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PRESSEMITTEILUNG

 

Bedeutende Sammlung zur Geschichte der Fotoreportage vor Abwanderung bewahrt

Land Berlin kauft „Kiosk-Sammlung“ von Robert Lebeck

Deutsches Pressemuseum zeigt Ausstellung zu „Kiosk“ im Ullsteinhaus

Vernissage am 02.11.2016

 

Berlin, den 10.10.2016

 

Die „Kiosk“-Sammlung von Robert Lebeck bleibt in Berlin!

Das Deutsche Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V. (DPMU) hat 2016 die Sammlung zur Geschichte der Fotoreportage zu Gunsten des Landes Berlin mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin angekauft.

„Kiosk“ ist die Dokumentation der Geschichte der Fotoreportage und beschreibt in bislang einzigartiger Weise, wie das Medium Foto in das Medium Zeitung eingebunden worden ist. Die Sammlung von Robert Lebeck (1929-2014) umfasst über 30.000 Exponate, darunter Erstausgaben und Unikate von Zeitschriften, Zeitungen und Magazinen von 1839 bis 1973 – vom ersten Druck eines Fotos in einer Zeitung bis zur letzten Ausgabe des legendären „Life“- Magazine.

Für den Historiker und Gutachter Prof. Dr. Patrick Rößler (Uni Erfurt) steht die Sammlung deshalb im Rang eines Nationalen Kulturguts. Robert Lebeck erhielt 2002 dafür den renommierten Infinity Award des International Center of Photography (ICP) in New York.

„Die Berliner Kulturlandschaft ist um eine Attraktion reicher. Wir freuen uns sehr, dass diese bedeutende Sammlung nun dauerhaft in Berlin bleiben kann. Mein Dank gilt dem Deutschen Pressemuseum im Ullsteinhaus, das an diesem Ergebnis großen Anteil hat“, so Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD).

Das DPMU, das die Nutzungsrechte für 30 Jahre besitzt, wird die Sammlung digitalisieren, wissenschaftlich erschließen und in Ausstellungen zeigen. Dazu soll eine eigene DPMU-Forschungsstelle im Ullsteinhaus aufgebaut und ein Bildungsprogramm zur Sammlung entwickelt werden. Bis zum Beginn der Digitalisierung im Ullsteinhaus durch die Fraunhofer IPK als Kooperationspartner, wandert „Kiosk“ ab November 2016 vorübergehend in das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv (BBWA).

„’Kiosk’ ist ein echter Schatz und ein Fundament, auf dem wir nun das Projekt Deutsches Pressemuseum aufbauen und weiterentwickeln können. Wir danken der Lotto-Stiftung Berlin für diese Unterstützung“, so Holger Wettingfeld, Initiator und Vorsitzender des DPMU.

Der Journalist und Kulturmanager und Gisela Kayser, Geschäftsführerin des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus e.V., konnten die von der Abwanderung nach Toronto bedrohte Sammlung seit 2011 erfolgreich in Berlin halten.

Der Journalist und Kulturmanager konnte gemeinsam mit Gisela Kayser, Geschäftsführerin des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus e.V., die von der Abwanderung nach Toronto bedrohte Sammlung seit 2011 erfolgreich in Berlin halten.

Gisela Kayser ist auch Kuratorin der Ausstellung „KIOSK. Die Sammlung Robert Lebeck. Eine Geschichte der Fotoreportage von 1839-1973“, die ab dem 03.11. 2016 im Ullsteinhaus zu sehen sein wird. Robert Lebeck, zu Lebzeiten der Doyen der deutschen Pressefotografie und bekannt durch seine Stern-Reportagen, war auch bedeutender Sammler von presse- und fotohistorischen Exponaten. Der in Tempelhof aufgewachsene Fotograf zählt zu den Gründungsmitgliedern des DPMU. „Es war der Wunsch Robert Lebecks, ‚Kiosk’ im Ullsteinhaus der Öffentlichkeit zu zeigen.

Das lösen wir nun ein“, verspricht Holger Wettingfeld.

 

 Ausstellung

„KIOSK. Einblicke in die Sammlung Robert Lebeck. Eine Geschichte der Fotoreportage von 1839-1973“ Kuratiert von Gisela Kayser und Katharina Mouratidi.

Vom 03.11.2016 bis 30.12.2016. Di-So von 10-18 Uhr. Eintritt 7,- und 3,50 Euro.

Im Ullsteinhaus, Mariendorfer Damm 1-3, 12099 Berlin. U-Bhf. Ullsteinstraße (U6); Bus 170 (U Ullsteinstraße)

 

Ansprechpartner:

Holger Wettingfeld

Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

Ullsteinhaus

Mariendorfer Damm 1-3

12099 Berlin

Telefon: 030-70550117

Mobil:    0170-7054679

holger.wettingfeld@dpmu.de

http://pressechronik1933.dpmu.de/aktuelles/

 

 

 

 

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„Europa in den Medien – Medien in Europa“

präsentiert von

Friedrich Ebert-Stiftung und Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

„Alles durch die nationale Brille? – Zur europäischen Öffentlichkeit“

 

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Gesprächsreihe am 15. September 2015, 19.00 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2,
Hiroshimastraße 28, Berlin

In der dritten Veranstaltung widmet sich die Gesprächsreihe „Europa in den Medien – Medien in Europa“ der Europäischen Öffentlichkeit und unter welchen Bedingungen diese hergestellt werden kann.

Wie sehr prägen nationale Sichtweisen den Blick auf die anderen Staaten in Europa? Und wie sehr behindert das den Einigungsprozess? Beschleunigen oder bremsen die Medien europäisches Fühlen und Denken? Ist ein europäischer Multikanal, wie ihn Bundespräsident Joachim Gauck ins Gespräch gebracht hat, mehr als schöne Illusion? Wissen wir so wenig von unseren Nachbarn, weil die Medien nicht berichten, oder berichten die Medien nicht, weil es uns nicht interessiert? Gibt es Momente von europäischem Wir-Gefühl?

Programm

18:30 Uhr Einlass (Eintritt frei)
19:00 Uhr Begrüßung
Gisela Kayser
Vorsitzende des Fördervereins des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V. und Geschäftsführerin und Künstlerische Leiterin  Freundeskreis Willy Brandt-Haus e.V.Auf dem Podium
Dr. Ulrike Guérot
Direktorin European Democracy Lab, BerlinRolf-Dieter Krause
Leiter des ARD-Studios BrüsselDr. Jens Lucht
Sozial- und Medienwissenschaftler, Universität ZürichDr. Maria Topali
Schriftstellerin und Mitarbeiterin am nationalen Zentrum für Sozialforschung, AthenModeration
Kay Walter
Freier Fernsehjournalist

Medienpartner und Unterstützer:

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 Veranstaltungsort:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2
Hiroshimastr. 28
10785 Berlin

Buslinie M29, 100 187 bis Lützowplatz
Buslinie 2 bis Haltestelle Tiergarten.

Inhaltliche Fragen an:

Norbert Bicher
norbert.bicher@fes.de

Holger Wettingfeld
holger.wettingfeld@dpmu.de

Organisation und Anmeldung:

Indira Kroemer
Friedrich-Ebert-Stiftung, Medienpolitik
Tel: 0228 883-7112

Ihre Anmeldung per mail an: indira.kroemer@fes.de

Anmeldungen bitte bis zum 10.09.2015

Eine Kooperation der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. und des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte vor der Veranstaltung an uns.
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„Europa in den Medien – Medien in Europa“

präsentiert von

Friedrich Ebert-Stiftung und Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

„Der Wert des Journalismus“

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Gesprächsreihe am 19. Mai 2015, 19.00 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2,
Hiroshimastraße 28, Berlin

Das Hohe Lied auf den Wert des Journalismus hat Hochkonjunktur. Unverzichtbar für die Demokratie, Antrieb für die Entwicklung freier Gesellschaften.

Aber was ist uns Journalismus wirklich wert? Wie soll er finanziert werden? Wie muss er aussehen in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung? Welche Werte müssen ihn tragen?

Eine Debatte zur Zukunft eines kompetenten und verantwortungsvollen Journalismus.

Programm

18:30 Uhr Einlass (Eintritt frei)
19:00 Uhr Begrüßung
Albrecht von Lucke (Blätter für deutsche und internationale Politik)
Vorstand Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.Auf dem Podium
Flaminia Bussotti
Freie Journalistin und langjährige Korrespondentin der ANSA
Stefan Niggemeier

Journalist und Blogger
Dr. Claudia Nothelle

Programmdirektorin des RBB
Dr. Res Strehle

Chefredakteur des Zürcher Tages-Anzeiger (Mitglied von LENA)Moderation
Kay Walter
Freier Fernsehjournalist

Medienpartner und Unterstützer:

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Programm und Einladung als Download
Programm Wert des Journalismus_190515

Veranstaltungsort:

Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 2
Hiroshimastr. 28
10785 Berlin

Buslinie M29, 100 187 bis Lützowplatz
Buslinie 2 bis Haltestelle Tiergarten.

Inhaltliche Fragen an:

Norbert Bicher
norbert.bicher@fes.de

Holger Wettingfeld
holger.wettingfeld@dpmu.de

Organisation und Anmeldung:

Indira Kroemer
Friedrich-Ebert-Stiftung, Medienpolitik
Tel: 0228 883-7112

Ihre Anmeldung per mail an: indira.kroemer@fes.de

Anmeldungen bitte bis zum 15.05.2015

Eine Kooperation der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. und des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte vor der Veranstaltung an uns.

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„Alles online? Zur Digitalisierung von Politik und Publizistik“

Ringvorlesung am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin im Sommersemester 2015 vom 20.04. bis 13.07. 2015, 18:00 Uhr c.t.

Veranstalter: OSI-Club (Alumni-Vereinigung Otto-Suhr-Institut)
Kooperationspartner: Landeszentrale für politische Bildung, Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.; Deutscher Journalisten Verband Berlin-Brandenburg (DJV).
Medienpartner: Politik & Kommunikation

Weitere Infos unter: http://www.osi-club.de/politik_kommunikation/ringvorlesung_2015/

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125 Jahre Kurt Tucholsky

Am 9.1.2015 wird Kurt Tucholsky 125 Jahre „jung“. Der 1890 in Berlin geborene Publizist zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Journalisten der Weimarer Republik. Schreibend wollte er u.a. als Herausgeber der „Weltbühne“ die Katastrophe des Faschismus aufhalten. Seine Schriften und Bücher fielen am 10.5. 1933 der Bücherverbrennung zum Opfer. Am 21.12.1935 beging Kurt Tucholsky in seinem schwedischen Exil, wo er ab 1930 wohnte, Selbstmord.

Wie aktuell seine journalistischen Texte sind, zeigt sein berühmter Artikel „Was darf die Satire?“ (Alles!), der am 27. Januar 1919 im „Berliner Tageblatt“ unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel erschien. Vor dem Hintergrund des Attentats von Paris vom 7.1.2015, wo 12 Journalisten und Zeichner der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ von Kritikern der Pressefreiheit ermordet wurden, veröffentlicht das DPMU den Artikel in einer Abschrift.

Als Chefredakteur der Satire-Zeitschrift  Ulk (Mosse-Verlag) machte sich Tuchosky unter seinem Pseudonym Theobald Tiger einen Namen als Satiriker.

Was darf die Satire?

Frau Vockerat: «Aber man muß doch seine Freude haben können an der Kunst.»
Johannes: «Man kann viel mehr haben an der Kunst als seine Freude.»
Gerhart Hauptmann

Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: „Nein!“ Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.

Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.

Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: er verwechselt das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. Ich hebe den Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war, und sage: „Seht!“ – In Deutschland nennt man dergleichen ‚Kraßheit‘. Aber Trunksucht ist ein böses Ding, sie schädigt das Volk, und nur schonungslose Wahrheit kann da helfen. Und so ist das damals mit dem Weberelend gewesen, und mit der Prostitution ist es noch heute so.

Der Einfluß Krähwinkels hat die deutsche Satire in ihren so dürftigen Grenzen gehalten. Große Themen scheiden nahezu völlig aus. Der einzige ‚Simplicissimus‘ hat damals, als er noch die große, rote Bulldogge rechtens im Wappen führte, an all die deutschen Heiligtümer zu rühren gewagt: an den prügelnden Unteroffizier, an den stockfleckigen Bürokraten, an den Rohrstockpauker und an das Straßenmädchen, an den fettherzigen Unternehmer und an den näselnden Offizier. Nun kann man gewiß über all diese Themen denken wie man mag, und es ist jedem unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und einen anderen für übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen Mannes, die Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht werden.

Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.

Nicht einmal dem Landesfeind gegenüber hat sich die deutsche Satire herausgetraut. Wir sollten gewiß nicht den scheußlichen unter den französischen Kriegskarikaturen nacheifern, aber welche Kraft lag in denen, welch elementare Wut, welcher Wurf und welche Wirkung! Freilich: sie scheuten vor gar nichts zurück. Daneben hingen unserbescheidenen Rechentafeln über U-Boot-Zahlen, taten niemandem etwas zuleide und wurden von keinem Menschen gelesen.

Wir sollten nicht so kleinlich sein. Wir alle – Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und Beamte und Frauen und Volksbeauftragte – wir alle haben Fehler und komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nun nicht immer gleich aufbegehren (‚Schlächtermeister, wahret eure heiligsten Güter!‘), wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt. Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel nähmen.

So aber schwillt ständischer Dünkel zum Größenwahn an. Der deutsche Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und Lokaleinrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht graziös, aber auf die Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist blutreinigend: und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.

Was darf die Satire?

Alles.

Ignaz Wrobel  

Berliner Tageblatt, Nr. 36, 27. Januar 1919

 

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Zum Tod von Robert Lebeck

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Wir trauern um Robert Lebeck!

Unser Gründungsmitglied, der große Fotograf Robert Lebeck, ist, am Samstag, den 14.6.2014, im Kreise seiner Familie im Alter von 85 Jahren gestorben!
Wir sprechen seiner Frau und seinen Kindern unsere tiefe Anteilnahme aus.

Robert Lebeck war Doyen der deutschen Foto-Reportage und Chronist der Bundesrepublik, er schuf Foto-Ikonen der Zeitgeschichte. Jahrzehnte lang prägte er mit seinen Fotos und Reportagen das Bild des „Stern“, er fotografierte u.a. für Zeitschriften wie «Kristall» „Geo“, „Life“ und «Paris Match». Ein «echter Lebeck» hatte etwas mehr, als gewöhnliche Fotografien, war intimer, lebendiger. Viele davon haben das schwarz-weiße Fotogedächtnis einer ganzen Generation geprägt.

Robert Lebeck erhielt 2007 als erster Fotograf den Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk. Als „charmanter Dieb des Augenblicks“ reiht er sich ein in die Liste die Großen der Fotografie. Seine Werkschau im Frühjahr 2009 im Martin-Gropius-Bau sahen über 60.000 Besucher. 2011 hat der ZEIT-Redakteur Hans-Bruno Kammertöns ihm für arte ein kleines filmisches Denkmal gesetzt.

Am 21.3.2014, anlässlich einer Ausstellungseröffnung zu seinem 85. Geburtstag, war sein letzter öffentlicher Auftritt.

Mit Robert Lebeck verlieren wir nicht nur einen großartigen Fotografen und bedeutenden Sammler pressehistorisch relevanter Exponate, wir verlieren mit „Smiling Bob“ auch einen wunderbaren Freund und ein wichtiges Gründungsmitglied des DPMU! Er hat unser Projekt eines Deutschen Pressemuseums maßgeblich unterstützt und gefördert.
Seine einmalige Kiosk-Sammlung wollte er, aufgewachsen in Tempelhof, gerne im Ullsteinhaus ausgestellt wissen.
Leider konnte ihm dieser Wunsch, trotz vielfacher Anstrengungen, zu seinen Lebzeiten nicht mehr erfüllt werden.
Es ist uns eine Verpflichtung, ihm diesen Wunsch posthum zu erfüllen.

Lieber Robert, wir werden Dich nicht vergessen!

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Veranstaltungen und Termine

50. Todestag von Karl Ullstein am 6.1.2014
50. Todestag von Rudolf Ullstein am 2.2.2014
50. Todestag von Kurt Szafranski am 1.3.2014
Archiv 2014

Rückschau: Podiumsdiskussion 10. April 2014 „Wandel der Presse in Europa“ 

Plakat "Wandel der Presse in Europa"PodiumPodium_2

Frage:Rüdiger Steinmetz15copia Begrüßung_Venturelli

Weitere Veranstaltungen

Start der Ringvorlesung im Sommersemester 2014 „Zeitenwende. Medien und Politik zwischen Mauerfall und Einheit 1989/90“ vom 28.4.2014 bis zum 14.7.2014 – immer Montags ab 18 Uhr, Otto-Suhr-Institut (FU Berlin) Hörsaal 1, Ihnestraße 21, 14195 Berlin, U-Bhf. Thielplatz (U1). Das Deutsche Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V. ist auch im SoSe 2014 wieder Kooperationspartner der Ringvorlesung des OSI-Clubs.

zum Programm

Veranstaltungen im Juni 2014

5.6.: Hermann Ullstein „Das Haus Ullstein“

Cover_ullstein_haus ullstein_72Lesung und Podiumsgespräch in Kooperation mit dem DPMU

Der Übersetzer, Theaterregisseur und Ullsteinenkel Geoffrey Layton
liest aus dem Werk seines Ur-Großonkels.
Im Anschluß: Geoffrey Layton im Gespräch mit Constanze Crüwel (FAZ).

Um 20 Uhr in der Buchhandlung Hacker und Presting, Leonhardtstraße 22 in 14057 Berlin. Eintritt 5 Euro

 

21. 6. Start der Führungen durch das Ullsteinhaus

Beginn 14 Uhr im Restaurant im Ullsteinhaus, Mariendorfer Damm 1-3, 12099 Berlin.

Programm:

Kurzvortrag zur (Presse-) Geschichte des Ullsteinhauses mit anschließendem
Zeitzeugengespräch mit Bernd-Ingo Drostel (letzter Betriebsratsvorsitzender des Druckhaus Tempelhof bis 1985 und Co-Autor von „Die Eule läßt Federn“ Trafo Verlag 1996).
Führung durch das Ullsteinhaus (ca. 90 Minuten): u.a. Uhrenturm, Turmuhr, Ullsteinzimmer, Maschinenraum, Schaltraum, Treppenhäuser.
Projektpartner: Landeszentrale für politische Bildung Berlin.
Bitte beachten: Aus Sicherheitsgründen können pro Führung nur 20 Personen teilnehmen.

Teilnahmegebühr pro Person: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro (Schüler und Studenten).

Anmeldung per mail: ullsteinhaus@dpmu.de oder telefonisch 030/ 74001240.

Weitere Infos folgen.

 

Im Rahmen der Ringvorlesung Zeitenwende im Juni:

2.6.: Frank Mangelsdorf (Chefredakteur „Märkische Oderzeitung“ (MOZ) in Frankfurt/Oder, früher Redakteur bei „Der Morgen“): Das Ende der Bevormundung. Die Presse der Blockparteien 1989/90

16.6.: Dr. Hans-Hermann Hertle (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam): „Die wahren Helden des 9. November 1989.“ Die Rolle der Medien beim Fall der Berliner Mauer

23.6.: Dr. Jürgen Kuttner (Radiomoderator, Buchautor und Schauspieler, früher Mitgründer der Ostausgabe der „Tageszeitung“): Alternativen im Vakuum? Wie Bürger Medien selbermachten

30.6.: Konrad Weiß (Publizist und Politiker, früher Mitglied der Volkskammer und des Deutschen Bundestages): Aufbruch zur Medienfreiheit. Die Bürgerbewegung in der frei gewählten Volkskammer 1990.

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27.5. „Zur Sache“ am 27.5. 2014 im Ullsteinhaus:

Beginn der neuen Reihe „Weimarer (Presse-)Klassiker“

Zum Auftakt präsentiert das DPMU die Autobiografie „Ich war begeistert“ des Journalisten und Publizisten Stefan Großmann (1875-1935).

grossmann-ausschnittDas 1930 erschienene Werk wurde 2012 von dem Verleger Alexander Kluy bei der Edition Atelier (Wien) neu herausgegeben.

Großmann zählte zu den einflussreichsten und bestvernetzten Journalisten und Publizisten seiner Zeit, war zudem Theaterimpresario, Dramaturg, Autor und Feuilletonkorrespondent für die Vossische Zeitung. In seiner Autobiografie schildert der gebürtige Wiener wortmächtig und pointiert das kulturelle und geistige Leben in den Kulturmetropolen Wien und Berlin vor und nach 1914.

Gemeinsam mit Ernst Rowohlt gründete er einer der wichtigsten deutschsprachigen Zeitschriften des 20. Jahrhunderts, Das Tage-Buch. Aus seiner Feder stammte 1925 die erste, Aufsehen erregende und prophetische Rezension von Hitlers Mein Kampf. 1933 fielen auch seine Schriften der Bücherverbrennung zum Opfer, darunter auch die politisch visionäre Autobiografie.

Der Literaturkritiker Dr. Jörg Plath wird Alexander Kluy zu Leben und Werk von Stefan Großmann befragen.

Sprecher ist der Schauspieler Christian Senger.

Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr. Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro (u.a. DPMU-Mitglieder). Anmeldung unter zursache@dpmu.de

Restaurant im Ullsteinhaus, Mariendorfer Damm 1-3, 12099 Berlin, U-Bhf. Ullsteinstraße (U6), Bus 170.

Wir bedanken uns bei dem Österreichischen Kulturforum für die Unterstützung!

Kooperationspartner: Edition Atelier und die Büchergilde Gutenberg am Wittenbergplatz

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