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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

             Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Archiv

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 29.4.1933

BMP_29.4.33_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.
(Zum Lesen: Klicken Sie auf die Titelseite. Ein weiterer Klick zur Vergrößerungsoption)

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Nationalpreis für Film und Buch, BMP Seite 2

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

Hinweis

Das Propagandaministerium zeichnet jährlich einen Film oder ein Buch mit einem Preis aus, dessen Inhalt im Sinn der NS-Weltanschauung für förderungswürdig gehalten wird.

 

Nationalpreis für Film und Buch, BMP Seite 2 (Transkript)

Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hat sich zur Stiftung eines jährlich zu verteilenden National-Preises für dasjenige Buch- und Filmwerk entschlossen, in dem nach Urteil Berufener das aufrüttelnde Erlebnis unserer Tage den packendsten und künstlerisch reifsten Ausdruck gefunden hat. Es ist nicht notwendig, daß in diesen Werken im engeren und begrenzten Sinne Zeitgeschichte gestaltet wird. Auch im Spiegel des Vergangenen läßt sich das gegenwärtige Geschehen erleben und gestalten. Für den Wettbewerb der kommenden Jahre behält sich die Reichsregierung vor, das jeweils zu behandelnde Thema in dem einen oder anderen Sinne genau festzulegen.

Der Nationalpreis der Literaturklasse besteht in einem Betrage von 12 000 Mark, der uneingeschränkt dem Verfasser zugesprochen wird. Die Auszeichnung für den mit dem Nationalpreis bedachten Film besteht in besonderen einmaligen Erzeugnissen deutscher Kunst, welche den Herstellern und verantwortlichen Künstlern ausgehändigt werden. Die Preisverteilung wird jeweils am 1. Mai vorgenommen.

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Wieder Greuelmärchen vor dem Sondergericht, BMP Seite 6

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Wieder Greuelmärchen vor dem Sondergericht, BMP Seite 6 (Textauszug)

Wegen Verbreitung von Greuelnachrichten verurteilte gestern das Sondergericht in Moabit den 29jährigen Verkäufer Martin Hein zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, drei Monaten. Hein hatte erzählt, in dem Parteilokal der N.S.D.A.P. in der Hedemannstraße seien 150 festgenommene Kommunisten gezwungen worden, Rizinusöl zu trinken, das Leichenschauhaus in Berlin sei ganz mit jüdischen Leichen gefüllt. Schließlich hatte er noch behauptet, ein junger jüdischer Mann sei nachts von SA. aus seiner Wohnung geholt und durch 16 Messerstiche schwer verletzt worden. Das Sondergericht betonte bei der Verurteilung, daß gegen die Verbreitung so gemeiner Behauptungen mit ganz besonderer Energie vorgegangen werden müsse. […]

In der darauffolgenden Verhandlung hatte sich der kaufmännische Angestellte Heinz Matthias zu verantworten. Der Angeklagte hatte bei einem Gespräch erzählt, von einem Bekannten habe er aus einem Berliner Krankenhaus erfahren, daß dort ein Jude eingeliefert worden sei, der verstümmelt war. Matthias wurde zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

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Der Rückmarsch von Tempelhof, BMP Seite 8

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Weitere Tagesmeldungen

Der Reichsverband der deutschen Presse wählt in Berlin NSDAP-Reichspressechef Otto Dietrich zu seinem Präsidenten und billigt den Ausschluß von Juden und Marxisten aus dem Verband.

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Zur historische Orientierung

Reichsverband der Deutschen Presse auf NS-Kurs

Bereits vor dem „Ermächtigungsgesetz“ konnten die Nationalsozialisten in der deutschen Zeitungswissenschaft, in den universitären Instituten und in den Fachverbänden tiefgreifende Umgestaltungen erreichen. Dabei mussten die Pressionen nicht einmal in allen Fällen von der Hitler-Papen-Hugenberg-Koalition oder von der NSDAP ausgehen, wie es das hier näher beschriebene Beispiel des „Reichsverbands der Deutschen Presse“ zeigt. Die von den neuen Machthabern gewünschten Organisationsstrukturen und Inhalte haben die verantwortlichen Personen auf Grund des verbreiteten Opportunismus, eines politischen Idealismus oder auch einer falsch verstandenen Verantwortung für das Gemeinwesen selbst geschaffen. Sie wollten am „revolutionären“ Umbau von Staat und Gesellschaft mitwirken. Die meisten von ihnen traten umgehend in die NSDAP ein.

Zur Langfassung

 

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Horkenbach_a

Horkenbach_b——–

Dokumente

Gründung des Reichsluftschutzbundes

Aufruf zum Beitritt in den Reichsluftschutzbund in Duisburg

Barbian, Duisburg, 149

aus: Barbian-Duisburg-149

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Reichsluftschutzbund

1933; 1937 / 1938

1. Organisation (1937 / 1938)[1]

Präsidium

29. April 1937 [2]:
VizePräs.

Präs.[3]

Chef des Stabes

15

120

2.500

65.000

3.400

24.000

400.000

1.700.000

4.000.000

11.600.000

Landesgruppen [4]BezirksgruppenOrtsgruppen bzw. Orts-(Kreis-)GruppenOrtschaften mit Dienststellen des RLuftschutzbundesLuftschutzschulen [5]Luftschutzlehrer (größtenteils neben- bzw. ehrenamtl.)ausgebildete Amtsträger bis einschl. Blockwartausgebildete Luftschutzhauswarteausgebildete Selbstschutzkräfte und sonst. BevölkerungMitgl. (= 18% der Bevölkerung) [6]

Landesgruppe

Bezirksgruppe

Stadt

Land

Ortsgruppe [7]

Orts-(Kreis-)Gruppe

Reviergruppe

Gemeindegruppe

Untergruppe

Untergruppe

Block

Block

 

2. Reichsluftschutzbund e.V., Berlin (1933)

Präsident

1. VizePräs.

2. VizePräs.

und Inspekteur des Ausbildungswesens

Landesgruppe Groß-Berlin[8]

Landesgruppenführer

Geschäftsführer

Abteilungen

Aufklärungs- und WerbeAbt.

Presse- und PropAbt.

Schulungs­wesen

Ausstellungs­wesen

Bauwesen

Wirtschafts­-wesen

aus: Sösemann/Lange, Propaganda, Nr. 379.

[1] Gegr. am 29. April 1933 in der Rechtsform eines e.V. – ebs. wie die einzelnen Landesgruppen. Zu den Aufg. des RLuftschutzbundes gehörten die Errichtung und Überwachung von Luftschutzräumen, die Schulung der Luftschutzwarte und die Aufklärung der Bevölkerung (u.a. Lehr- und Werbefilme, Plakate, öff. Vorführungen, Lehrgänge über Verdunkelungsmaßnahmen oder den Gebrauch der Volksgasmaske). Als Organ des RLuftschutzbundes erschien seit Nov. 1933 die illustrierte Zeitschrift „Die Sirene“.

[2] Nach Hugo Grimme: Der Reichsluftschutzbund. Aufgaben, Organisation, Tätigkeit. Berlin 21937, S. 22.

[3] Dem ObdL und RMin. der Luftfahrt bzw. dessen StSekr. unterstellt.

[4] 1938: 16 Landesgruppen:

Ostpreußen Württemberg-Baden Schlesien Hessen-Rheinland-Süd
Pommern Rheinland Thüringen Nordbayern
Brandenburg Westfalen Nordmark Groß-Berlin
Sachsen Südbayern Niedersachsen Österreich

[5] Göring eröffnete am 23. Mai 1939 die RLuftschutzschule in Berlin-Wannsee.

[6] 1934 waren es 2,5 Mio. Mitgl.; 1935: 5,9 Mio; 1936: 9,3 Mio.; 1938: 12,6 Mio.; 1939: 13,5 Mio.

[7] Die Ortsgruppen unterhielten Luftschutzhauptschulen und Luftschutzschulen; zum Stab gehörten neben dem Ortsgruppenführer, dessen Stellvertr. und Adjutanten je ein Werbe- und Ausbildungsleiter, Bauberater und SachBearb. für Frauenfragen.

[8] Die Landesgruppe Groß-Berlin bestand 1938 aus 5 Bezirksgruppen, 22 Ortsgruppen, 178 Reviergruppen, 3.881 Untergruppen, 20.147 Blocks und hatte fast 900.000 Mitgl.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lektüre-Empfehlungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
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Konzept und Projektkoordinaton: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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