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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 15.7.1933

Hitler-Gruß – der deutsche Gruß, BMP Titel

+BMP Titel_15.7.33

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

DerHitler-Gruß, respektive „deutsche Gruß“, wird propagiert und seine Anwendung Schritt für Schritt ausgeweitet.

 

Hitler-Gruß – der deutsche Gruß, BMP Titel (Textauszug)

„Nachdem der Parteienstaat in Deutschland überwunden ist und die gesamte Verwaltung im Deutschen Reiche unter der Leitung des Reichskanzlers Adolf Hitler steht, erscheint es angebracht, den von ihm eingeführten Gruß allgemein als deutschen Gruß anzuwenden. Damit wird die Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit seinem Führer auch nach außen hin klar in Erscheinung treten.

Die Beamtenschaft muß auch hierin dem deutschen Volke vorangehen. Deshalb und um eine gleichmäßige Uebung innerhalb der Behörde zu gewährleisten, bitte ich, für ihren Geschäftsbereich anzuordnen:

  1. Sämtliche Beamte, Angestellte und Arbeiter von Behörden grüßen im Dienst und innerhalb der dienstlichen Gebäude und Anlagen durch Erheben des rechten Armes. […]

Auch beim Deutschland-Lied und Horst Wessel-Lied

„Es ist allgemein Uebung geworden, beim Singen des Liedes der Deutschen und des Horst-Wessel-Liedes (1. Strophe und Wiederholung der 1. Strophe am Schluß) den Hitler-Gruß zu erweisen ohne Rücksicht darauf, ob der Grüßende Mitglied der NSDAP ist oder nicht. Wer nicht in den Verdacht kommen will, sich bewußt ablehnend zu verhalten, wird daher den Hitler-Gruß erweisen.

Nach Niederkämpfung des Parteienstaats ist der Hitler-Gruß zum Deutschen Gruß geworden.“

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Dokument: Der deutsche Gruß heißt Heil Hitler

Blechschild "Der deutsche Gruß heißt Heil Hitler"

Quelle: AKiP

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Aberkennung der Staatsangehörigkeit, BMP Seite 2

+BMP Titel_15.7.33, Seite 2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Aberkennung der Staatsangehörigkeit, BMP Seite 2 (Textauszug)

Durch den Widerruf verlieren außer dem Eingebürgerten selbst, auch diejenigen Personen die deutsche Staatsangehörigkeit, die sie ohne die Einbürgerung des Eingebürgerten nicht erworben hätten, also Frauen und Kinder usw. Dieser Widerruf wird wirksam mit der Zustellung der Widerrufs-Verfügung oder mit dem Zeitpunkt seiner Veröffentlichung im Reichsanzeiger.

Außerdem können Reichsangehörige, die sich im Auslande aufhalten, der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt werden, wenn sie durch ihr Verhalten gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstoßen und die deutschen Belange schädigen. Das gilt auch für Reichsangehörige, die einer Aufforderung zur Rückkehr nicht Folge leisten, die der Reichsminister des Innern unter Hinweis auf diese Vorschrift an sie gerichtet hat. Bei Nichtbeachtung der Rückkehraufforderung kann auch ihr Vermögen beschlagnahmt werden und nach Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit als dem Reich verfallen erklärt werden.

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Ein Akt der Staats-Notwehr, BMP Seite 3

+BMP Titel_15.7.33, Seite 3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Ein Akt der Staats-Notwehr, BMP Seite 3 (Transkript)

Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß die von dem Sozialdemokraten Philipp Scheidemann im Ausland entfachte Deutschenhetze jetzt zu Maßnahmen von besonderer Schärfe Veranlassung gegeben hat, die als eine Warnung für Verleumder, die ähnliche deutsch-feindliche Aktionen planen, aufzufassen ist. Da Scheidemann selbst sich durch die Flucht ins Ausland der Verantwortung entzogen hat, sind von dem geheimen Staatspolizeiamt fünf Verwandte Scheidemanns, die sich in Deutschland aufhalten, in Schutzhaft genommen und in ein Konzentrationslager überführt worden.

Den unmittelbaren Anlaß dazu hat ein Schmähartikel gegeben, den Philipp Scheidemann in den „New York Times“ veröffentlichte und in dem er versucht, unter schweren Beschimpfungen der maßgebenden Männer Deutschlands eine neue Greuelhetze zu entfachen. Die Festnahme der Verwandten Scheidemanns ist als ein Akt der Staatsnotwehr zu betrachten, da die zuständigen deutschen Stellen nicht mehr gewillt sind, mit anzusehen, wie gegen das deutsche Volk im Ausland systematisch gehetzt wird.

Herr Scheidemann, über dessen Verrat an der Arbeiterschaft die Geschichte längst das Urteil gesprochen hat, ist wirklich der Letzte, der es wagen dürfte, aus dem sicheren Exil seine Pfeile zu schießen.

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Pressestimmen

 

Becker, Hitler, 379-382_a

Becker, Hitler, 379-382_bBecker, Hitler, 379-382_cBecker, Hitler, 379-382_daus: Becker, Hitler, 379-382

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Weitere Tagesmeldungen

In Rom unterzeichnen das Deutsche Reich, Italien, Frankreich und Großbritannien den Viermächtepakt.

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Horkenbach, Reich, 290

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Tagebuch vom 15.7.1933

Harry Graf Kessler (1868-1937), Schriftsteller

Kessler, Tagebuch, 728aus: Kessler, Tagebuch, 728

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Dokumente

Zeitungswissenschaft 15.7.1933

Quelle: AKiP

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Aufgabenverteilung zwischen Reich und Ländern auf dem Gebiet der Volksaufklärung und Propaganda (15.7.1933) (Auszug)

In der Besprechung mit den Herren Reichs Statthaltern am 6. Juli habe ich die Richtlinien für den Ausbau der Reichsgewalt im neuen Staate und das sich daraus ergebende Verhältnis zwischen Reich und Ländern gezeichnet.

Ich nehme auf diese Ausführungen Bezug und lege im folgenden die Auswirkungen dar, die sich auf dem besonderen Arbeitsgebiete des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda ergeben.

Durch die Errichtung dieses Ministeriums hat das Reich seinen Willen zum Ausdruck gebracht, auf dem Gebiete, das der Name des Ministeriums bezeichnet, eine wirksame Tätigkeit zu entfalten. Das Reich folgt damit einer Notwendigkeit, die sich aus der nationalen Revolution ergibt. Es handelt sich um die Aufgabe, die Nation mit den Gedanken der Bewegung zu erfüllen und zu erfassen und aus der neuen Nation heraus auch den Staat neu zu gestalten. Diese Aufgabe ist ihrer Natur nach einheitlich. Sie kann nur von einem Willen durchgeführt werden. Das setzt voraus, daß alle Mittel, die ihrer Durchführung dienen, in einer Hand zusammengefaßt werden, und zwar in der Hand des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Es muß vermieden werden

1. jede Zersplitterung finanzieller Aufwendungen der öffentlichen Hand,

2. jede Schwächung der organisatorischen Kräfte durch Doppel-, Nebeneinander- oder Gegeneinanderarbeit,

3. jede Schwächung der Kraft und Wirkung der Propaganda durch Planlosigkeit und mangelnde Einheitlichkeit.

Gesetzgeberisch ist das Reich schon jetzt auf allen Gebieten zuständig, die für die Volksaufklärung und Propaganda vorwiegend in Frage kommen: Presse, Lichtspiel- und Theaterwesen, Rundfunk (für ihn hat das Reich die ausschließliche Verfügungsgewalt nach dem Fernmeldeanlagen-Gesetz). Diese gesetzgeberische Befugnis des Reiches genügt aber nicht, um die Einheitlichkeit und Kraftkonzentration zu erreichen, deren Notwendigkeit soeben begründet worden ist. Erforderlich ist vielmehr, daß auch die Durchführung und Verwaltung aller Aufgaben der Volksaufklärung und Propaganda geschlossen in der Hand des zuständigen Reichsministers liegen. (…)

Hitler

aus: Sösemann//Lange, Propaganda, Nr. 93

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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