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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

                Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 23.4.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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„Geländesport als Erziehungsmittel“ und „Goebbels zum Sport“, BMP Seite 27

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

 

Hinweis

Die Zeitungsberichte über eine Jugendertüchtigung im harten Gelände-Sport-Kampf häufen sich

 

Spähen und streifen, BMP Seite 27 (Textauszug)

Das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung führt den Geländesport als neues Erziehungsmittel in unser Volksleben ein. Die ganze deutsche Jugend, soweit sie gesund, wagemutig und sportfreudig ist, wird ihn in jedem Dorf, aber auch an jeder Universität mit gleicher Begeisterung aufnehmen.

Zu einem Werk aus einem Guß ist hier alles vereinigt, was Jungen je bewegte: Körperübung, Freude am Streifen und Spähen, am Wagen und Ueberlisten – aus jedem Sportzweig das Beste, Wild-Westluft auf märkischem Sand und guter Soldatengeist: das ist der Inhalt des Begriffs Geländesport.

Geländesport ist Schulung der Jugend für das Leben heute. Darum ganz unromantisch, aber interessant, nicht grade sanft, aber auch fern von jedem Drill: eindeutig in der Dienstauffassung, dennoch Schule zur Kameradschaft. […]

Denn neben dieser Geländeausbildung soll noch Zeit für umfangreiche theoretische Belehrung bleiben. Der Sandkasten, das Allerweltsgerät des Geländesportlers, will ausgewertet werden. Besonders aber soll jeder Jungmann persönlich gefaßt werden. Er soll selber Lehrer werden. Darum muß er in vielen Stunden Ordnungsübung gehorchen, aber auch in klaren Befehlen führen gelernt haben. Er soll durch Stubendienst, Wachehalten, Bettenmachen, Zeugwaschen zum Verständnis für das Ganze, zur Selbständigkeit, Ordnung und Pünktlichkeit gewöhnt werden.

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Dr. Goebbels und der Sport, BMP Seite 27 (Transkript)

Reichsminister Dr. Goebbels hat die Schirmherrschaft über den Rheydter Sportverein übernommen, weil er den Verein von frühester Jugend kenne und ihm manche Stunde der Spannung und Entspannung verdanke.

In der Zeitung „Deutscher Sport“ schreibt Dr. Goebbels:
„Der deutsche Sport besitzt eine große Aufgabe und nur diese: den Charakter des deutschen Volkes zu bilden, ihm den Kampfgeist und die unerschütterliche Kameradschaft zu geben, die es im Kampf um seine Existenz notwendig hat. So wie in der Antike der Sportler zum Ruhme seines Volkes kämpfte, so soll auch bei uns gekämpft werden mit fairen Mitteln, und immer sich der großen Idee bewußt, daß auch der Sport nichts ist ohne die Nation. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wird alles unterstützen, was  notwendig ist, um der Durchführung dieser großen Manifestation der Sportidee auf dem Boden des befreiten deutschen Vaterlandes den feierlichen Rahmen zu geben, der ihr zukommt. Der Sport muß dem Volke dienen.
Wer unter dieser Voraussetzung bereit ist, dem Sporte zu dienen, kann meiner Unterstützung gewiß sein.“

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Weitere Tagesmeldungen

Auf der ersten Verbotsliste unerwünschter Autoren finden sich u.a. die Namen von Bertolt Brecht, Max Brod, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Walter Hasenclever, Egon Erwin Kisch, Heinrich und Klaus Mann, Theodor Plivier, Erich Maria Remarque, Artur Schnitzler, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Arnold und Stefan Zweig, August Bebel, Eduard Bernstein, Friedrich Wilhelm Foerster, Karl Liebknecht und Walther Rathenau.

Der deutsche PEN will „fortan im Gleichklang mit der nationalen Erhebung arbeiten“; der neue Vorstand: Johst, Staatskommissar Hinkel, Johannes von Leers, Edgar von Schmidt-Pauli, Hans Martin Elster.

Im ‚Simplicissimus‘ läßt Karl Arnold zum Thema „Im Kampf um die Kunst“ die griechische Göttin Athene auf die Aufforderung hin „Entscheide Du, was Kitsch ist!“ sagen: „Kitsch ist immer, was der andere malt!“

Der Landesverband Berlin im Reichsverband der deutschen Presse nimmt die Arierklausel an. Otto Dietrich, Reichspressechef der NSDAP, erklärt dazu, deutsche Politik und Kultur könnten nur von Deutschen gemacht werden.

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Eine Tagung von 214 Funktionären der Deutschen Volkspartei beschließt in Berlin das Fortbestehen der DVP.

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In Königsberg wird der kommunistische Reichstagsabgeordnete Walter Schütz von der SA vor den Augen seiner Familie ermordet.

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Der Bundesvorstand des Deutschen Tennisbundes empfiehlt seinen Vereinen in Berlin den Ausschluß von Nichtariern und Marxisten. Wegen des Verbots der Aufstellung nichtarischer Spieler in Auswahlteams wird der Berliner Daniel Prenn nicht für den Daviscup nominiert.

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Bei den Gemeinderatswahlen in Innsbruck wird die NSDAP mit über 40% der Stimmen stärkste Partei. Daraufhin setzt Bundeskanzler Engelbert Dollfuß zunächst bis zum 31. Oktober 1933 alle Landtags- und Kommunalwahlen aus.

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Horkenbach, Reich, 181

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Pressestimmen

Zur historischen Orientierung

Die Einrichtung der Konzentrationslager in der Presse

Sogleich in den Tagen nach der Regierungsübergabe an die Hitler-Papen-Hugenberg-Koalition entstanden Sondergefängnisse, „wilde Lager“ und Anfang März auch die ersten Konzentrationslager. Meldungen und Abbildungen über ein KZ oder Lager gehörten also ebenso zum Erfahrungsbereich der Öffentlichkeit wie die brutalen Formen der Selbstjustiz. Die Presse erhielt die ersten Informationen über die Lager erst, nachdem Gerüchte über das Lagerleben entstanden waren. Das Regime reagierte darauf mit einer Flut von Dementis, Gegendarstellungen und Verharmlosungen. Einen visuellen Eindruck vom Oranienburger Konzentrationslager boten etliche Blätter mit Fotos unterschiedlicher Lager-Situationen: Sportliche Übungen, Freizeit mit Gesang, das Antreten zum Arbeitsdienst und die Einteilung dazu, bei der Erholung auf dem Hof, beim Musizieren, beim Kleiderwaschen, bei der Schuttbeseitigung, bei der Gymnastik und bei der Essensausgabe. Die Fotografien folgten dem gleichen Gebot der nationalsozialistischen Beschwichtigungs­propaganda wie die Texte.

Zur Langfssung

 

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Berliner Ilustrirte Zeitung, Nr. 17, 1933 – Das Konzentrationslager Oranienburg bei Berlin (Fotobericht)

 

Ullstein III., 270

Quelle: AKiP

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Bayerischer Heimgarten, Nr. 25, 1933 – Fotobericht über das KZ Dachau

Thamer, Hitler, 200f._a

aus: Thamer-Hitler-200f

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Thamer, Hitler, 200f._b

aus: Thamer-Hitler-200f

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Dokumente

KZ Dachau mit Außenlagern

22. März 1933 – 29. April 1945[i]

KZ Dachau

Zur Legende

 

[1] s. Comité International de la Croix-Rouge / International Tracing Service (Hg.): Vorläufiges Verzeichnis der Konzentrationslager und deren Außenkommandos sowie anderer Haftstätten unter dem Reichsführer-SS in Deutschland und deutsch besetzten Gebieten (1933-1945). Arolsen 1969, S. 57-86. Abweichende (aktualisierte) Angaben zur Anzahl der Kommandos an einzelnen Orten (hier in eckigen Klammern wiedergegeben) finden sich bei Gudrun Schwarz: Die nationalsozialistischen Lager (Fischer 13215. Die Zeit des Nationalsozialismus). Frankfurt / Main 1996, S. 185-191; dort werden insg. 197 Außenkommandos genannt – zusätzl.: Lindau (Unterkommando von Passau) und Bichl.

[1] Seit 30. Sept. 1944 dem KZ Flossenbürg unterstellt.

[1] Seit 18./20. Nov. 1942 dem KZ Mauthausen unterstellt.

[1] Seit 30. Sept. 1944 dem KZ Ravensbrück unterstellt.

[1] Seit 1. Juli 1943 dem KZ Natzweiler unterstellt.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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