Skip navigation

Logo_Vision-vom-Untergang_BIZ_72dpi-

„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

—————————————————————————————————————————————————————————————————————-

Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 16.7.1933

BMP_16.7._Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

——–

Boykott gegen bürgerliche Zeitungen untersagt, BMP Seite 2

+BMP_16.7._Seite_2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Boykottmaßnahmen gegen bürgerliche Zeitungen untersagt, BMP Seite 2 (Transkript)

Der Reichsarbeitsminister hat an sämtliche Treuhänder der Arbeit folgendes Reichsdiensttelegramm gerichtet:

Reichsleitung der NSDAP hat Gauleiter und Gauzeitungen angewiesen, Boykottmaßnahmen und Zwangsandrohungen gegen bürgerliche Zeitungen zu unterlassen und alle in dieser Richtung ergangenen Aufrufe zurückzuziehen. Bitte Treuhänder an Durchführung dieser Maßnahme mitzuwirken.

——–

Werbung für den Staat, BMP Seite 3

+BMP_16.7._Seite_3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Werbung für den Staat, BMP Seite 3 (Textauszug)

Solange sich das politische Leben in den Formen des Parteienstaates abspielte, waren nichtamtliche Aushänge politischen Inhalts grundsätzlich zu verwerfen, weil sie geeignet waren, die Gegensätze und Kämpfe der Parteien in die Beamtenschaft hineinzutragen. Diese Gefahr bestand auch noch nach dem 30. Januar fort, solange es Parteien verschiedener Willensrichtung gab.

Nunmehr ist dieser Zustand überwunden. Eine wirksame Erziehung zum nationalsozialistischen Staatsgedanken ist nur möglich, wenn die Beamten und sonstigen im öffentlichen Dienst beschäftigten Volksgenossen zu lebendiger Verbundenheit mit dem Volke und mit der Volksbewegung gelangen, die den heutigen Staat erkämpft hat, ihn gestaltet und trägt. Hierzu ist der Erwerb des Parteibuches weder erforderlich noch genügend. Auch das Studium von nationalsozialistischen Schriften und Zeitungen reicht für sich allein nicht aus. Erforderlich ist in erster Linie die möglichst rege Beteiligung an den öffentlichen Kundgebungen, Versammlungen und sonstigen (auch kleineren) Veranstaltungen der NSDAP, von denen sich bisher besonders die höhere Beamtenschaft in weitem Umfange zurückgehalten hat.

——-

Die Frau im neuen Deutschland, BMP Seite 24

+BMP_16.7._S. 24

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die Reichsregierung versucht auf allen Ebenen dem negativen Eindruck ihrer Politik im Ausland mit Publikationen und der Gründung von Vereinen entgegen zu steuern.

 

Die Frau im neuen Deutschland, BMP Seite 24 (Textauszug)

Internationaler Abend der „Auslandsvereinigung von 1933“. (…)

Viele der in Berlin lebenden Ausländer waren erschienen, denen das Thema des Abends „Die Frau im neuen Deutschland“ von besonderem Interesse war. Auch die Mutter Horst Wessels nahm an der Veranstaltung teil und wurde von dem Vorsitzenden der Vereinigung, Kapitän z. S. a. D. von Pustau, begrüßt.

Die Ziele der NS-Volkswohlfahrt schilderte Frau Silomon. Fräulein Otto, die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen, betonte, daß Adolf Hitler der akademischen weiblichen Jugend nicht etwa ihr Studium genommen, sondern ihr zu dem Studium wieder ihr Frauentum hinzugegeben habe. Hand- und Geistesarbeiterinnen legten ein Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat ab.

Heinz Otto als Vertreter der berufsständischen Jugend im deutschen Führerrat und Dr. von Leers, der Reichs-Schulungsführer der Studenten, betonten die Wichtigkeit und Unentbehrlichkeit der Mitarbeit der Frauen auch bei diesen Organisationen. Die Vorsitzende der Frauengruppe im Landesverband Berlin des Reichsverbandes der deutschen Presse, Frau Richert, teilte mit, daß sich die Frauengruppe in Zukunft Presse-Frauenschaft nenne.

——-

 Pressestimmen

Berliner Tageblatt vom 11.7.1933

BT 16.7.1933Quelle: AKiP

——-

Berliner Illustrirte Zeitung, Titelseite Nr. 28, 16.7.1933

BIZ 16.7.1933_Titelseite

Quelle: AKiP

 

Zum Scheitern der Londoner Weltwirtschaftskonferenz.

Eine Zukunftsvision: Europas Jugend schreitet über die Konferenztische hinweg  zu neuer Arbeit.

Zeichnung von ch. Girod (Königsberg)

———

Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 28, 16.7.1933

BIZ 16.7.1933
Quelle: AKiP

 

Massentrauung in der Berliner Lazaruskirche: 47 junge Paare, Angehörige der NSDAP und der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“, ließen ihren Lebensbund kirchlich segnen. Fot. Reinke.

 

Zur historischen Orientierung

Berliner Illustrirte Zeitung

Die erste reguläre Ausgabe der BIZ erschien am 4. Januar 1892. Im Jahr 1894 wurde die Wochenzeitschrift von Leopold Ullstein gekauft. Sie entwickelte sich zur ersten deutschen Massenzeitung. Technische Innovationen ermöglichten einen Straßenverkaufspreis von 10 Pfennig. Die Leser band kein festes Abonnement; allein die Vielfalt und Originalität der Texte, Zeichnungen und Bilder sollten anregen und fesseln. Von 1901 an erschienen aktuelle Fotos im Blatt. Die Auflage stieg von 1,5 Millionen (1933) auf 2,95 Mio. (1943) und sank erst 1945 auf 2,6 Mio. ab.

Dokumentation

 

Die Auflagenhöhe der BIZ (gerundet)
(Rainer Laabs)

1926 – 1.564.000

1928 – 1.842.000

1930 – 1.809.000

1932 – 1.502.000

1934 – 1.108.000

1937 – 1.293.000

1939 – 2.212.000

1941 – 2.640.000

1943 – 2.953.000

1945 – 2.600.000

————–

Weitere Tagesmeldungen

Auf dem sog. »Sachsentreffen«, dem Gauparteitag in Leipzig, erklärt Hitler vor 25.000 Amtswaltern: »Die Religionen und die Kirchen werden ihre Freiheit behalten. Die Politik aber ist unsere Sache.« 140.000 SA- und SS-Leute fordert er anschließend vor dem Völkerschlachtsdenkmal auf, alle Deutschen »zu Soldaten dieses Dritten Reiches, zu Soldaten unserer Weltanschauung zu erziehen«.

——

Unter Führung von Sir Oswald Ernald Mosley marschieren erstmals rund 1000 britische Faschisten durch London.

——-

Dokumente

Antisemtische Verordnung 16.7.1933

Walk, Somnderrecht, 44

——-

Diehl, Presse, 144f._aDiehl, Presse, 144f._b

Quelle: AKiP

——-

Titelkopf der „Berliner Illustrirten  Zeitung“ von 1892Ferber, Biz, 5

aus: Ferber, BIZ, 5

——–

Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

KPB-Logo_RGB

logo Stabi_jpg

Berliner Morgenpost

logo_axel_springer_infopool

ub-web-logo-klein-1

Stiftung_Presse-Haus NEU 2011_klein

Erhard Höpfner Stiftung

EHS_Logo

Stiftung Klassenlotterie Berlin