Amerikanischen Olympischen Comitees, Avery Brundage, seiner persönlichen Meinung dahingehend Ausdruck geben zu müssen, daß die Spiele nicht in einem Land stattfinden könnten, wo der grundlegenden olympischen Theorie von der Gleichberechtigung aller Rassen zuwidergehandelt würde. Damit ist Deutschland gemeint.
In Stockholm hat Torsten Tegener, der Leiter des „Idrotts-Bladet“ die Forderung erhoben, die Olympischen Spiele 1936 nicht in Berlin, sondern in Rom austragen zu lassen.
Unser finnischer Korrespondent, der Tegener aus anderen Gründen ausgezeichnet kennt, schreibt uns dazu folgendes: T. T. ist von jeher ein „Enfant terrible“ gewesen. Jetzt verlangt er, daß alle außerdeutschen Länder sich von Deutschland der „Judenverfolgungen“ wegen abwenden. T. T. muß immer von sich reden machen.

——-

Sollen Kinder Sport treiben?, BMP Seite 10

Das Schwimmen ist ja, wie uns jeder Schul- und Sportarzt gerne bestätigen wird, für jung und alt die gesündeste aller Leibesübungen. Daß Schwimmen und Eislaufen tatsächlich so ausgezeichnete Mittel, um seinen Körper widerstands- und leistungsfähig zu erhalten, daß beide Sportarten in der Tat völlig ungefährlich, ja in hohem Maße gesundheitsfördernd sind, erhellt wohl am besten die Tatsache, daß es grade Schwimmen und Eislaufen sind, in denen es Kinder von 12 bis 15 Jahren zu Weltmeisterschaften gebracht haben. […]
Drum, liebe Eltern, schickt Eure Kinder Sommer wie Winter zum Schwimmen, laßt sie sich im luftigen Spiele der Wellen austoben; laßt sie herumplanschen und herumtollen. Oder schickt sie im Winter zum Eislaufen, Bewegung in frischer, staubfreier Luft wirkt Wunder. Doch auch hier muß betont werden, daß allzuviel ungesund ist, auch hier ist Mäßigung am Platze.
Und: liebe Eltern, haltet Euch stets vor Augen, daß ein gesunder Geist auch nur in einem gesunden, widerstandsfähigen Körper wohnen kann.
Sportlehrer E. D.

——–

Weitere Tagesmeldungen

Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ruft die Arbeiter zur Teilnahme der Kundgebungen am 1. Mai auf, der von der Reichsregierung am 10. April zum „Feiertag der nationalen Arbeit“ erklärt worden ist. Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften schließt sich an.

—–

Bernhard Rust, Kommissar für das preußische Kulturministerium, fordert eine Reform der juristischen Staatsprüfung. Nicht die Intelligenz sei allein zu prüfen, sondern auch der Charakter; ein vorbildlicher Charakter sei besonders durch den wehrpolitischen Dienst in einem nationalen Verband nachweisbar.

——

Pressestimmen

Berliner Illustrirte Zeitung v. 19.4.1933

Ferber, BIZ, 335aus: Ferber, BIZ, 335

———

Dokumente

Verordnung Badisches Innenministerium

Walk, Sonderrecht, 14,1

——-

Mitgliederentwicklung der NSDAP

1929-1945

Diagramm Mitglieder NSDAPHinweise: Ende 1920 betrug die Mitgl.-Zahl rd. 2.000; Anfang 1922: 6.000; Ende 1925: rd. 27.000. Die am 1. Mai 1933 in Kraft getretene Mitgl.-Aufnahmesperre wurde am 1. Mai 1937 gelockert und am 1. Mai 1939 endgültig aufgehoben.

aus: Sösemann/Lange, Propaganda, Nr. 932

——-

Pflichten des NSDAP-Parteigenossen

AKiP_Kurz

Quelle: AKiP

Zur Langfassung

 

———-

Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

KPB-Logo_RGB

logo Stabi_jpg

Berliner Morgenpost

logo_axel_springer_infopool

ub-web-logo-klein-1

Stiftung_Presse-Haus NEU 2011_klein

Erhard Höpfner Stiftung

EHS_Logo

Stiftung Klassenlotterie Berlin