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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 18.10.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Treue-Kundgebungen für die Reichsregierung, BMP Seite 2

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Treue-Kundgebungen für die Reichsregierung, BMP Seite 2 (Textauszug)

Die Zustimmungserklärungen für die Reichsregierung mehren sich von Stunde zu Stunde. Alle Kreise der Bevölkerung sind beteiligt. In Kiel versammelte der Oberbürgermeister Behrens die Bürger der Stadt um sich und dankte dem Kanzel für die entschiedene Tat. Die Regierungen von Hamburg und Bremen drückten ebenfalls in einer großen Kundgebung ihre Treue zum Kanzler in Telegrammen aus. Die Deutsche Studentenschaft dankt dem Kanzler für die Wiederherstellung deutscher Ehre und gelobt Treue und Einsatzbereitschaft, Die katholische Aktion stellt sich geschlossen hinter den Kanzler in seinem Kampf um Gleichberechtigung. Der Reichsverband des Deutschen Groß- und Ueberseehandels dankt dem Kanzler aus tiefstem Herzen und stellt sich hinter den Führer. Der Reichsverband Deutscher Hausfrauenverein erklärt ebenfalls seine Zustimmung zur Haltung des Kanzlers.

Der Nationalverband Deutscher Offiziere dankt dem Reichspräsidenten und der Reichsregierung für die Wiedererringung deutscher Ehre und Ablehnung neuer Demütigungen. Der Deutsche Sängerbund mit anderthalb Millionen deutscher Wähler gelobt dem Kanzler treue Gefolgschaft. Krupp von Bohlen und Halbach gibt im Rahmen der deutschen Industrie die Erklärung ab, daß sie bedingungslos hinter dem Führer des deutschen Volkes stehe.

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„Jetzt kommt das Fernsehen“ und „Schutz ausländischer Staatsbürger“, BMP Seite 3

+BMP_18.10.1933_Seite 3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

In allen Massenmedien und Fachzeitschriften ließ die Hitler-Regierung das Fernsehen als das bedeutendste Medium ankündigen. Hitler wollte Deutschland auch auf diesem Gebiet an der Spitze des technischen Fortschritts sehen. Doch die der Forschung und Industrie abverlangte Schnelligkeit und die geforderte Energie reichten allein nicht aus, die USA und Großbritannien zu überflügeln.

 

Jetzt kommt das Fernsehen. Ein technischer Fortschritt von größter Bedeutung, BMP Seite 3 (Textauszug)

Aber gerade beim Fernsehen zeigt es sich, daß alle Dinge und alle Entwicklungen, die über das normale Alltagsmaß hinauswachsen, naturnotwendig in die Sphäre der Politik hineinragen. Fernsehen – Welche Möglichkeiten politischer Propaganda, welche wirtschaftlichen Umwälzungen hängen daran! So ist es kein Wunder, daß neben der Radio-Industrie und dem Reichspostministerium auch das Propaganda-Ministerium lebhaften Anteil an der Fernsehentwicklung nimmt, und daraus wiederum geht hervor, welche außerordentliche Bedeutung dieser technische Fortschritt für die technische Zivilisation und speziell für Deutschland haben wird, […] .

Hier nun ist es die Reichspost, die die Entwicklung mit Schnelligkeit und Energie vorantreiben will. In einer Besprechung, die vor kurzem im Reichspostministerium stattfand, wurde beschlossen, schon im April einen Sender auf ultrakurzer Welle in Betrieb zu nehmen, der – durch Umbau einer bereits bestehenden Station – allen Anforderungen des künftigen Fernsehens genügen soll. […]

Wenn alles gut geht, wird wahrscheinlich das Fernsehen zur nächsten Funkausstellung publikumsreif sein. Ein gewaltiger Impuls wird von dort aus in die Wirtschaft dringen, neue Fabriken werden aus dem Boden wachsen, ganze neue Industrien von der Glasblass-Technik der mächtigen Empfängerröhren bis zum Fernseh-Filmapparat werden entstehen, Tausende von Arbeitern der verschiedensten Zweige werden Beschäftigung finden. Man muß nur von vorneherein darauf achten, daß der reißende Strom der Entwicklung nicht zerstörend über wertvolle Entwicklungsgebiete hinwegflutet, und daß das Fernsehen nicht zum gefährlichsten Konkurrenten des Films oder des Theaters wird. […]

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Schutz ausländischer Staatsbürger. Ein Erlass des Preußischen Ministers des Innern, BMP Seite 3 (Transkript)

Nach wie vor machen sich Versuche marxistischer oder kommunistischer Provokateure bemerkbar, durch Uebergriffe gegen einzelne Ausländer Verwicklungen zu schaffen und das Ansehen des neuen Reiches und der nationalsozialistischen Bewegung im Auslande zu untergraben oder mindestens der Reichsregierung außenpolitische Schwierigkeiten zu machen.

Der preußische Minister des Innern hat deshalb durch einen Funkspruch an die entsprechenden Stellen angeordnet, daß solchen Vorkommnissen mit aller Schärfe nachgegangen wird, und die Erwartung ausgesprochen, daß alles getan wird, um solchen unliebsamen Vorgängen vorzubeugen. Der Innenminister hat insbesondere allen Behörden nochmals zur Pflicht gemacht, auch bei den nachgeordneten Dienststellen besonders darauf hinzuwirken, daß ausländischen Staatsbürgern in jeder Weise der öffentliche Schutz gewährt wird. Falls ein polizeiliches Eingreifen notwendig werde, sei mit besonderer Zurückhaltung, Vorsicht und Höflichkeit zu verfahren.

Ueberdies hat der Minister die zuständigen Behörden veranlasst, sich mit lokalen Leitung der Partei sowie der SA, SS und des Stahlhelm in Verbindung zu setzen, in der gemeinsamen Ueberzeugung, daß es eine selbstverständliche Pflicht eines echten Nationalsozialisten ist, das Strafrecht zu schützen und hochzuhalten.

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Pressestimmen

Nur die N.S.D.A.P. auf dem Stimmzettel, Volksblatt 18.10.1933

+VB 18.10.1933

 Quelle: AKiP

 

Nur die NSDAP auf dem Stimmzettel. Die Durchführung der Volksabstimmung, VB 18.10.1933 (Textauszug)

Über das Wahlverfahren bei der bevorstehenden Reichstagswahl sind in der Presse zum Teil irreführende Meldungen verbreitet.

Es wird, da die Neubildung von Parteien bekanntlich verboten und unter Strafe gestellt ist, auf dem Stimmzettel für die Reichstagswahl nur eine Partei, nämlich die NSDAP, erwähnt werden. In dem hinter dem Namen der Partei befindlichen Kreis ist von denjenigen, die für die NSDAP eintreten, ein Kreuz zu setzen.

Die Personen, die kein Kreuz in den Stimmzettel setzen, machen den Stimmzettel ungültig. Bei der Volksabstimmung ist auf den Stimmzettel dagegen ja oder nein einzusetzen. Eine Änderung des Wahlquotienten bei der Reichstagswahl von 60000 ist nicht beabsichtigt.

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Brennessel, Nr. 42 Titelblatt vom 18.10.1933

Brennessel 18.10.1933

 Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 15.10.1933 – „Neuer Geist“

Kladd 15.10.1933

 Quelle: AKiP

 

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Weitere Pressestimmen

Horkenbach, Reich, 488f._a

 

Horkenbach, Reich, 488f._b

 

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Auf einer Führertagung der NSDAP in Berlin fordert Reichskanzler Adolf Hitler strengste Disziplin. Wegen der besorgten ausländischen Reaktionen auf den deutschen Austritt aus dem Völkerbund müsse der Wahlkampf im Gefühl höchster Verantwortung geführt werden und dürfe nur die Hauptthemen – Frieden und Gleichberechtigung – behandeln.

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Dokumente

Klaus Manns Exilzeitschrift „Die Sammlung“

Wysling, Mann, 327

aus: Wysling, Mann, 327

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Antisemitische Verordnungen vom 18.10.1933

Walk, Sonderrecht, 56_a

Walk, Sonderrecht, 56_b

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

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