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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 18.8.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Was die große Funk-Ausstellung bringt, BMP Seite 5

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Was die große Funk-Ausstellung bringt, (Autor: Eduard Rhein), BMP Seite 5 (Textauszug)

Vorabend der Eröffnung. Schon wehen die Fahnen und Wimpel von hohen Masten und breiten feierlichen Glanz über diese letzten Stunden des Werdens. Ueberall wird noch gebaut, aber schon zeigt sich eines mit voller Deutlichkeit: wie weit sich diese Funk-Schau über alle Funkmessen der Vorjahre hinaushebt.

Hier ist nicht das Verkaufen oberster Leitgedanke, sondern der geistige Zusammenschluß eines Volkes durch das technische Wunder des Rundfunks. „Es sei ein Wille über allen deutschen Sendern!“ – dieser Gedanke beherrscht die ganze Schau.
[…]
Die Schau in der Ehrenhalle
Ein hoher, heller Raum. Beherrscht von dem wuchtigen Standbild der „Rundfunk-Einheit“. Hand- und Kopfarbeiter schreiten unter Führung eines SA-Mannes zum gemeinsamen Ziel. An den Wänden farbige Bildwerke, die den Geist des Rundfunks symbolisch spiegeln.
Rechts der klar und vorbildlich gegliederte „Raum der 30 Millionen Auslandsdeutschen“. In der Mitte: riesengroß die Weltkarte. Darüber ein seltsames Scheinwerfergebilde, das in stetem Wechsel die Versorgungsgebiete der teilweise noch im Bau befindlichen Kurzwellen-Sender mit weißem Licht bestrahlt und gleichzeitig durch einen roten Lichtkegel anzeigt, wo die deutschen Großsender einwandfrei empfangen werden können.
(…)
Eduard Rhein

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„Einheitliche Arbeit im Wohlfahrtswesen“ und „Artistenloge wird aufgelöst“, BMP Seite 6

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Einheitliche Arbeit im Wohlfahrtswesen, BMP Seite 6 (Textauszug)

Aus den kürzlich beschlossenen Satzungsänderungen der NS-Wohlfahrt (E. V.) geht nunmehr klar die enge Verbindung dieser Organisation mit dem heutigen Staate hervor. Unter anderem ist die Bestimmung eingefügt, daß das Reichsministerium des Inneren Entscheidungen des NSV-Vorsitzenden aussetzen und aufheben kann. Die Bestimmung, wonach der NSV-Vorsitzende von der Reichsleitung der NSDAP bestimmt wird, bringt weiter diese Einheit zum Ausdruck.

Von den im Reichsministerium des Inneren gebildeten Ausschüssen und zwar vom Reichsausschuß für Gesundheitsdienst und dem Reichsausschuß für Gesundheitsführung erhält die NS-Wohlfahrt ihre Aufgaben zugewiesen.

Da die „Reichsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege“, in der die NS-Wohlfahrfahrt, die Innere Mission, die Caritas und das Deutsche Rote Kreuz zusammengeschlossen sind, von der NS-Volkswohlfahrt geleitet wird, ist für die Durchführung aller Arbeiten im nationalsozialistischen Sinne Gewähr gegeben. (…)

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Artistenloge wird aufgelöst, BMP Seite 6 (Transkript)

Auf Grund eines Uebereinkommens zwischen der Internationalen Artistenloge und dem Führer des Verbandes der Deutschen Theaterangestellten in der Deutschen Arbeitsfront werden ab 1. September die Mitglieder der Internationalen Artistenloge in die Reichsfachschaft Artisten des Verbandes der Deutschen Theaterangestellten überführt. Die Internationale Artistenloge selbst löst sich auf. Ihr bisheriger Vorsitzender Sandow übernimmt vorläufig die Leitung der Reichsfachschaft.

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Deutsche Jugendbühne, BMP Seite 11

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die NS-Regierung nutzt jede Gelegenheit, um ihre Verbundenheit mit der Jugend zu betonen und Reformvorhaben wirksam anzukündigen.

 

Deutsche Jugendbühne, BMP Seite 11 (Transkript)

Die Pressestelle der Reichsjugendführung teilt mit: Der Reichsjugendführer begrüßt die Absicht des „Reichsverbandes der Deutschen Bühne“, im Rahmen des Verbandes eine eigene Jugendorganisation aufzubauen, durch die das Streben der Jugend nach wahrer Kunst und deutscher Theatergestaltung seine Verwirklichung findet. Er hat deshalb die ihm angetragene Schirmherrschaft über die „Deutsche Jugendbühne“ übernommen und alle ihm unterstellten Dienststellen angewiesen, tatkräftig am Aufbau dieser Organisation mitzuarbeiten. Zum Vertreter und zum Verbindungsmann zwischen der Reichsjugendführung und der Reichsleitung der deutschen Bühne wurde der Oberbannführer im Stabe der Reichsjugendführung, Gotthard Urban, bestellt.

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Pressestimmen

Die Kommunisten, Dresdner Neueste Nachrichten vom 18.8.1933

+DNN 18.8.1933

Quelle: AKiP

 

Die Kommunisten, DNN vom 18.8.1933 (Textauszug)

Es vergeht kein Tag, an dem nicht aus diesem oder jenem Teile des Reiches gemeldet würde, daß marxistische – und zwar vorwiegend kommunistische – Wühlereien entdeckt und die Schuldigen in Haft genommen worden seien. Die ersten Wochen nach der siegreichen Revolution war von solchen Dingen wenig oder nichts zu merken. Das gewaltige Geschehen der nationalen Erhebung hatte den Staatsfeinden zunächst die Sprache und die Luft zur „Arbeit“ verschlagen; sie verkrochen sich, soweit sie nicht sofort dingfest gemacht wurden, und waren froh, wenn sich niemand um sie kümmerte. Inzwischen ist ihnen der Mut wieder gewachsen, und überall haben sie nun ihr verbrecherisches Handwerk wieder aufgenommen. (…)

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Blick in die Zeit vom 18.8.1933 (1)

„Breslauer Konzentrationslager verlegt.“ und „Künstler, Heilmann, Ebert und Jaenecke in Schutzhaft.“

+BidZ 18.8.1933_aQuelle: AKiP

 

„Breslauer Konzentrationslager verlegt.“, BidZ vom 18.8.1933

Das Breslauer Konzentrationslager ist am Donnerstag abend von sämtlichen 343 Insassen geräumt worden. Die Schutzhäftlinge sind nach Boergemore an der holländischen Grenze transportiert worden, von wo sie nach dem großen Konzentrationslager bei Osnabrück überführt werden. Als Grund für die Auflösung des Breslauer Lagers werden vor allem Sparmaßnahmen angegeben. Außerdem soll die Arbeit der Schutzhäftlinge produktiv bei der Durchführung der Moorkultur in Nordwestdeutschland verwendet werden.
(V.Z.)

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„Künstler, Heilmann, Ebert und Jaenecke in Schutzhaft.“, BidZ vom 18.8.1933

Das Geheime Staatspolizeiamt hat die drei früheren Reichstagsabgeordneten Künstler, Heilmann und Ebert, den ehemaligen Chefredakteur der sozialdemokratischen „Brandenburger Zeitung“ und Sohn des ersten Reichspräsidenten, in Schutzhaft genommen. Die drei Personen wurden in das Konzentrationslager Oranienburg eingeliefert, wo die gesamte Belegschaft zu ihrem Empfang angetreten war. Für diese drei prominenten Marxisten wurden sechs verführte Arbeiter, die sich bisher in Schutzhaft befanden, aus dem Oranienburger Konzentrationslager entlassen.
(V.B.)

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Blick in die Zeit vom 18.8.1933 (2), Badeverbot für Juden

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Quelle: AKiP

 

„Badeverbot für Juden.“, BidZ vom 18.8.1933

Nach dem Vorgehen der Nachbarstadt Nürnberg hat nunmehr auch der Stadtrat von Fürth den Juden mit sofortiger Wirksamkeit den Zutritt zu den städtischen Flußbädern verboten. Begründet wird dieses Verbot mit unliebsamen Vorfällen.
(NFP.)

Der Stadtrat Straubings hat einstimmig beschlossen, den Juden auch das Baden in der Donau im Bereich des Stadtbezirkes zu untersagen.
(F.Z.)

Im Nordseebad Juist wurden eine Sandburg und ein aus Sand geformtes Hoheitszeichen nachts zerkratzt. Der Bürgermeister hat daraufhin angeordnet, daß sämtliche der jüdischen Rasse angehörende Kurgäste die Insel sofort zu verlassen haben. Sieben Juden und Jüdinnen bzw. mit Juden Verheiratete mußten daraufhin Juist verlassen.
(F.Z.)

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Kladderadatsch vom 13.8.1933 – Rothäute auf dem Kriegspfad (Im Norden Berlins wurde in einem Zeltlager eine kommunistische Hetzschriftdruckerei ausgehoben)

Kladd 13.8.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Im Bezirk Tempelhof wird die erste öffentliche Luftschutzübung in Berlin durchgeführt. Erprobt wird die Bekämpfung von Giftgasbomben.

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In Berlin beginnt die bis zum 27. August dauernde 10. Große Deutsche Funk-Ausstellung, in deren Mittelpunkt der Volksempfänger VE 301 steht.

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Auf Weisung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré, wird die Operette „Der fidele Bauer“ von Leo Fall im Deutschen Reich nicht mehr aufgeführt. Bei einer Aufführung in Bad Wörishofen hatte Darré an dem Stück Anstoß genommen wegen „der satirisch-abfälligen Behandlung des Bauerntums“ und der überspitzten Hervorhebung von Klassenunterschieden.

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Dokumente

Walk, Sonderrecht, 47

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Preuß. PolizeiVO. über das Singen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes (18.8.1933)

§ 1. Das Singen und Spielen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes ist in Vergnügungs- und Gaststätten aller Art verboten. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der Ortspolizeibehörde. Die Ausnahmegenehmigung ist im allgemeinen 24 Stunden vor Beginn der Veranstaltung zu beantragen.

§ 2. Die Nichtbefolgung des § 1 wird gemäß § 9 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole vom 19. Mai 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 285) mit Geldstrafe bis zu 150 RM oder mit Haft bestraft.

§ 3. Diese Polizeiverordnung tritt am 1. September 1933 in Kraft.

aus: Sösemann/Lange, Propaganda, Nr. 99.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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