Skip navigation

Logo_Vision-vom-Untergang_BIZ_72dpi-

„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

—————————————————————————————————————————————————————————————————————-

Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 28.12.1933

BMP_28.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

————-

„Deutscher Rechtsstand proklamiert“ und „General von Hammerstein tritt zurück“, BMP Seite 2

+BMP_28.12.1933, S.2

 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Deutscher Rechtsstand proklamiert, BMP Seite 2 (Textauszug)

Dr. Frank proklamierte, gestützt auf die vom Führer Adolf Hitler am 30. Mai 1933 schriftlich erteilte Vollmacht, den nunmehr einheitlich organisierten, gleichberechtigt neben die anderen Stände des deutschen Volkes tretenden und als solchen reichs- wie parteiamtlich anerkannten Deutschen Rechtsstand.

Er umfaßt alle Arbeiter am Recht, deren charakteristische Funktionen in der Betreuung und Durchsetzung des Rechts in allen Lebensbereichen des deutschen Volkes liegen.

 

Der Deutsche Anwaltverein, die größte bisher in Deutschland bestehende Juristenorganisation mit 15 000 Mitgliedern, ist in Hamburg in einer Vollversammlung der Mitglieder nach entsprechender Satzesänderung aufgelöst worden. Die Mitglieder wurden einzeln in den Nationalsozialistischen Juristenbund aufgenommen und in die Reichsgruppe Rechtsanwälte eingegliedert.

————–

General von Hammerstein tritt zurück, BMP Seite 2

Der Chef der Heeresleitung General der Infanterie, Freiherr von Hammerstein-Equord hat sich in vollem Envernehmen mit der Reichsregierung entschlossen, zum 1. Februar 1934 seinen Abschied zu erbitten. Der Reichspräsident hat das Abschiedsgesuch genehmigt und den General Freiherrn zu Hammerstein mit dem Tage seines Ausscheidens zum Generaloberst befördert. […]
Seit dem 18. Oktober 1930 ist General von Hammerstein […] Chef der Heeresleitung.

[…]

Besondere Verdienste hat er sich an dem Aufbau der Wehrmacht erworben.

————-

Du sollst nicht stehlen!, BMP Seite 5

+BMP_28.12.1933, S.5

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Der Berliner Morgenpost-„Schriftleiter“ bemühte in seinem Bericht das 7. Gebot des christlichen Dekalogs, um auf Schlagerkomponisten zu verweisen, die sich bei den „Klassikern“ schamlos bedient hätten. Der Text wurde im Sinn der NS-Presseanweisung verfasst, dass an Stelle der „Kritik“ eine „aufbauende Betrachtung“ zu stehen habe.

 

Du sollst nicht stehlen!, BMP Seite 5 (Textauszug)

Der Berliner Rundfunk hat uns am zweiten Feiertag eine Sendung übermittelt, für die wir ihm wirklich sehr dankbar sind. Er hat uns über ein paar gute alte Bekanntschaften aufgeklärt, über deren Ursprung wir uns nicht mehr so recht im klaren waren, obwohl wir fast täglich von ihnen hörten. Aber ja, wir haben es immer zu merken geglaubt, daß uns alle die funkelnagelneuen Schlager, die uns teils die funkelnagelneuen Tonfilme und Operetten, teils die Tanzkapellen vermitteln, gar nicht so funkelnagelneu vorkamen.

[…] Es war lustig, zu hören, woher die schönen, sinnigen Weltschlager „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände – – -“, „Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie-Luise …“, „Mit dir, Erika, möcht ich mal wandern …“, „Ich küsse Ihre Hand, Madame …“ und viele Dutzende mehr, stammen. Die „Komponisten“, die jetzt dafür verantwortlich zeichnen, behaupten natürlich im Brustton der Ueberzeugung: Von uns! Aber nein! Ton für Ton, Takt für Takt, ist das alles schon einmal dagewesen, und Leute, die auch ein bisschen Musik zu machen verstanden, wie Franz Schubert, Donizetti, Richard Wagner, Künnecke, Richard Strauß usw. haben die Schlager der letzten Monate merkwürdigerweise schon vorempfunden.

———–

Pressestimmen

Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ), 33/33, Titelseite Nr.51 vom 28.12.19 – „Das Urteil der Welt!“

AIZ_33-33_Nr.51_28.12.1933_Urteil der Welt.aus:

—————

Brennessel vom 27.11.1933 – Bei der II. Internationale in Paris

Brennessel 27.12.1933_Vorwärts
Quelle: AKiP

——————–

Brennessel vom 27.11.1933 – Pariser Strategie

Brennessel 27.12.1933

Quelle: AKIP

———–

Weitere Tagesmeldungen

Studt, Reich, 31————

Auf einer Vollversammlung in Hamburg wird der 15 000 Mitglieder zählende Deutsche Anwalt-Verein aufgelöst. Mit Ausnahme der rund 3000 jüdischen Juristen sind die Mitglieder in den Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen übernommen worden.

————

Reichsinnenminister Frick begrenzt die Zahl derjenigen Abiturienten, die zu Ostern 1934 die Hochschulreife erreichen können, auf 15.000; davon werden Preußen 8984 zugesprochen, Bayern 1670, Sachsen 1339, Württemberg 612 und neben anderen Schaumburg-Lippe 12.

Verboten wird Alfred Döblins ›Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord‹.

—————-

Tagebuch vom 28.12.1933

Jochen Klepper (1902 – 1941), Theologe und Schriftsteller

Klepper, Tagebuch, 136

aus: Klepper, Tagebuch, 136

——–

Dokumente

Antisemitisches Dokument vom 28.12.1933

Walk, Sonderrecht, 65

————–

Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

Links

Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

Kooperationspartner

Prof. Dr. Bernd Sösemann

KPB-Logo_RGB

logo Stabi_jpg

Berliner Morgenpost

logo_axel_springer_infopool

ub-web-logo-klein-1

Stiftung_Presse-Haus NEU 2011_klein

Erhard Höpfner Stiftung

EHS_Logo

Stiftung Klassenlotterie Berlin

.: