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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 18.11.1933

BMP_18.11.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Die Rechtsverhältnisse der Geistlichen, BMP Seite 3

+BMP_18.11.1933, S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Die Rechtsverhältnisse der Geistlichen, BMP Seite 3 (Transkript)

Während der letzten Monate haben eine Reihe von Landeskirchen für den begrenzten Bereich ihres Kirchengebietes Gesetze über die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Kirchenbeamten erlassen, die in der Oeffentlichkeit vielfach zu starker Beunruhigung Anlaß gegeben haben. Diese Gesetze sind sehr verschiedenartig nicht nur hinsichtlich der Festsetzung der Altersgrenze und der Bedingungen für die Versetzung der Geistlichen, sie sind auch in der Fassung des sogenannten „Arier-Paragraphen“, der zu starken Meinungsverschiedenheiten Anlaß gegeben hat, durchaus nicht einheitlich.

Es ergab sich deshalb die Notwendigkeit, auch auf dem Gebiet der rechtlichen Ordnung des Kirchenbeamtentums von einheitlichen Rechtsnormen auszugehen. Dem trägt ein neues Kirchengesetz Rechnung, das vom Geistlichen Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche am 16. dieses Monats einstimmig beschlossen worden ist. Danach wird bis zum Erlaß eines Reichskirchengesetzes die Durchführung der von den einzelnen Landeskirchen erlassenen Gesetze ausgesetzt. Die Rechtsgültigkeit der bisher schon getroffenen Maßnahmen wird dadurch nicht berührt. Dagegen gelten alle schwebenden Verfahren durch das neue Gesetz als erledigt.

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Die höhere Schule im neuen Staat, BMP Seite 6

+BMP_18.11.1933, S.6

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Auch der Philologenverband bekundete öffentlich, wie wenig er sich nach der „nationalen Revolution“ habe umstellen müssen, so dass ihm die vom Staat geforderte „völkische“ Ausrichtung aller Fächer nicht schwerfalle.

 

Die höhere Schule im neuen Staat, BMP Seite 6 (Transkript)

Zu einer großen Kundgebung hatte der Groß-Berliner Philologenverband seine Mitglieder zu Kroll geladen. Der Führer des Verbandes, kommissarischer Oberstudiendirektor Dr. Vanselow, sprach über „Die höhere Schule im neuen Staat“.

Die Aufgabe der höheren Schule, die auf jeden Fall erhalten bleiben müsse, sei – so führte er aus – die vertiefte und bewußte Einführung ins völkische Leben; diesem Ziel hätten alle Fächer sich anzupassen. Die Dreiheit: Wissenschaft, Kunst und Religion müsse gepflegt werden; Führer müßten herangebildet werden, die verantwortungsbewußt an ihre Aufgabe gingen. Die Schule müsse durchdrungen werden von dem neuen Geiste. Dies sei die Aufgabe der nächsten Wochen und Monate.

Der kommissarische Magistrats-Oberschulrat Bohm, Führer des Deutschen Philologenverbandes, behandelte das Thema „Die Eingliederung der Philologenschaft in die Deutsche Erziehungsgemeinschaft“. Die Philologenschaft – so betonte er – sei schon immer für die Einheit gewesen. Sie hätte daher nach der nationalen Revolution nur unwesentliche Aenderungen vorzunehmen brauchen: klare Zielsetzung im Hinblick auf das Dritte Reich und die Umstellung auf das Führerprinzip. Im übrigen ständen die Philologinnen und die Oberschullehrer kurz vor der Eingliederung in den Philologenverband.

Ministerialrat Dr. Löpelmann, der, wie er bemerkte, lediglich als Nationalsozialist und direkt als Beamter sprach, erklärte, man werde alles tun, um die Autorität des Lehrkörpers zu wahren. Führer der Jugend sein, heiße, vorausschauend für die Zukunft zu arbeiten, nicht nur mit Griechen und Römern Umgang zu pflegen. – Die anwesenden Philologen begrüßten die Ausführungen der Redner durch starken Beifall.

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Hans-Jochen hilft im Luftschutz, BMP Seite 7                

+BMP_18.11.1933, S.7

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

„Hans-Jochen hilft im Luftschutz“, BMP Seite 7 (Textauszug)

Zum ersten Male ist der Versuch, und von vornherein sei es gesagt, der durchaus geglückte Versuch gemacht worden, die Probleme des Luftschutzes in den Schulen durch eine Schüler-Aufführung darzustellen. Da die Eltern das große Publikum bildeten, so wurden diese neuen Gedanken auch in Kreise getragen, die noch nicht so sehr mit ihnen vertraut sind.

[…] Dann führte aber der Lehrer Richard Mohnke mit seinem Stück „Hans-Jochen hilft im Luftschutz“, das eine über solche Gelegenheitsdichtung hinausgehende Begabung verrät, in die Welt seiner Schüler ein. Auf theoretischen Luftschutz-Unterricht folgte die Praxis, die lehrte, wie erzieherisch der Luftschutz auf die Kinder wirkt, auf den Ordnungssinn und auf die Hilfsbereitschaft.

Die Reviergruppe 88 des Reichs-Luftschutz-Bundes hatte unter Leitung von Führer Mildebrath den kleinen „Künstlern“ und den Lehrern beim Anfertigen und Aufstellen der Kulissen geholfen. Lampenfieber gab es nicht: man spielte so herzerfrischend und natürlich, besonders der Anführer der „Kompagnie“, daß alle Beteiligten restlos glücklich waren, und daß der Luftschutz von diesem Abend an viele neue Anhänger haben wird.

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 Pressestimmen

Der Vernichtungskampf gegen die Berufsverbrecher. Erfolge der Berliner Kriminalpolizei – Nachtwächter als Einbrecher -Führer, Vosssiche  Zeitung vom 18.11.1933

+VZ 18.11.1933
Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung zu Preußischer Kulturbesitz

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Der 12. November im Spiegel der Auslandspresse, Blick in die Zeit vom 18.11.1933

+BidZ 18.11.1933 +BidZ 18.11.1933

Quelle: AKiP

 

Feindselige Haltung Österreichs (Transkript)

Die Politische Korrespondenz schreibt: Die sogenannte Reichstagswahl in Deutschland bringt das erwartete und niemandem überraschend kommende Resultat. Nach privaten Informationen aus Deutschland steht fest, daß im Falle wirklich freier und geheimer Wahlen die Wahlliste Hitler auch nicht annähernd 50 Prozent der wahlberechtigten Stimmen auf sich vereinigt hätte. Die Arbeiterschaft ist trotz des Zwanges heute bereits ganz offenkundig im überwiegenden Teil gegen das Regime, das ihnen nicht nur Lohnherabsetzungen, sondern auch eine Reihe schwerer und unangenehmer Parteisteuern für die Organisation, für Hilfsaktionen usw. gebracht hat. Die Bauernschaft ist vor allem in den süddeutschen Bezirken, aber auch in den Ostgebieten ausgesprochen antihitlerisch eingestellt. Dazu kommt übrigens noch, daß vor allem die wahrhaft katholischen Kreise, aber ansonsten überhaupt weite Schichten der Intelligenz nach wie vor innerlich das Regime ablehnen.

(Neue Freie Presse, 13. 11. 33)

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Volles Verständnis in Italien (Transkript)

Wenn schon die Zahl der Stimmen für die nationalsozialistische Reichstagsliste ganz enorm erscheint, so ist die Zustimmung noch bedeutender, die das deutsche Volk gegenüber der Politik des Kanzlers auf der Abrüstungskonferenz gibt. Man kann an Hand der Zahl von einer einstimmigen Zustimmung des deutschen Volkes gegenüber der Stellungnahme seines Kanzlers sprechen. Der deutsche Patriotismus, entfacht von der neuen nationalen Bewegung, vergrößert von den letzten Ereignissen und geleitet von einer klugen Propaganda hat den plastischen Beweis der nationalen Solidarität erbracht, der die Worte und die Taten der Berliner Regierung verstärkt.

(Giornale d’Italia, 13. 11. 33)

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Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 45 Titelseite vom 12.11.1933

BIZ 12.11.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 571

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Overesch, Reich

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Das Wiener Landesgericht verurteilt den Nationalsozialisten Rudolf Dertil, der am 3. Oktober ein Attentat auf Bundeskanzler Engelbert Dollfuß verübt hatte, zu fünf Jahren schweren Kerkers mit Fasttagen und zusätzlich Dunkelarrest an jedem 3. Oktober.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

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