Skip navigation

Logo_Vision-vom-Untergang_BIZ_72dpi-

„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

—————————————————————————————————————————————————————————————————————-

Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 26.10.1933

BMP_26.10.1933_Titel
Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

————

„Fanfaren des Dritten Reiches“, BMP Seite 2

+BMP_26.10.1933_Seite 2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

„Fanfaren des Dritten Reiches“, BMP Seite 2 (Textauszug)

Eine Gemeinschaft Deutscher Vortragskünstler ist soeben gegründet worden, die mit ihrer ersten Veranstaltung „Fanfaren des Dritten Reiches“ im Meister-Saal an die Oeffentlichkeit trat. Staatskommissar Hinkel, der diesen Zusammenschluß fördert, konnte seine einführenden Worte nicht sprechen, da er der großen Hitler-Rede im Sport-Palast beiwohnen mußte. Für ihn sprach Ernst Wilhelmy Begrüßungsworte, ehe Frank Konrad Hoefert, auf dessen Anregung hin die Gemeinschaft zusammentrat, die Ziele und Zwecke der Organisation schilderte. Deutsche wesentliche Dichter sollen von deutschen Rezitatoren dem Publikum nahegebracht werden. Altmeister Ludwig Wüllner ist zum Ehrenmitglied ernannt worden –  er wird den nächsten Abend als einen Hölderlin-Abend bestreiten. Es sind ferner Abende für Binding und Stefan George geplant.

Fanfaren des Drittes Reichs vermittelten Dr. Leonhard Blaß, Asta Südhaus  und Carl Zander. Sie rezitierten u.a. aus Werken von Hanns Johst, Dietrich Eckart, Baldur von Schirach, Dr. Joseph Goebbels und Horst Wessel.

———–

Weitere 100 000 Volksempfänger, BMP Seite 12

+BMP_26.10.1933, S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Der im August auf der Funkausstellung in Berlin vorgestellte VE 301 („Volksempfänger 30. Januar“) sollte zum ersten „Wundermedium“ der NS-Diktatur werden. Der BMP- Artikel musste auf präzise Zahlenangaben verzichten. Die Hörfunk-Versorgung war im Ausland deutlich besser. Trotz großer Anstrengungen in den folgenden Jahren hat sich das Defizit nicht beseitigen lassen.

 

Weitere 100 000 Volksempfänger, BMP Seie 12 (Trankript)

Nach Mitteilung der Nationalsozialistischen Rundfunkkammer wird die deutsche Funkindustrie eine Neuauflage des Volksempfängers VE 301 in Höhe von 100 000 Stück herausbringen. Wie günstig sich die nationalsozialistische Rundfunkwerbung ausgewirkt hat, läßt sich am Absatz von Rundfunkgeräten erkenne, der im August und September wesentlich höher lag als in der gleichen Zeit des Vorjahres.

————

Pressestimmen

Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) 28/33, 42 Titelseite vom 26.10.1933

AIZ_28-33_Nr.42_26.10.1933_Märchen

aus: David Evans, John Heartfield, AIZ/VI 1930-38

—————

Treuekundgebungen deutscher Schriftsteller, Vossische Zeitung, Seite 2 (Morgen) 26.10.1933

+Vossische_Zeitung_1933-10-26_2
Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

 

Treuekundgebungen deutscher Schriftsteller, Vossische Zeitung vom 26.10.1933 (Textauszug)

88 deutsche Schriftsteller haben durch ihre Unterschrift dem Reichskanzler Adolf Hitler das folgende Treuegelöbnis abgelegt: „Friede, Arbeit, Ehre und Freiheit sind die heiligten Güter jeder Nation und die Voraussetzung eines aufrichtigen Zusammenlebens der Völker untereinander. Das Bewußtsein der Kraft und der wiedergewonnen Einigkeit, unser aufrichtiger Wille, dem inneren und äußeren Frieden vorbehaltslos zu dienen, die tiefe Ueberzeugung von unseren Aufgaben zum Wiederaufbau des Reiches und unsere Entschlossenheit, nichts zu tun, was nicht mit unserer und des Vaterlandes Ehre vereinbar ist, veranlassen uns in dieser ernsten Stunde, vor Ihnen, Herr Reichskanzler, das Gelöbnis treuester Gefolgschaft feierlichst abzulegen. (…)

Zur Liste der 88 Autoren

Zum Kalenderblatt 26.10.1933 Deutschlandfunk

 

————-

Paula Siber zum Tag der Frau. Die Frau, die für Deutschland lebt, lebt für ihre Kinder, Volksblatt vom 26.10.1933

+VB 26.10.1933

Quelle: AKiP

 

Paula Siber zum Tag der Frau. Die Frau, die für Deutschland lebt, lebt für ihre Kinder, VB 26.1933 (Textauszug)

Im Rahmen der Deutschen Woche, in der der Nationalsozialismus das Interesse des Tages auf die Frau konzentrierte sprachen Frau Paula Siber, Referentin für Frauenfragen am Ministerium des Inneren, und Hindenberg-Delbrück, Hannover als Vorstandsmitglied der Reichsvereinigung Deutscher Hausfrauenvereine zu einer vieltausendköpfigen Frauenmenge in Osnabrück. […]

Große Aufgaben harren der Erfüllung durch die Frau, die im gemeinsamen Streben mit dem Mann das beschmutzte Geistesgut der deutschen Nation reinigen helfen muß. Die Frau muß die Seele des Volkes in reiner Hand tragen. […]

Die Frau, die im Grundsatz des Nationalsozialismus „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ihre höchste Vollendung sieht und für Deutschland lebt, lebt für ihre Kinder.

———–

Der Lebenskampf der jüdischen Frau, C.V. Zeitung vom 26.10.1933

+CV 26.10.1933_aCV 26.10.1933_b

Quelle: AKiP

 

Der Lebenskampf der jüdischen Frau, C.V. Zeitung vom 26.10.1933 (Textauszug)

In den ersten Monaten des neuen Staates setzte eine starke zurückdrängende Welle gegen die Frauenberufsarbeit ein. Deshalb glaubten viele, daß die Frauen allmählich in immer größerer Zahl „zurück ins Haus“ verwiesen werden sollten. Heute kann man sich auf eine amtliche Anordnung berufen, wenn man behauptet, daß die weibliche Erwerbstätigkeit nicht ausgeschaltet, wohl aber in bestimmter Weise reguliert werden soll. […]

Wir stellen nun die Frage, ob die jüdische Gemeinschaft verpflichtet ist, ihrerseits darauf hinzuwirken, daß sich eine Regulierung der jüdischen Frauenarbeit im Sinne der ministeriellen Erklärung vollzieht? Diese Frage ist zu bejahen. Der Rhythmus des deutschen Arbeitslebens ist der Rhythmus, in dem die deutschen Juden leben müssen. Außerdem muß innerhalb der deutsch-jüdischen Gruppe das Gemeinschaftswohl weitgehend berücksichtigt werden. Auch diese Forderung führt, wie wir stehen werden, zu einer Steuerung der weiblichen Erwerbstätigkeit von verantwortlichen Stellen aus.

————-

Kladderadatsch, Nr. 43 Titelseite vom 22.10.1933

Kladd 22.10.1933

Quelle: AKiP

 

————-

 

Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 500

———

Die NSDAP reicht ihren Wahlvorschlag für die Reichstagswahl am 12. November ein. Er umfaßt 685 Namen. Auf Platz eins rangiert Reichskanzler Adolf Hitler. Unter den ersten zehn, die in allen Wahlkreisen auf den Stimmzetteln erscheinen, sind auch Vizekanzler Franz von Papen und Alfred Hugenberg (beide parteilos; Rang 9 und 10).

——–

In Genf geht die am 4. Oktober eröffnete 77. Tagung des Völkerbundrates zu Ende. Er beruft den New Yorker Historiker James Grover MacDonald zum Hohen Kommissar für deutsche Flüchtlinge. Der Ire Sean Lester wird für die Dauer von drei Jahren zum Hohen Kommissar in der Freien Stadt Danzig ernannt.

——–

Dokumente

Antisemitsche Verordnung zum 26.10.1933

Walk, Sonderrecht, 57

——–

Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

KPB-Logo_RGB

logo Stabi_jpg

Berliner Morgenpost

logo_axel_springer_infopool

ub-web-logo-klein-1

Stiftung_Presse-Haus NEU 2011_klein

Erhard Höpfner Stiftung

EHS_Logo

Stiftung Klassenlotterie Berlin