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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 17.10.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Durch die Schule zum Staat, BMP Seite 6

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Mit dem neuen Schultyp der „Nationalpolitischen Erziehungsanstalt“ (Napola) baute das NS-Regime parallel zu dem bestehenden Schul- und Bildungssystem bewusst ein weiteres auf. Lehrer und Schüler dieser Einrichtungen hatten sich ausschließlich an den weltanschaulichen und parteipolitischen Grundsätzen des Regimes zu orientieren. Hier sollte die Elite des NS-Staates heranwachsen.

 

Durch die Schule zum Staat. Die erste Nationalsozialistische Schule in Berlin, BMP Seite 6 (Textauszug)

Immer wieder ist man überrascht, immer wieder freut man sich von neuem über das Verständnis, das der neue Staat für die jugendlichen Ideale und für die Jugend überhaupt hat. Wie weit dieses Verständnis geht, zeigt grade in diesen Tagen wiederum ein Beispiel: Die Umwandlung der früheren gewerblichen Berufsschulen in Nationalsozialistische Schulen. Nationalpolitik – das war früher hin und wieder ein Unterrichtsgegenstand in den Schulen. Aber darum handelt es sich bei dem neuen Schultyp nicht. Die früheren Berufsschulen sollen in Schulen umgewandelt werden, die direkt im Dienst der Nation stehen und große nationalpolitische Aufgaben erfüllen.

Drei Schultypen sind zunächst geplant: Siedler-Schulen, Schulen für Segelflugzeugbau und schließlich Geländesport-Schulen. Die wichtigsten Aufgaben der Nation sollen durch diese Schulen erfasst werden: durch die Siedlerschulen die Rückführung der Jugend aus der Großstadt zur eigenen Scholle; durch die Sportschulen die Gewinnung der Jugend für Körperkultur und durch die Schulen für Segelflugzeugbau die friedliche Eroberung der Luft durch die Nation. […]

Denn dieser Schultyp ist tatsächlich aus dem Willen und den Idealen der Jugend  geboren worden, und er führt auch unmittelbar ins praktische Leben über. Nach 40 Baustunden erhalten die Schüler die Berechtigung, die Segelflugzeuge, die sie gebaut haben, selbst zu fliegen. Auf diese Weise wird der deutschen Segelfliegerei ein Nachwuchs erschlossen, wie er derart geschult und zahlreich in keinem anderen Land der Welt vorhanden ist.

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Der Tag der Deutschen Kunst in München, BMP Seite 7

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Der Tag der Deutschen Kunst in München. Grundsteinlegung des Hauses der Deutschen Kunst, BMP Seite 7 (Textauszug)

Das Hauptereignis des Münchener Deutschen Tages der Kunst war die feierliche Grundsteinlegung des Hauses der Deutschen Kunst, das an Stelle des alten Glaspalastes das repräsentative deutsche Austellungs-Gebäude sein soll. Schon in früherer Morgenstunde begann Sonntag der Aufmarsch der Künstler- und Studentenschaft, der gesamten SA, der Landespolizei und der Hitlerjugend zum Festplatz am Eingang zum Englischen Garten.

Unter den Ehrengästen waren Reichsminister von Neurath, Dr. Goebbels und Dr. Schmidt, Staatssekretär Feder, Reichsstatthalter Ritter von Epp mit dem bayrischen Ministerpräsidenten und den sämtlichen Mitgliedern der bayrischen Staatsregierung, der Münchener Oberbürgermeister, der Stabschef Röhm, der Reichsführer Himmler, hohe Offiziere der Reichswehr und Landespolizei usw. Ferner sah man das diplomatische Corps und den König Ferdinand von Bulgarien. Um 10.20 erfolgte die feierliche Einholung des Reichskanzlers, der in SA-Uniform die Ehrentribüne vertrat. […]

„Wir vollziehen heute einen symbolischen Akt“, fuhr der Kanzler fort. „Das junge Deutschland baut seiner Kunst sein eigenes Haus. Ein Volk sind wir, ein Reich wollen wir sein. So fanatisch wir für die Größe dieses Reiches, für seinen Frieden, aber auch für seine Ehre eintreten (stürmische Heilrufe), so wenig wir dulden, daß irgendein Geist der Zwietracht die Einheit der Nation bedroht, unverständige Eigenbrötelei die Kraft des politischen Willens schwäche, so sehr hängen wir an der Eigenart der deutschen Lande.“

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Oberste Sportbehörde für die Kraftfahrt, BMP Seite 9

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Oberste Sportbehörde für die Kraftfahrt. Richtlinien für die Arbeit, BMP Seite 9 (Textauszug)

Durch Obergruppenführer Hühnlein sind für die neugeschaffene „Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt“ (ONS) Ausführungs-Bestimmungen geschaffen worden, durch die Organisation und Aufgaben der sportlichen Zentralstelle festgelegt werden.

Die Aufgaben der ONS sind zunächst die gleichen, wie die der früheren ONG und OMB: […]

Darüber hinaus jedoch erfährt der Aufgabenbereich der ONS eine ganz wesentliche Erweiterung. Die im Kraftsport gebundenen Kräfte von Mensch und Maschine bedürfen zur Erreichung von Höchstleistungen der einheitlichen Führung und eines planmäßigen Einsatzes. Diese Konzentration der Kräfte und Mittel herbeizuführen, dem Kraftfahrtsport Ziel und Richtung zu weisen, wird künftighin eine der Hauptaufgaben der ONS sein! Zahl und Art der vom NSKK und DDAC jährlich durchzuführenden Sportveranstaltungen schreibt für die Zukunft allein die ONS vor.

Um die ungesunde Finanzgebarung früherer Jahre im deutschen Kraftfahrtsport ein für allemal zu beseitigen, errichtet die ONS den „Fonds des deutschen Kraftfahrtsports“.

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Pressestimmen

Boykott nicht im Interese der Wirtschaft, Jüdische Rundschau 17.10.1933

 

JR 17.10.1933_Wirtschaftsfrieden

Quelle: AKiP

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Filme mit jüdischen Darstellern, Jüdische Rundschau 17.10.1933

JR 17.10.1933

 

Quelle: AKiP

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Simplicissimus, Nr. 38 Titelseite 15.10.1933

Simpl 15.10.1933_Titel
Quelle: AKiP

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 Simplicissimus, Nr. 38 vom 15.10.1933

Simpl 15.10.1933_Kunst

Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 15.10.1933

Kladd 15.10.1933

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 485

Horkenbach, Reich, 487———

Studt, Reich, 29

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Wegen einer falschen Bildzeile – ein Artikel über ein Schulfest war mit dem Bild einer Fahnenweihe der SA illustriert worden, die als „lustiges Komödienspiel“ bezeichnet wurde – darf die „Essener Allgemeine Zeitung“ vier Tage lang nicht erscheinen. Der Verleger und alle Beteiligten werden wegen Beleidigung der SA in Haft genommen.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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