Skip navigation

Logo_Vision-vom-Untergang_BIZ_72dpi-

„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

—————————————————————————————————————————————————————————————————————-

Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 19.10.1933

BMP_19.10.1933_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

———–

Aufruf der Rundfunk-Kammer, BMP Seite 3

+BMP_19.10.1933_S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Aufruf der Rundfunk-Kammer, BMP Seite 3 (Transkript)

„Die Nationalsozialistische Rundfunkkammer wendet sich an alle deutschen Volksgenossen, die noch nicht Rundfunkhörer sind, und fordert sie auf, sich nicht länger abzuschließen von den großen Gegenwartsereignissen, die das Schicksal der Nation bestimmen. Der Volksempfänger und die anderen hochwertigen Empfangsapparate bieten jedem Deutschen die wirtschaftliche Möglichkeit, Rundfunkhörer zu werden. Die jüngsten politischen Ereignisse haben wieder bewiesen, daß Rundfunkhören keine Angelegenheit der persönlichen Unterhaltung, sondern eine staatspolitische Pflicht und Notwendigkeit ist.

Wer Rundfunk hört, wer am Rundfunk die gewaltige Willenskundgebung unseres Volkskanzlers Adolf Hitler erlebt, reiht sich ein in die große Schicksalseinheit des nationalsozialistischen Staates. In diesem Sinne fordert die Nationalsozialistische Rundfunkkammer alle Volksgenossen auf, mit allen Kräften dazu beizutragen, daß die Worte des Führers unmittelbar in jedes Haus getragen werde und daß auf dem Wege zur Nation der Rundfunk mit das wichtigste Instrument zum Zusammenschluss der deutschen Volksgenossenschaft wird.

———–

Krupp vor den Industriellen, BMP Seite 12                

+BMP_19.10.1933_S.12

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die nach dem 30. Januar überstürzt, unkoordiniert und oftmals mit geringem wirtschaftspolitischen Sachverstand vorgenommenen Eingriffe in die Industrie riefen Konfusionen, Miseren und auch Produktionseinbußen von erheblichem Ausmaß hervor. In dieser Situation konnte es Krupp wagen, ein zentrales Prinzip der NS-Herrschaft, die Bedeutung des „Führerprinzips“, zumindest auf dem Industriesektor zu relativieren.

 

Krupp vor den Industriellen, BMP Seite 12 (Textauszug)

In einer Sitzung des Ausschusses für allgemeine Wirtschaft im Reichsstand der Deutschen Industrie machte Dr. Krupp von Bohlen und Halbach als Präsident des Reichsstandes grundsätzliche Ausführungen über die Wirtschaftspolitik.

Krupp betonte, daß in Uebereinstimmung mit den Grundgesetzen des neuen Staates auch in der Organisation der Industrie das Führerprinzip herrschen müsse. Doch dürfe es nicht schematisch ausgeübt werden, da grade in der Wirtschaft dem Rat der in der Praxis tätigen Männer größte Bedeutung zukommt. Infolgedessen müsse auf diesem Gebiet das Führerprinzip mit der Einrichtung beratender Ausschüsse verbunden werden.

Angesichts einer durch manche überstürzte Maßnahmen sich verwirrenden und die praktische Arbeit gefährdende Lage habe sich die Reichsregierung am 7. Juli zu einer vorläufigen Einstellung der Arbeiten auf dem berufsständischen Gebiet der Wirtschaft entschlossen. Seine endgültige Form könne der Reichsstand erst dann erhalten, wenn die Reichsregierung durch Aufstellung von Richtlinien die Grundlage für die letzte Formung gegeben haben wird.

———-

 Pressestimmen

Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) 27-33, Nr.41 Titelseite vom 19.10.1933

AIZ_27-33_Nr.41_19.10.1933_Richter

aus: David Evans, John Heartfield, AIZ/VI 1930-38

————-

Museum nationalsozialistische Erhebung. Gedenkhalle des politischen Aufbruchs der Nation – Vom Heldenkampf unserer SA, Volksblatt vom 19.10.1933

+VB 19.10.1933

Quelle: AKiP

 

Museum nationalsozialistische Erhebung. Gedenkhalle des politischen Aufbruchs der Nation – Vom Heldenkampf unserer SA, VB vom 19.10.1933

Der Wasserturm in der Hindenburgstraße ist nunmehr zum Museum der nationalsozialistischen Erhebung umgestaltet worden. Damit ist eine Anregung von Gauleiter und Staatsrat Jordan zur Wirklichkeit geworden, die weit über die Grenzen des Gaues hinaus von außerordentlicher Bedeutung ist und der Stadt Halle als Sitz der Gauleitung die Stätte sichert, die Zeugnis ablegt von dem Heldenkampf um die Befreiung ganz Deutschlands. […]

Eine ununterbrochene Kette von Befreiungskämpfen zieht sich bis in die Tage eines Arminius. Der Leidensweg des deutschen Volkes begann ja schon zu den Zeiten, da sich fremde Rassen und Völker die deutschen Gaue als Tummelplatz ihrer Eroberungsgelüste auserwählten. Ununterbrochen ist die Reihe der Durchbrüche des nordischen Gedankens, die stets das deutsche Volk vor der völligen Vernichtung retteten so wie es in unseren Tagen bei Aufbau des Reiches Adolf Hitlers geschafft. Hier liegen die Quellen, aus denen zur Gestaltung der nationalsozialistischen Erhebung auch in musealem Sinne geschöpft werden kann.

———

Existenzsicherung! Sieben Monate juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Central-Vereins, C.V. Zeitung vom 19.10.1933

+CV 19.10.1933

Quelle: AKiP

 

Existenzsicherung! Sieben Monate juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Central-Vereins, C.V. Zeizung 19.10.1933 (Textauszug)

Als in den Märztagen die ersten gesetzgeberischen Maßnahmen eine Fülle von Rechtsfragen aufwarfen, wurde das Rechtsschutzdezernat des Central-Vereins so ausgebaut, daß die juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle mit der erheblichen Zahl von Spezialfachkennern den Tausenden von mündlichen und schriftlichen Anfragen gerecht werden konnte. In den sieben Monaten ihres Bestehens dürfte sie fast 11000 rechtsuchende Mitglieder und Nichtmitglieder mündlich und eine größere Zahl schriftlich beraten haben. Als im Zuge des ersten April die ersten Angestelltenentlassungen einsetzten, machte sich insbesondere eine großzügige Beratung der Angestelltenschaft notwendig. […]

Auf dem Gebiet des Sozialrechts sind in Verhandlungen mit Verwaltungsstellen die Fragen der Erwerbslosen- und Wohlfahrtsunterstützung erfolgreich erörtert worden, und es konnte hierbei festgestellt werden, daß eine grundsätzliche unterschiedliche Behandlung zwischen Ariern und Nichtariern nicht zu erfolgen hat.

———-

Brennessel vom 18.10.1933

Brennessel 18.10.1933
Quelle: AKiP

———

Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 491

Horkenbach, Reich, 492

———–

Die deutsche Reichsregierung teilt dem Völkerbund in Genf formell den Austritt aus der Weltorganisation mit.

———-

Auf einer Veranstaltung des NS-Lehrerbundes im Berliner Sportpalast erklärt Reichsinnenminister Wilhelm Frick, Kunst sei der „sinnfällige Ausdruck“ der Sehnsucht eines Volkes nach seiner „höchsten rassischen Gestalt“.

———

Tagebucheintrag vom 19.10.1933

Harry Graf Kessler (1868-1934), Publizist

Kessler, Tagebuch, 729Quelle: Kessler, Tagebuch, 729

———-

Dokumente

Rundfunkhören staatspolitische Pflicht (19.10.1933)

[…] In den kommenden Wochen wird in den Wahlkundgebungen des Führers und der Reichsregierung der Rundfunk täglich das Sprachrohr der politischen Führung sein. Jetzt beginnen die Parolen des Volkskanzlers, des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels und seiner verantwortlichen Rundfunkleiter, den Rundfunk in jedes deutsche Haus zu tragen, erhöhte, ja für das Schicksal des deutschen Volkes entscheidende Bedeutung zu bekommen. Es darf in diesen Tagen, da sich Würde, Ehre und Einheit des deutschen Volkes vor aller Welt in machtvollen Bekenntnissen kundtun sollen, kein deutsches Haus geben, in dem nicht ein Rundfunkgerät vorhanden ist, das jederzeit die unmittelbare Verbindung jedes Volksgenossen mit dem Führer und seinen Mitkämpfern in der Regierung und der Partei herstellt.

Die Nationalsozialistische Rundfunkkammer wendet sich an alle deutschen Volksgenossen, die noch nicht Rundfunkhörer sind, und fordert sie auf, sich nicht länger abzuschließen von den großen Gegenwartsereignissen, die das Schicksal der Nation bestimmen. Der Volksempfänger und die anderen hochwertigen Empfangsapparate bieten heute jedem Deutschen die wirtschaftliche Möglichkeit, Rundfunkhörer zu werden. Die jüngsten politischen Ereignisse haben wieder bewiesen, daß Rundfunkhören keine Angelegenheit der persönlichen Unterhaltung, sondern eine staatspolitische Pflicht und Notwendigkeit ist. […]

aus: Sösemann/Lange, Propaganda, Nr. 1101

————

Antisemitische Verordnungen vom 19.10.1933

Walk, Sonderrecht, 56

Walk, Sonderrecht, 56_Oberschlesien

——–

Presseanweisung vom 19.10.1933 zum bevorstehenden Wahlkampf

PA, 162f._a

PA, 162f._b

Quelle: AKiP

———

Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

KPB-Logo_RGB

logo Stabi_jpg

Berliner Morgenpost

logo_axel_springer_infopool

ub-web-logo-klein-1

Stiftung_Presse-Haus NEU 2011_klein

Erhard Höpfner Stiftung

EHS_Logo

Stiftung Klassenlotterie Berlin