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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

                   Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Tagebuch – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 27.4.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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„Das neue Schulgesetz“ und „Fragebogen für Beamte, BMP Seite 3

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

Hinweis

Auch im neuen NS-Schulgesetz wird von der BMP die antijüdische Ausrichtung hervorgehoben.

 

Das neue Schulgesetz, BMP Seite 3 (Textauszug)

Paragraph 1 des Gesetzes lautet:

„Bei allen Schulen, außer den Pflichtschulen, und bei den Hochschulen, ist die Zahl der Schüler und Studenten so weiter zu beschränken, daß die gründliche Ausbildung gesichert und dem Bedarf der Berufe genügt ist.“

[…] Nach welchem Grundsatz die allgemeine Herabsetzung der Schüler- und Studentenzahl durchgeführt wird, ist bis jetzt noch nicht bekannt. […] Ausgenommen sind nur die zum 1. April neu aufgenommenen Schüler und Studenten nichtarischer Abstammung, die den in § 4 festgelegten Sonderbestimmungen des Gesetzes unterliegen.

Maßgebend für die Schüler und Studenten, die im Sinne des Gesetzes zur Widerherstellung des Berufsbeamtentums nichtarischer Abstammung sind, ist die Definition des Begriffes „nicht-arisch“, die für die Anwendung des Schulgesetzes getroffen worden ist. Danach werden drei Gruppen unterschieden:

1. Diejenigen reichsdeutschen Schüler nichtarischer Abstammung, deren Väter im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben;

2. Abkömmlinge aus Ehen, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes geschlossen sind, wenn ein Elternteil oder zwei Großeltern arischer Abkunft sind. […]

Diese dritte Gruppe besteht aus den nicht-arischen Schülern und Studenten, bei denen die Voraussetzungen der ersten und zweiten Gruppe nicht zutreffen.

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Hinweis

Die BMP informiert vollständig über die Fragebogen-Aktion der Berliner Stadtverwaltung, mit der die Beamtenschaft „gesäubert“ werden soll.

 

Fragebogen zum Beamtengesetz

 Es sind im ganzen sechs Gruppen von Fragen, die beantwortet werden müssen.

1. Rasse: „Arisch oder nichtarisch? Waren Ihre Vorfahren bis zu den Großeltern arisch? Einzeln anzugeben sind väterlicherseits und mütterlicherseits die einzelnen Eltern und Großeltern. Sind Sie Deutscher von Geburt?“

2. Politisch: „Sind Sie Mitglied einer politischen Partei? Welcher? Seit wann? Waren Sie früher politisch organisiert? Wo? Zu welcher Zeit? Waren Sie oder sind Sie in einer der vorstehenden Parteien führend oder werbend tätig gewesen? […] In welcher Partei waren Sie am 30. Januar 1933?“

3. Gewerkschaftlich: „Gehören Sie einer Gewerkschaft an? Welcher? Seit wann? Früher? Waren Sie oder sind Sie führend in einer Gewerkschaft tätig? Vorstand, Abteilungsleiter, Funktionär? […]“

4. Religion: „Sind Sie Angehöriger einer Kirche? Welcher?“

5. Weltkrieg: „Haben Sie am Weltkrieg teilgenommen? Von wann bis wann? Haben Sie an Kampfhandlungen teilgenommen? Sind Belege zu den Personalakten gegeben worden? […] Sind Sie Besitzer von Ordensauszeichnungen? Welcher? Ist Ihr Vater oder einer Ihrer Söhne im Weltkrieg gefallen?“

6. Formationen: „Waren Sie Mitglied nebenstehender Formationen? Des Reichsbanners, des Roten Frontkämpferbundes, der Liga für Menschenrechte, der R.G.O., des Arbeitersamariterbundes, des Arbeiter-Turn- und Sportvereins Fichte?“

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Christentum oder Germanentum, BMP Seite 7

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 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Christentum oder Germanentum, BMP Seite 7 (Textauszug)

Starke Anteilnahme fand ein Streitgespräch zwischen Vertretern der Mission und Anhängern der germanischen Religion über die Frage „Hat die Einführung des Christentums die Kultur der nordisch-germanischen Völker um Jahrhunderte zurückgeworfen?“ Die Sprecher des Kreises um die Hermann Wirth-Gesellschaft, Dr. v. Leers und Professor Dr. Kummer, verfochten leidenschaftlich die Anschauung, daß die Mission des Bonifazius dem reinen und unverbildeten germanischen Wesen den schädlichen römischen Geist eingeimpft habe. Im scharfen Gegensatz zu dieser These kamen der Kirchenhistoriker Professor von Walther und der Germanist Dr. Bethke zu dem Ergebnis, daß die Religion der Germanen erst im Christentum seine Läuterung und Erfüllung gefunden habe.

Die bewegte Aussprache in der Neuen Aula der Universität, die mit einem Protest der Anhänger der germanischen Religion endete, zeigte, mit welcher Schroffheit die weltanschaulichen Gegensätze in dieser heute besonders aktuellen Frage auseinanderklaffen.

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Pressestimmen

Vossische Zeitung – Nationalpreis für Deutschlands besten Film

Bei einem Besuch, den Reichsminister Dr. Goebbels gestern abend den Ufa-Ateliers in Neubabelsberg abstattete, erwähnte er in einer kurzen Ansprache die Gerüchte, die davon sprechen, daß durch die letzten politischen Umwälzungen Unruhe in das Filmschaffen gekommen sei. Er forderte alle Filmschaffenden auf, diesen Gerüchten entgegenzutreten, da jetzt der deutschen Filmproduktion neue und große ethische Impulse gegeben worden seien. Voraussetzung des neuen Filmschaffens sei allerdings die absolute Gleichschaltung mit den Ideen des neuen Staates. Jetzt zeihe die Blütezeit des deutschen Films herauf. Er teilte zum Schluß mit, daß am 1. Mai für das kommende Jahr ein Nationalpreis für den besten deutschen Film ausgesetzt werden soll.

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 186f._a

Horkenbach, Reich, 186f._b

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Dokumente

Conze, Nationalsozialismus, 84f._aConze, Nationalsozialismus, 84f._baus: Conze-Nationalsozialismus-84f.

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„Das braune Heer“als Kinderspielzeug

SösemannLange, Propaganda, Nr. 1166_SA-Bilderbogen SösemannLange, Propaganda, Nr. 1166_SA-Bilderbogen

Quelle: AKiP

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Spielregeln des Gesellschaftsspiels „Juden raus!“ (um 1936)

 

Am Spiel können 2 bis 4 Personen teilnehmen. − Die Hakenkreuz-Figuren werden von der „Bavaria München“ aufgestellt. Jeder Spieler würfelt einmal und rückt um die Zahl der geworfenen Augen auf dem Wege vor. − Im Besonderen ist zu beachten:

Zur Langfassung

 

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitung

Lektüre-Empfehlungen

 

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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