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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

               Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 21.4.1933

BMP_21.4.33_Titelseite

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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Schlageter, BMP Seite 3

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Zur historischen Orientierung

Schlageter-Kult

Alle politischen Systeme feiern historische Persönlichkeiten als Vorbilder. Die Nationalsozialisten haben den Freikorpskämpfer Albert Leo Schlageter (1894-1923) öffentlich besonders geehrt. Führende Politiker hielten nicht nur am zehnten Jahrestag der Erschießung Schlageters (26. Mai) im ersten Jahr der Hitler-Regierung Gedenkreden: Schlageters Geist beseele die Mitglieder der NSDAP und sein Opfer sei „ das Fundament des neuen Reiches. […] Der Deutsche glaubt wieder an sich und an sein Volk.“

Zur Langfassung

 

 

Hinweis

Den Kriegsfreiwilligen und Freikorps-Kämpfer in Oberschlesien, Albert Leo Schlageter (1894-1923), feierte die NSDAP als Märtyrer, nachdem er während der Besetzung des Ruhrgebiets in den Kämpfen mit den französischen Truppen verhaftet und zum Tode verurteilt worden war.

 

Schlageter, BMP Seite 3

Festvorstellung zu Adolf Hitlers Geburtstag im Theater am Gendarmenmarkt. In den Logen die in Berlin anwesenden Mitglieder der Reichsregierung, Reichswehrminister von Blomberg und Reichsminister Goebbels, ferner Oberbürgermeister Sahm, Polizeipräsident von Levetzow. Zur Uraufführung gelangt Hanns Johst´s Schauspiel „Schlageter“. […]

Albert Leo Schlageter, der Held des Dramas, ist einer der vielen Offiziere des Weltkriegs, die sich ganz und gar nicht mit dem bürgerlichen Leben, das sie nun führen sollen, abfinden kann, obwohl er sich die allergrößte Mühe gibt. […]

Und nun findet der Kreis um Schlageter Gelegenheit, den passiven Widerstand zu aktivieren. Mit Graphit im Gepäck geht es in Einzelunternehmungen gegen Brücken und Eisenbahnkörper vor. Das große Unternehmen mißlingt. Schlageter kommt vor das Kriegsgericht und sein und seines Kameraden Schicksal vollzieht sich. […]

Großen Beifall, der den Autor rief, gab es am Schluß des zweiten Aktes, der wohl der stärkste ist. Das Schlußbild, in dem Schlageter vor den französischen Exekutoren kniet und die tödliche Salve erhält, wurde zunächst mit einem lähmenden Schweigen der Erschütterung hingenommen, aber das darauf von den Zuschauern spontan gesungene Deutschlandlied, dem das Horst-Wessel-Lied folgte, löste den Bann, und dem Autor und den Darstellern wurde starker Beifall zuteil.

Preis des Vaterlands, BMP Seite 7

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Richtlinien der Turnerschaft, BMP Seite 10 (Textauszug)

Der neue Führer der Deutschen Turnerschaft, Edmund Neuendorff, richtet an die Mitglieder der D. T. eine Botschaft. Nach der Mitteilung über die Amtsübernahme und zu erlassende Richtlinien führt Neuendorff u. a. aus: […]

Wir wollen neben die braune S.A. und die grauen Stahlhelmer die blauen Turner setzen, und wir haben den Ehrgeiz, daß unsere blauen Scharen den deutschen Kameraden von der S.A. oder denen vom Stahlhelm weder an vaterländischer Zielklarheit noch an soldatischem Geiste noch an Wehrtüchtigkeit nachstehen.

Heute ist eiserne Zeit. Wir stellen uns tatkräftig in sie hinein und wir erinnern uns, wie turnerischer Wehrgeist und Turnerwehrschaften schon in früheren Zeiten mitgeholfen haben, deutsche Geschichte zugestalten.

Es wird heute freilich nur möglich sein, wenn die Turnerschaft innerlich einheitlich ist. Darum haben wir klar ausgesprochen, daß Marxisten nicht in die Turnerschaft gehören. Darum haben wir den Arier-Paragraphen angenommen. Er verpflichtet alle Vereine, alle jüdischen Mitglieder aus ihren Reihen auszuscheiden. Mit dieser Ausscheidung ist sofort zu beginnen und sie ist so durchzuführen, daß es z. Zt. des Deutschen Turnfestes in Stuttgart keinen jüdischen Turner mehr unter uns gibt.

Jüdische Turner, die am Weltkriege als Frontkämpfer teilgenommen haben oder deren Söhne oder Väter im Weltkriege gefallen sind, können in allen Ehren in der Turnerschaft bleiben.“

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Weitere Tagesmeldungen

Studt, Reich, 17——

Horkenbach, Reich, 178——-

Reichskanzler Adolf Hitler ernennt eine preußische Staatsregierung. Ministerpräsident Hermann Göring wird zugleich Justizminister, die bisherigen Reichskommissare Johannes Popitz (Finanzen, parteilos), Hanns Kerrl (Justiz, NSDAP) und Bernhard Rust (Bildung, NSDAP) werden Staatsminister.

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Reichsminister Alfred Hugenberg (DNVP) dementiert Gerüchte über den Rücktritt der DNVP-Reichsminister und protestiert gegen eigenmächtige Eingriffe von NSDAP-Mitgliedern in die Wirtschaft sowie die Benachteiligung deutschnationaler Beamter und Lehrer.

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Als Beitrag zur Aktion „Wider den undeutschen Geist“ beschlagnahmen Studenten in der Universitätsbibliothek Kiel zahlreiche Werke „undeutscher“ Dozenten

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Pressestimmen

Titelseite NS-Satirezeitschrift „Die Brennessel“ 3,16 (1933), [16. Kalenderwoche 17.-23. April 1933]

Die Brennessel 3,16 (1933)_Titelseite

 Quelle: AKiP

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Die Brennessel vom 6.4.1933

Antwort auf die Filmkritik „Schluß, Otto!“ von Lanzelot [Carl Martin Köhn] aus „Die Brennessel“

 

Zur historischen Orientierung

Bezieht sich auf die folgenden Artikel:

Lanzelot [d. i. Carl Martin Köhn]: Schluß, Otto! In: Die Brennessel 3,12 (1933), S. 135-136.

Lanzelot, d. i. Carl Martin Köhn: An „Porzia“! In: Die Brennessel 3,16 (1933), S. 182 [16. Kalenderwoche 17.-23. April 1933].

Die „Brennessel“ erschien erstmals am 1. Januar 1931 im Verlag Franz Eher Nachfolger. Der Eher Verlag war der Parteiverlag der NSDAP und als solcher verlegte er vor 1933 vor allem Propagandabroschüren und -bücher, darunter erfolgreich Hitlers „Mein Kampf“, und propagandistische Tages- und Wochenzeitungen. Die Brennessel war neben dem Illustrierten Beobachter (gegründet 1926) Teil der Strategie, in den Markt unterhaltender Massenmedien der Weimarer Republik einzudringen und den üblichen Leserkreis der Parteiblätter zu erweitern.

Zur Langfassung

 

Die Brennessel 3,16 (1933)
Quelle: AKiP

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Dokumente

Schlageter Gedenkfeier 1930

Schlageter-Gedächtnisfeier 1930

Quelle: SösemannLange-Propaganda-Nr.-879_Schlageter-Gedenkfeier-1930

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Gesetz Reichskanzler, Reichsinnenministerium, Reichsjustizministerium und  Reichslandwirtschaftsministerium

Walk, Sonderrecht, 15,1

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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