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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

                Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 28.4.1933

BMP_28.4.33_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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„Schwarzhemden“, BMP Seite 2

+BMP_28.4.33, S.2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

„Schwarzhemden“, BMP Seite 2 (Transkript)

Zu dem bevorstehenden „Tag der nationalen Arbeit“, am 1. Mai startet in siebzig deutschen Städten dieser Film von Kampf und Sieg des Faschismus. Denn dieser Film ist ein Bilddokument, ein Bildbericht einer grandiosen Leistung, fesselnde Chronik einer zehnjährigen intensiven, zielbewußten schöpferischen Arbeit, das Resultat des Mussolini-Regimes von 1922 bis 1932, doch bei alledem ein Film, ein wirklicher Film, dessen erregende Handlung der jüngsten italienischen Vergangenheit entnommen ist.
Das Gerüst ist das Schicksal einer Bauernfamilie in den Maremmen, den Fiebersümpfen südlich von Rom, die zweieinhalb Jahrtausende unproduktiv, unhygienisch vor der Ewigen Stadt lagen. […]
Das Bild ist alles, das Wort nur wenig. Uebrigens alles Textliche geschickt deutsch nachsynchronisiert. Nur die große Rede Mussolinis hört man italienisch mit einkopierter Uebersetzung. Wo das Wort aufhört, beginnt die Musik. Unser Berliner Italiener, der Doktor Berre, hat sie geschaffen im Stil bester Musikillustration zu den technischen Schilderungen, gewaltig anwachsend in den Massenszenen, breitströmend in die „Giovinezza“ mündend, in das Lied des neuen jungen Italien.
Ganz großer Beifall während und nach dem Film.

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„Gestapo“ und „Sprangers Rücktritt“, BMP Seite 3

+BMP_28.4.33, S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis
Die Zentralstelle der politischen Polizei, das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa), wird unter der Leitung Görings in Berlin eingerichtet.

 

Geheime Staatspolizei in Preußen, BMP Seite 3 (Transkript)

Wie die Telegrafen-Union erfährt, hat der preußische Ministerpräsident Göring im Zuge seines Programms zur Reorganisierung der preußischen Polizei und in Fortsetzung seiner umfassenden Maßnahmen zur Niederkämpfung des Bolschewismus und anderer staatsfeindlicher Bestrebungen die bisher dem Polizeipräsidium in Berlin angegliederte politische Polizei abgetrennt und sie zu einer selbständigen Behörde gemacht.
Das so geschaffene Staatspolizeiamt, dessen Tätigkeit durch ein Gesetz vom 26. April d. J.  geregelt ist, wird dem preußischen Minister des Innern unmittelbar unterstellt.
Das Geheime Staatspolizeiamt hat seinen Sitz in Berlin, SW 11, Prinz-Albrecht-Straße 8.

[Auf dem Gelände der Gestapo-Hauptquatiers befindet sich seit 1987 die Topographie des Terrors]

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Hinweis

Wie schon der jüdische Nobelpreisträger James Franck bei seiner Amtsniederlegung (vgl. 19.4.), nennt auch der Philosoph Spranger seine Gründe für den Amtsverzicht öffentlich.

 

Sprangers Gründe, BMP Seite 3

Der von seinem Amt zurückgetretene Professor der Philosophie und Pädagogik an der Berliner Universität, Eduard Spranger, teilt in einem Schreiben an die „D.A.Z.“ die Gründe für seinen Schritt [Amtsniederlegung] mit. […]

„Es bekümmert mich, daß die Studentenschaft, die soeben verantwortliche Rechte empfangen hat, gegenüber den Professoren eine Haltung anzunehmen beginnt, die merkwürdig an die Stellung erinnert, wie sie ein Metternich gegenüber Studenten und Professoren einnahm. Mich erfüllt ernsteste Sorge um die Kraft des von mir ethisch hoch geachteten Führerprinzips, wenn es weder dem Herrn Rektor noch dem Herrn Minister gelang, einen Aufruf zu beseitigen, der bei aller guten Gesinnung ein paar Sätze enthält, die auch beim nationalsten Leser schwersten Anstoß erregen müssen.
Bestätigt wurde diese Auffassung durch die vor einigen Tagen empfangene Privatnachricht, daß der Herr Minister ein Ordinariat und ein Institut für politische Pädagogik an der Universität Berlin begründet habe. Da mir bei einem so hochwichtigen Werk keinerlei Mitwirkung zugedacht ist, muß ich überzeugt sein, daß meine Lehrtätigkeit dem preußischen Staate nichts mehr bedeutet. Dies erfüllt mich um so mehr mit tiefstem Schmerz, als ich jahrelang unter Bedrückungen von links auf die Stunde gehofft habe, in der ich wieder eine mit mir in nationalem Bewußtsein, in Liebe zu Staat und Volk geeinte Hörerschaft auf den Bänken vor mir sehen würde.
Eduard Spranger.“

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Pressestimmen

Berliner Illustrirte Zeitung, Titelseite  v. 25.3.1934

Ullstein III, 287aus: Ullstein-III-287
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Weitere Tagesmeldungen

Studt, Reich, 18——–

Dokumente

Runderlass Preußisches Ministerium für Wissenschaft

Walk, Sonderrecht, 18,1——-

Runderlass Reichsinnenministerium

Walk, Sonderrecht, 18,2

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„Freie Forschung im Dritten Reich“, von Joachim Haupt, Berlin

 

+Volk im Werden 2.1933_Haupt

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Freie Forschung im Dritten Reich? (Textauszug)

von Joachim Haupt, Berlin

Die deutsche Revolution ist nicht wie die französische mit der liberalen Wissenschaftsaufklärung gemacht worden, sondern gegen sie. Die französische Revolution wurde eingeleitet durch eine Flut literarischer Erzeugnisse von Rousseau zu Montesquieu, Voltaire und anderen. Die deutsche Revolution begann nicht mit einer Literatur, nicht mit einem Buch, mit einer Theorie oder einem Programm, sondern mit einem Kampfbund von sieben Männern, von denen einer Adolf Hitler war. […]

Politische Presse und politische Erziehung

Die politische Willensbildung des deutschen Volkes hat gegen die politischen Schulungsversuche der deutschen Presse entschieden. Diese Tatsache mutet um so eigenartiger an, als gerade die vergangene Zeit des Parlamentarismus es war, die der Presse einen weiten, ja sogar einen entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der öffentlichen Meinung zusprach und ihr die Aufgabe gab, das Volk politisch zu erziehen und zu schulen. […]

Die Revolution hat die grundsätzliche Lage wesentlich geändert. Das Volk ist nationalsozialistisch, die Regierung ist nationalsozialistisch, Volkswille und Staatswille gehören wieder zusammen. Wo dies noch nicht erreicht ist, wird es die Aufgabe des Presse sein, auf dieses Ziel hinzuarbeiten, aufzuklären und zu führen. Der Nationalsozialismus ist kein Parteiprogramm, sondern das politische Glaubensbekenntnis eines einigen und gesinnungsverbundenen Volkes. Es gibt damit keine politische Presse mehr, die nach oben und unten gerichtet eine zweiseitige Aufgabe zu erfüllen hat. Es kann nur noch eine Presse geben, die Ausdruck des einen und einzigen wollens von Volk und Regierung ist. Mit dieser grundsätzlichen Veränderung ihrer Stellung ist die Verantwortung der Presse nicht geringer, sondern nur größer geworden. Unter der großen Zahl der Aufgaben, die ihr gestellt sind, steht die der politischen Erziehung an erster Stelle. Sie gehört in den  Rahmen einer politischen Pädagogik, und von hier aus ist sie im besonderen zu betrachten. Es müssen deshalb auch von Anfang an die Irrtümer ausgeschaltet werden, die zeitweise sehr stark in den Vordergrund traten.

aus: Volk im Werden 2.1933.

Zur Langfassung

 

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Beispiel zur Nutzung von Räumen und Gebäuden als ein provisorischen Kinos („Dorfkino“)

Köppen, Kunst, 25aus: Köppen-Kunst-25

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lektüre-Empfehlungen

 

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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