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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 2.1.1934

Neujahrsempfänge bei Hindenburg. Reichskanzler Hitler überbringt die Glückwünsche von Regierung und Volk. Der Nuntius spricht für das Diplomatische Korps – Die große Auffahrt in der Wilhelmstraße, BMP Titel und Seite 2

BMP 2.1.1934_TitelQuelle: AKiP

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Fortsetzung Neujahrsempfänge bei Hindenburg. Reichskanzler Hitler überbringt die Glückwünsche von Regierung und Volk, BMP 2.1.1934, Seite 2

+BMP 2.1.1934_bQuelle: AKiP

 

Neujahrsempfänge bei Hindenburg. Reichskanzler Hitler überbringt die Glückwünsche von Regierung und Volk. Der Nuntius spricht für das Diplomatische Korps – Die große Auffahrt in der Wilhelmstraße, BMP Titelseite und Seite 2 (Transkript)

„ […] Das deutsche Volk aber ist glücklich geworden im Erleben dieser so lange entbehrten Einheit, die, ausgehend von Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, bis zur deutschen Jugend alle umschließt.

Die Kraft, die aus dieser Gemeinschaft strömt, hat es uns ermöglicht, in einer Zeit schwerer wirtschaftlicher und politischer Krisen das Reich in seinem Gefüge zu festigen, die Autorität der Regierung und die Achtung vor den Gesetzen zu erhöhen, dem religiösen, moralischen und kulturellen Verfall unseres Volkes Einhalt zu gebieten, den wirtschaftlichen Zusammenbruch aber nicht nur aufzuhalten, sondern auf vielen Gebieten sogar eine kraftvolle Wendung zum Besseren herbeizuführen. Getragen und gestärkt von dem Vertrauen und der Zustimmung, die Sie, Herr Reichspräsident, mir und der Regierung schenkten, konnten wir in Wahrung der Ehre und Gleichberechtigung des deutschen Volkes eine Politik verfolgen, deren letztes Ziel immer nur die Herstellung eines wirklichen und aufrichtigen Frieden war und für alle Zukunft sein wird. Wir empfinden es dabei als eine besonders gnädige Fügung des Schicksals, in Ihnen, Herr Reichspräsident, als unserem obersten Schirmherr, für unser Wollen und Handeln einen Zeugen zu besitzen, der der ganzen Welt die Aufrichtigkeit unserer Absichten beweisen kann und muß.“

Im Anschluss daran sprach der Reichskanzler dem Reichspräsidenten im Namen der Regierung und des ganzen deutschen Volkes Dank und Glückwunsch aus.

Fortsetzung des Artikels

 

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Die Neugliederung des Reiches. Rundfunkrede des Propagandaministers Dr. Goebbels, Vossische Zeitung vom 2.1.1934

+VZ 2.1.1934

Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußíscher Kulturbesitz

 

Die Neugliederung des Reiches. Rundfunkrede des Propagandaministers Dr. Goebbels, VZ vom 2.1.1934 (Textauszug)

Reichsminister Dr. Goebbels hielt am Silvesterabend über alle deutschen Sender eine Ansprache, in der er zunächst die Wandlungen aufzeigt, die sich in Deutschland während des letzten Jahres vollzogen haben. Über die Etappen des 21. März, des 1. Mai, der unvergeßlichen Tage in Nürnberg, des 1. Oktober und des 12. November habe sich die wunderbare und in späteren Jahrzehnten gewiss fast als unwahrscheinlich geltende nationale Einigung vollzogen. Das Jahr 1933 werde in die Geschichte übergehen als das Jahr der aus 2000jährigen Leid erstandenden deutschen Nation. In diesem ersten nationalsozialistischen Winter sei kein einziges Glied des deutschen Volkes, und sei es noch so arm und bedürftig, im Stich gelassen worden. […]

Politisch ist für uns das kommende Jahr das schwere Problem einer neuen und organischen Gliederung des Reiches aufgegeben. Fußend auf dem festen Boden der Tradition wird hier eine Reform durchgeführt werden müssen, die der Vereinheitlichung des Volkes eine gleiche Vereinheitlichung des Reiches zur Seite stellt. Der Nationalsozialismus aber als Idee und Bewegung wird beide in seine feste Klammer nehmen, die unzerbrechbar sein soll für alle Zeit. Dann können wir mit Ruhe und Gelassenheit der weiteren Entwicklung der außenpolitischen Probleme entgegengehen. Volk und Nation stehen auf sicherem Grund. Keine Macht der Welt kann sie auseinanderteilen oder zerreißen.“

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Kladderadatsch vom 1.1.1934 – Wettlauf der Presse

Kladd 1.1.1934_Preise

Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 31.12.1933 – Das sagenumwobene Langrohr-Geschütz, das aus der deutschen Stellung im Wald von Crépy 128 Kilometer weit nach Paris hineinschoß. Zeichnung von Theo Matejko nach einem Zinnfiguren-Modell im Museum auf der Plassenburg.

BIZ 31.12.1933

 Quelle: AKiP

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Dr. Walther Schmitt: Nationalsozialismus und Presse, Völkischer Beobachter vom 24.1.1934 (Transkript)

Nach diesen Erkenntnissen des Nationalsozialismus über die Bedeutung der Presse ist es selbstverständlich, daß der nationalsozialistische Staat eine Regelung des gesamten deutschen Pressewesens als vordringlich erachtete, da er die Presse weiterhin als eine der gewaltigsten und bedeutsamsten Einwirkungsmöglichkeiten auf das Volk erkannte. Sie ist ein wichtiger Teil der vielfachen erzieherischen Einflüsse, denen der Mensch im Laufe seines Lebens unterliegt, und von denen zu einem großen Teil die Bildung seines Charakters abhängt.

Die vielfachen neuen Formen des Gemeinschaftslebens, die der nationalsozialistische Staat schafft, dienen der Erziehung des Einzelnen, der Formung der neuen Generation, der Zusammenschweißung zu einer engen Volkskameradschaft und zur Bildung des einheitlichen deutschen Volkes, das bisher in der Geschichte noch nicht existiert hat. Diese politische Erziehungsarbeit geschieht überall, wo Gemeinschaft sich bildet oder Gemeinschaft sich auswirkt — sei es in geistiger oder körperlicher Beziehung, und von hier aus erhält die Presse im nationalsozialistischen Staat ihre große Bedeutung als das tägliche geistige Bindemittel des gesamten Volkes. Sie steht damit auch in vorderster Linie im Kampf um die Gemeinschaftserziehung des deutschen Volkes und hat hier mit den großen nationalsozialistischen Kameradschaftsverbänden zusammen eine Aufgabe von geschichtlicher Bedeutung.

Die Presse nimmt aber nicht nur aktiv an dieser Gemeinschaftsbildung des deutschen Volkes teil, sondern auch, indem sie selbst erzogen wird, indem auch ihre Mitglieder in der ständigen lebendigen Gemeinschaft des Volkes mitleben sollen. Von hier aus bestimmt sich das Bild des nationalsozialistischen Schriftleiters, so wie ihn der neue Staat fordert: wir wollen als Typ des Schriftleiters nicht den journalistischen Bohemien, sondern an unserer Presse soll der wirken, der in ständiger gewollter und überzeugter Gemeinschaft mit dem Volke oder, konkret gesprochen, mit den Kameraden aus der S.A. lebt.

Wir wissen heute, daß jeder Mensch als Glied einer bestimmten Geschlechterreihe ein gewisses rassisches Erbgut besitzt, und daß letzten Endes seine Einstellung zum Leben und seine Bewährung im Leben von seinem rassischen Wert abhängt. Es ergibt sich hieraus, daß Menschen fremden Blutes und Angehörige einer fremden Rasse nichts in der deutschen Presse zu suchen haben, und zwar nicht, weil wir etwa behaupten, sie eigneten sich an sich nicht zum Journalisten, sondern weil die Art ihrer journalistischen Tätigkeit einen Fremdkörper in der deutschen Gedankenwelt darstellt. Doppelt klar wird diese Selbstverständlichkeit heute, wo die Presse in unserem Staat an dem werdenden Reich mitzuarbeiten und mitzuformen hat, wo sie also nicht feste, überlieferte Begriffe und feste Formen des staatlichen Lebens vorfindet, sondern selbst an ihrer Stelle die langsame Gestaltung eines artgerechten neuen deutschen Staates mitzubeeinflussen hat. Daß dies nur aus einem gemeinsamen Rasseninstinkt heraus in vollkommener Harmonie geschehen kann, ist offenbar, und die Voraussetzung der rassischen Veranlagung ist hier wichtiger als die Summe irgendwelchen toten Wissens.

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Der große Tag der Volksgemeinschaft, Berliner Morgenpost vom 30.1.1934

+BMP 30.1.1934_Tag der VolksgemeinschaftQuelle: AKiP

 

Der große Tag der Volksgemeinschaft, BMP 30.1.1934 (Textauszug)

Ohne daß die ohnehin schon schwer in Anspruch genommene Opferbereitschaft des deutschen Volkes bemüht werden müßte, wird das Winterhilfswerk aus Mitteln, die die Reichsregierung zur Verfügung stellt, für die von ihm betreuten Volksgenossen zusätzlich zu seinen sonstigen Leistungen 15 Millionen Lebensmittelgutscheine im Wert von je einer Mark und 6,5 Millionen Gutscheine über je einen Zentner Steinkohlen- oder Braunkohlen-Briketts verteilen. Das Hilfswerk hat – neben seiner praktischen Seite – vor allem das eine große Ziel, die Idee der der Volksgemeinschaft, einer wirklichen und wahren Verbundenheit aller, lebendig zum Ausdruck zu bringen. […] Noch nie hat eine Feier in dieser Form stattgefunden, noch nie hat ein Erinnerungstag in einem so gigantischen Hilfswerk seinen Ausdruck gefunden. Um aber der Freude über den Aufbau des neuen Reiches auch nach außen hin Ausdruck zu geben, wird die Bevölkerung aufgefordert, heute von morgens 7 Uhr bis 6 Uhr abends die Fahnen des Reiches zu hissen.

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850 Gesetze in einem Jahr, Berliner Morgenpost vom 30.1.1934

BMP 30.1.1934_Gesetze
Quelle: AKiP

 

850 Gesetze in einem Jahr, BMP 30.1.1934 (Transkript)

Die große Umwälzung, die sich im ersten Jahre der Amtszeit der Regierung Hitler auf allen Gebieten vollzogen hat, spiegelt sich vor allem in der Gesetzgebungsarbeit der Reichsregierung wieder. Rund 850 neue Gesetze und Verordnungen wurden in dieser Zeit im Reichsgesetzblatt veröffentlicht; daneben wurden ungezählte Verfügungen und Erlasse nur im „Reichsanzeiger“ aber in den Organen der verschiedenen Ministerien veröffentlicht.

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Weitere Tagesmeldungen zum 2.1.1934

In Berlin wird der Film ›Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie Luise‹ uraufgeführt. In dem Aafa-Film, dem eine Novelle von Peter Schreffers und Günther Schwenn zugrunde liegt, spielen unter der Regie von Willy Reiber Reva Holsey, Charles Kullmann, Jessie Vihrog, Rudolf Platte u.a. Die Musik schrieb Willhelm Meisel.

Verboten werden das ›Pariser Tageblatt‹, Theodor Herzl, ›Der Judenstaat‹, Wien (25. Jan. aufgehoben), Rudolf Schlichter, ›Tönerne Füße‹ (Rowohlt, Berlin), Alfred Schirokauer, ›Massalina‹ (Weichert, Berlin), und Bernard von Brentano, ›Der Beginn der Barberei in Deutschland‹, herausgegeben bei Rowohlt.

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Der deutsche Reichsjugendführer Baldur von Schirach (NSDAP) bezeichnet in einer über alle deutschen Sender verbreiteten „Neujahrsbotschaft an die deutsche Jugend“ das Jahr 1934 als „das Jahr der Schulung“. Das Ziel sei „die brutale Verwirklichung des Nationalsozialismus“.

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Dokumente

Überfütterung der Presse und des Rundfunks mit Ansprachen, Geleitworten, Kundgebungen, Gedenksprüchen, Glückwunschtelegrammen und Briefen (2.1.1934)

Beobachtungen der letzten Wochen veranlassen mich zu dem Hinweis, daß es unzweckmäßig ist, wenn zum gleichen noch so bedeutsamen aktuellen Anlaß allzuviele Ansprachen, Geleitworte, Kundgebungen, Gedenksprüche und andere Äußerungen, Glückwunschtelegramme und Briefe durch Presse und Rundfunk zur Verbreitung gelangen. Statt des erhofften Erfolges wird durch die Vielzahl solcher im Thema gleichartiger Veröffentlichungen nur eine Ermüdung des Hörers oder Lesers erreicht. Ich erwarte für die Zukunft, daß Parteigenossen, die solche mit ihrem Namen gekennzeichnete Veröffentlichungen für notwendig halten, mich davon in Kenntnis setzen.

Aus: Sösemann/Lange, Propaganda, Nr. 131.

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Als Plakat und auch als Stempel verwendet: „Es kommt der Tag“, Symol der Untergrundtätigkeit des „Sozialistischen Kampf-Bundes“ nach 1933

Sösemann, Eberhard

 aus: Sösemann, Eberhard

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Dresden nach der Bombadierung der Alliierten vom 13. bis 15. Februar 1945

AKiP_Dresden (Februar 1945)

Quelle: AKiP

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Karikatur – Das ist der Weg

AKiP_Karrikatur-Das ist der Weg...

Quelle: AKiP

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Verhaftung der Reichsregierung Dönitz am 23. Mai 1945

AKiP_Verhaftung Reichregierung Dönitz (Foto vom 23. Mai 1945)

Quelle: AKiP

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„Der Krieg ist aus!“ – Aachener Nachrichten vom 8.5.1945 

AKiP_8. Mai 1945

 Quelle: AKiP

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Zur historischen Orientierung

Zum Jahreswechsel 1933/34

1933/34 verkündeten die Zeitungen und Illustrierten, Plakate und der Hörfunk in unterschiedlicher Intensität die zentralen Botschaften des NS-Regimes: Das erste Jahr der „nationalen Revolution“ habe die von dem „Führer und Reichskanzler“ versprochene „Erneuerung des völkischen Lebens“ in allen Punkten gebracht. Innen- und außenpolitisch habe das Deutsche Reich an Ansehen gewonnen, weil es mit seiner konsequent verfolgten „Friedenspolitik“ im Inneren und auch im Ausland Vertrauen aufgebaut habe – selbst in Polen, Frankreich und im Vatikan, mit dem man sich bereits im Sommer in einem viel beachteten Konkordat habe verständigen können. Die NS-Regierung stehe anerkannt und allseits geachtet da; ihre Bedeutung in Europa und der Welt sei gewachsen. In internationalen Organisationen wie dem Völkerbund, in der Wirtschaft und Kultur sowie im Sport nehme Deutschland eine starke Position ein. Es sei nicht mehr das Objekt fremder Mächte, kapitalistischer Ausbeuter oder jüdischer Spekulanten.

 

Die ausländischen Kritiker

bewiesen nur ihre hohe Unkenntnis oder ideologische Voreingenommenheit, wenn sie das Reich als ein großes Gefängnis darstellten. Die angeblich gleichgeschaltete und scharf zensierte Presse sei vielmehr endlich unabhängig von individuellen Verleger- oder anonymen Konzerninteressen. Sie habe sich im Gegenteil qualitativ erheblich verbessert, sich in ihrer Berichterstattung auf ihre vornehme und eigentliche Aufgabe besonnen, dem Volke zu dienen, und habe nur ihre radikalen Vertreter, die Hetzblätter, eingebüßt. In leuchtenden Farben wurden die Volksnähe der Staats- und Parteiführung beschrieben, das Gemeinschaftsgefühl, die Arbeitsbeschaffungsprogramme, Justiz- und Wirtschaftsreformen sowie die Sammel- und Spendenfreudigkeit der Bevölkerung.

 

Der Leser von 1933

erfuhr selbstverständlich so gut nichts über die Machtkämpfe Hitlers gegen seine Koalitionspartner Papen und Hugenberg, das katholische Zentrum und die Deutschnationale Volkspartei. Ebenso wurde in der Öffentlichkeit die forcierte Aufrüstung nicht publik gemacht. Dem Zeitungsleser blieb außerdem weithin verborgen, dass sich die desolate finanzielle und wirtschaftliche Lage bei weitem nicht so schnell verbesserte, wie es die Propagandisten behaupteten. Die geschönten Statistiken waren ebenso wenig zu durchschauen wie die Verhältnisse in den Lagern der schlecht bezahlten Notstandsarbeiter im Moor und beim Autobahnbau. Auch die streng vertraulichen Reglementierungen der Medien, die Presseanweisungen, blieben dem Leser von 1933 unbekannt, die rigorosen Eingriffen in das Vereins- und Verbandsleben und der Umfang der Verfolgungen aller Oppositionellen, der Vertreibungen sowie die realen Verhältnisse in Gefängnissen und Konzentrationslagern.

 

Die Pressechronik 1933

hat vom 30. Januar 2013 bis zum heutigen Tag (2.1.2014) die Situation des Journalismus vor achtzig Jahren zu dokumentieren versucht. Die Zerstörung einer ehemals existierenden Vielfalt konnte an Hand ausgewählter Ereignisse und Themen gezeigt und erläuter werden. Die historischen Zeugnisse waren thematisch weit gespannt und wurden zu diesem Zweck multimedial ausgewählt. Sie reichten von Bild- und Textquellen – mit transkribierten und erläuterten Passagen – über audiovisuelle Beispiele bis hin zu Dokumenten aus den späteren Jahren der NS-Diktatur. Mit ihnen ließen sich die Taktik und die Strategie der Machthaber wenigstens in ihren Grundzügen erläutern, konnte die verlogene Friedensrhetorik Hitlers ebenso enthüllt werden wie die von Goebbels initiierten Verzerrungen in der Berichterstattung.

 

Der heutige Leser

und die Nutzer unserer Dokumentation „Journalismus in der Diktatur“ im Internet waren nicht die Adressaten der Texte. Damit ist zwar eine Selbstverständlichkeit formuliert, doch sollte man sich ihrer auch dann gewiss sein, wenn die Suggestivkraft der Quellen und die Unmittelbarkeit des Geschilderten zu (vor-)schnellen Assoziationen und Vergleichen mit gegenwärtigen Verhältnissen verführt. Die Journalisten und Zeichner wandten sich an ihr Publikum, mit dem sie den Alltag teilten, und diese Welt ist den meisten von uns fremder als sie vermuten. Allen Nutzern der Pressechronik dürfte sich aber unschwer erschlossen haben, dass am 30. Januar 1933 nicht eine „Katastrophe“ urplötzlich über Deutschland hereinbrach. Die Präsidialkabinette der Reichskanzler Brüning, v. Papen und v. Schleicher schufen bereits antidemokratische Strukturen. Es war die Zeit der „verschleierten Diktatur“ (Theodor Wolff) oder auch „Krypto-Diktatur“ (Leopold Schwarzschild) mit einem scharfen Kampf gegen kommunistische, aber der weitgehenden Tolerierung nationalsozialistischer Umtriebe. Dadurch konnten die Straßenschlachten zwischen den Links- und Rechtsradikalen in einen offenen Kampf gegen den demokratischen Parlamentarismus münden.

 

Weitaus mehr an Information als gemeinhin vermutet

hat ein aufmerksamer Leser vor achtzig Jahren den deutschen Tageszeitungen entnehmen können – trotz der diktatorialen Überwachung. Und das stand nicht „zwischen den Zeilen“ im Verborgenen, sondern in den Artikeln selbst. Die Botschaften ließen sich aus den bewusst formulierten Überschriften ableiten, aus der Gestaltung einer Seite oder aus der Platzierung von Abbildungen und Texten schließen. Mit den gelegentlichen Blicken in die freie Presse demokratischer Staaten konnten dazu eine gewisse Hilfestellung geboten werden. Jede Nachricht oder Karikatur, jedes Foto und gemeldete Ereignis sowie jeder Kommentar in der Zeitung vor achtzig Jahren stand in einem vielgestaltigen Kontext. Das Publikum von 1933 entnahm seine Informationen verschiedenen Quellen. Es las eben nicht allein eine einzige Zeitung, sondern rezipierte mitunter mehrere Blätter – das Spektrum reichte von dem Mitteilungsblättchen der Firma oder der NSDAP bis zur Illustrierten; es hörte Radio und las die politische Werbung auf den Plakaten und Litfaßsäulen, und jeder nahm täglich rundum an Gesprächen teil. Im Alltag zeigte sich auch, wie schnell und umfassend die Veränderungen im politischen und gesellschaftlichen Leben vonstattengingen, in welchem hohen Umfang die gesteuerte „Gleichschaltung“ von einer „Selbstgleichschaltung“, also von Anpassungsbereitschaft und Opportunismus, befördert wurden und sich Vertreter aus nahezu allen sozialen Schichten an diesem Prozess beteiligt haben. Bereits in den ersten Monaten verfassten Unternehmer, Dichter, konservative und liberale Politiker, Journalisten und Publizisten, Theologen oder Professoren aller Fachrichtungen Anzeigen und Aufrufe zu Gunsten der NSDAP, schrieben Ergebenheitsadressen und richteten Hymnen an den „geliebten Führer“. Sie beteiligten sich an öffentlichen Treuekundgebungen oder an spektakulären Ereignissen wie den Bücherverbrennungen oder an der Rechtfertigung von Gesetzes- und Rechtsbrüchen. Nach den Wahlen vom 5. März wünschten so viele in die NSDAP aufgenommen zu werden, dass Hitler im April einen jahrelang gültigen Aufnahmestopp verfügte, weil er befürchten musste, dass die Partei anderenfalls verbürgerlichen würde

Bernd Sösemann

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

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Kontakt

Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel vom 1.1.1934

Berliner Illustrirte Zeitung vom 31.12.1934 – Wort Gehalten!

BIZ 31.12.1933
Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 31.12.1934 – Vorgänger

BIZ 31.12.1933_Vorgänger

Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 31.12.1934 – 1933 erscheint am Stammtisch seiner Vorgänger/ von Charlie Roellinghoff

BIZ 31.12.1933_zu Vorgänger
Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 1, Titelseite vom 1.1.1934 – Zum Jahrestausch

Kladd 1.1.1934_Titel
Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 1 vom 1.1.1934 – Rückblicke vom 1. Oktober bis 31.Dezember (1)

Kladd 1.1.1934_Rückschau_a

Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 1 vom 1.1.1934 – Rückblicke vom 1. Oktober bis 31.Dezember (2)

Kladd 1.1.1934_Rückschau_b

 Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 1 vom 1.1.1934 – Wochensang

Kladd 1.1.1934

 Quelle: AKiP

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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 31.12.1933

BMP_31.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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„Abschied von W.T.B. und T.U.“ und „Unterschlagung politischer Gelder“, BMP Seite 3

+BMP_31.12.1933, S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die Berliner Morgenpost widmete der endgültigen Vernichtung selbstständiger Nachrichtenagenturen nur einen trockenen Bericht von lediglich einem Dutzend Zeilen und ohne ein einziges Wort, dem der Leser wenigstens die historische Bedeutung der beiden Agenturen hätte entnehmen können.

 

Abschied von W.T.B. und T.U., BMP Seite 3 (Transkript)

Mit dem 31. Dezember haben das Wolffsche Telegraphenbüro (bisher kurz WTB bezeichnet) und die Telegraphen-Union (dem Leser unter der Abkürzung TU bekannt) als selbstständige Nachrichtenbüros zu bestehen aufgehört. Die beiden großen Nachrichten-Agenturen schließen sich, wie seinerzeit berichtet, zu einem einzigen Büro zusammen, das die Bezeichnung Deutsches Nachrichtenbüro (DNB) führt. Das Wolffsche Telegraphenbüro war im Jahre 1849 gegründet worden, der Nachrichtendienst der Telegraphen-Union war jüngeren Datums.

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Unterschlagung politischer Gelder, BMP Seite 3 (Textauszug)

Im Saargebiet ist es zu einem großen politischen Skandal um den Marxisten- und Separatistenführer Max Braun, den Herausgeber des berüchtigten Sudelblattes „Deutsche Freiheit“ und der „Volksstimme“ gekommen, der auf das ganze Gefüge der saarländischen SPD übergegriffen hat.

Aus Kreisen der Sozialdemokratie des Saargebiets, die bisher hinter Max Braun standen, verlautete schon seit einigen Tagen, daß Braun in eine große Unterschlagungsangelegenheit verwickelt sei und seine Stellung nur zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt habe. Es wurden schwere Anschuldigungen gegen Max Braun erhoben und seine sofortige Entfernung gefordert. Inzwischen sind diese Dinge auch in der Oeffentlichkeit bekannt geworden. Es bestätigt sich, daß Braun tatsächlich große Unterschlagungen zum Schaden seines Blattes „Volksstimme“ begangen hat.

[…] Am 11. Dezember kam es zu einer stürmischen Aufsichtsratssitzung seines Blattes in Saarbrücken, an der Braun nicht teilnahm und bei der Geschäftsführer Klopfer von der „Volksstimme“ dem Aufsichtsrat von den Unterschlagungen Brauns Kenntnis gab. Braun erfuhr davon und begab sich sofort nach Paris zum Büro des Internationalen Gewerkschaftsbundes, um die Angelegenheit zu ordnen. Als Klopfer davon erfuhr, reiste er Braun nach, um in Paris den Vertuschungsmanövern des Braun zu begegnen. Die Versuche, die Angelegenheit zu unterdrücken, waren jedoch vergeblich, da inzwischen weite Kreise davon erfahren hatten.

 

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Pressestimmen

Das Schrifftum Deutschlands 1933. Ein Rückblick, Neue Zürcher Zeitung vom 31.12.1933

+NZZ 31.12.1933_a

Quelle: AKiP

Zur Fortsetzung des Artikels

 

Das Schrifftum Deutschlands 1933. Ein Rückblick, Neue Zürcher Zeitung vom 31.12.1933

Nun hat im Jahre 1933 immerhin mit Plötzlichkeit ein Akt sich vollzogen, der in der Geschichte der neueren deutschen Literatur kein Analogon kennt und der freilich auf ganz andere Weise eine Schonzeit deutscher Geistlichkeit im Schild und im Programm führte: durch Ausschaltung des Judentums und jener Schriftsteller aus der deutschen Literatur, deren Gesinnung zersetzend gescholten wurde und es zweifellos in manchen Fällen war. Wie weit aber der Begriff der „Zersetzung“ aufgefaßt wurde, ist aller Welt in Erinnerung durch den Vorstoß Pfitzners gegen Thomas Mann und, wie Pfitzner sich höflich ausdrückte, gegen das „Sekundantengeschmeiß der “N.Z.Z.’“. Im Jahre 1933 sollte ein deutscher Dichter an Richard Wagners ewiger Größe nicht tippen, Gültiges und Vergängliches nicht schreiben dürfen. Es wäre ein Irrtum der außerdeutschen Welt, zu glauben, daß in Deutschland selbst dieses Schauspiel nicht von vielen als eine „Scham und ein Gelächter“ empfunden wurden.

Ernst wurde das Spiel, als in der Nacht vom 10.auf den 11. Mai in Berlin und andern Städten die Studenten einen Teil des aktuellen Schrifttums der letzten Jahre auf den Scheiterhaufen warfen. Mit einer Energie ohnegleichen ging den Scheiterhaufen parallel die Aktion der Austilgung des jüdischen Schrifttums deutschen Sprachausdruck. „Meyers Lexikon“ gibt im 15. Ergänzungsband einen Anhang „Nationale Revolution“, der die objektive Tradition des Lexikon merklich gefährdet. Wir setzen einen interessanten Passus her, wie der Ueberblick motiviert wird. Es gehört indie neue deutsche Situation, daß die Autorität in Dingen der Kunst und Dichtung nicht prominenten Persönlichkeiten der Kunst oder Literatur mehr, sondern nur den Ministern selbst zufällt und das Axiom, „daß die Muse zu begleiten, doch zu leiten nicht versteht“ seine seltsame Bestätigung findet: […].

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Simplicissimus, Nr. 40  Titelseite vom 31.12.1933

Simpl 31.12.1933_TitelQuelle: AKiP

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Brennessel vom 27.12.1933

Brennessel 27.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Es gibt 5.052.607 Rundfunkteilnehmer und 3097 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 16,69 Mill Exemplaren; in der Buchproduktion hat es 18.289 Erst- und 3312 Neuauflagen gegeben. 135 Filme (1931: 200, 1932: 156) sind uraufgeführt worden. Im Querido-Verlag in Amsterdam erschienen oder gingen 1933 in den Druck: Heinrich Mann, ›Der Haß. Deutsche Zeitgeschichte‹, Lion Feuchtwanger, ›Die Geschwister Oppenheim‹, der Roman ›Der Kopflohn‹ von Anna Seghers, die Autobiographie ›Eine Jugend in Deutschland‹ von Ernst Toller, ›Das Ende der Illusionen‹ von Leopold Schwarzschild und die Romane ›Der verlorene Sohn‹ von Gustav Kegler und ›Tarabas‹ von Joseph Roth. Die von deutschen Emigranten im Ausland herausgegebene Presse und Broschüren- Literatur beträgt nach Schätzungen der deutschen Botschaft in Paris über 2,5 Mill Exemplare.

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Der ›Neue Vorwärts‹ erklärt: »Heute erscheint uns jene Zeit der Verfolgung durch Otto von Bismarck als geradezu noch liberal. Denn nicht nur keine Morde, keine Mißhandlungen und keine Konzentrationslager, sondern es blieben auch die sozialdemokratischen Abgeordneten im Schutze der Immunität … Es war infolgedessen innerhalb der gesetzlichen Grenzen auch eine gewisse Opposition und eine oppositionelle Presse möglich.«

1933 wurden 565 Personen wegen politischer Vergehen verurteilt, wegen Hochverrats 1689, aufgrund der Verordnung »Zum Schutze der Republik« 36, der Verordnung »Zum Schutze von Volk und Staat« 3133, wegen politischer Ausschreitungen 1128, aufgrund der Verordnung »Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung« 3765 sowie aufgrund des »Gesetzes über Schußwaffen und Munition« 9765 Personen.

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Im Deutschen Reich beträgt die Arbeitslosenzahl 4 059 055 (Höchststand 31. Jan.: 6.013.612, Tiefststand 30. Nov.: 3.714.646). Am stärksten betroffen sind die ungelernten Arbeiter mit 22,2%, Arbeiter der Eisen- und Metallerzeugung mit 15,8%, Arbeiter des Baugewerbes mit 8,3% und kaufmännische und Büroangestellte mit 8,2%. 12.786 Personen sind 1933 offiziell ausgewandert. Die industrielle Produktion ist von 61,2% (1932) auf 69,0% (1928 = 100%) gestiegen. Wichtige Industriebereiche zahlten keine Dividende, so die Philipp Holzmann AG, die AEG (Verlust 20 Mill RM) und Krupp. Die bekannte Magdeburger Maschinenfabrik Buckau konnte dagegen 4% Dividende zahlen. Das Volkseinkommen hat sich 1933 – in jeweiligen Preisen – gegenüber 1932 leicht von 45,3 auf 46,514 Mrd RM erhöht (1913: 45,7 Mrd RM); pro Kopf der Bevölkerung waren dies 713 RM (1932: 875 und 1933 1162 RM). Das Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten stieg 1933 von 25.860 Mill RM (1932) auf 26.086 Mill RM; zum Vergleich: 1929 betrug es 44.466 Mill RM. Die Roheisenproduktion stieg auf 6.858.000 t (1932: 5.282.000 t), die von Rohstahl auf 9.288.100 t (1932: 7.233.500 t). Die Kfz-Produktion stieg 1933 von 95.872 (1932) auf 157.278 Einheiten, davon waren 92.610 (42.913) Pkw, 12.404 (8182) Lkw und 818 (142) Omnibusse. Für die Fahrzeugbeschaffung der Reichsbahn wurden 1933 113,5 Mill RM (1932: 70 Mill RM) aufgewendet; bestellt wurden u.a. 159 Dampflokomotiven, 9 Elektrolokomotiven, 585 Kleinlokomotiven, 370 Triebwagen, 419 Personen-, 183 Gepäck- und 1982 Güterwagen. Im Reich wurden insgesamt 178.038 Wohnungen (1932: 141.265) gebaut. Der Reichsarbeitsdienst erbrachte 68,6 Mill Tagewerke. Aus einheimischen Quellen (Kohle, Braunkohle und Öl) wurden 500.000 t Treibstoff hydriert; eingeführt wurden 1 Mill t.

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In einem Aufruf an die Reichswehr gibt Reichspräsident Paul von Hindenburg seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Truppe als Hüterin des Staates „weiterhin in gehorsamer treuer Pflichterfüllung ihre Schuldigkeit“ tue.

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Der im Jahr 1868 gegründete, früher liberale „Berliner Börsen-Courier“ fusioniert wegen des erheblichen Auflagenrückgangs mit der „Berliner Börsen-Zeitung“. Am selben Tag stellt die seit 1640 erscheinende „Königsberger Hartungsche Zeitung“ ihr Erscheinen ein.

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Tagebucheintrag 31.12.1933

Victor Klemperer (1881 – 1967), Romanist

Klemperer,Tagebuch, 75Klemperer, Tagebuch, 76_aKlemperer, Tagebuch, 76_b

aus: Klemperer, Tagebuch, 75f.

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Dokumente

Antisemitische Verordnung zum 31.12.1933

Walk, Sonderrecht, 66

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Aufruf zu einem mit 50.000 Reichsmark dotierten Roman-Preisausschreiben des „Völkischen Beobachters“ Linthout, Buch, 310

 aus: Linthout, Buch, 310

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Bibliografie

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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 30.12.1933

BMP_30.12.1933, Titel
Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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„Theaterbesuch ist nationale Pflicht“ und „Amt für öffentliche Buchwerbung“, BMP Seite 11

+BMP_30.12.1933, S.11

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die Berliner Morgenpost druckte lediglich die amtliche Mitteilung. Sie erwähnte nicht einmal, dass der Leiter des neuen Amtes Berliner war. Hans E. Höynck stand dem Berliner Buchhändlerhaus vor. Nach 1945 kam er übrigens beim Bertelsmann Verlag unter, der vor 1945 Kriegsschriftsteller wie P. C. Ettighofer gefördert und NS-Broschüren millionenfach vertrieben hatte.

 

Amt für öffentliche Buchwerbung, BMP Seite 11 (Transkript)

Die Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums teilt mit: Innerhalb der Reichsstelle wurde ein „Amt für öffentliche Buchwerbung“ geschaffen, dem Vertreter aller am Buch interessierten Kreise angehören werden. Die Leitung des Amtes wurde dem Buchhändler Hans Höynck übertragen.

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Theaterbesuch ist nationale Pflicht, BMP Seite 11 (Transkript)

In einem amtlichen Rundbrief an die Intendanten der städtischen Theater Preußens weist Staatskommissar Hans Hinkel als Leiter des Amtlichen Preußischen Theaterausschusses darauf hin, daß es eine Forderung des nationalsozialistischen Staates sei, daß jeder Volksgenosse, der in ausreichendem Maße in Arbeit und Brot stände, die nationale Pflicht habe, durch seinen dauernden Besuch das deutsche Theater zu fördern. Die Bühnenleiter werden ersucht, die Parole: „Kraft durch Freude“, wahrzumachen, sich – soweit es der Bestand ihres Institutes zulasse – in den Dienst der Organisation „Nach der Arbeit“ zu stellen und alles zu tun, um die lebendigste Beziehung und Verbindung zwischen dem Theater, dem Volk und dem Kampf der Gegenwart herzustellen.

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Pressestimmen

Neue Rechte, neue Pflichten, Berliner Tageblatt vom 30.12.1933

BT (Morgen) 30.12.1933

Quelle: AKiP

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Schacht im Kreuzfeuer um die Rückzahlung deutscher Auslandschulden, Blick in die Zeit vom 30.12.1933

+BidZ 30.12.1933

Quelle: AKiP

 

Schacht im Kreuzfeuer um die Rückzahlung deutscher Auslandschulden, Blick in die Zeit vom 30.12.1933

Der Wahnsinn der Reparationen, 

Die Reparationen, die man aus Deutschland herauszuholen gesucht hat, sind der härteste Schlag gegen den Welthandel gewesen. Die Folgerungen, die sich hieraus ergeben, bestehen darin, daß Deutschland die Zinsen seiner Auslandsschulden voraussichtlich niemals im ursprünglichen Umfang wird zahlen können, es sei denn daß ein völliger Wandel in der Weltwirtschaft wie in der Politik eintritt. Die politischen Gläubiger haben das Geld nicht von deutschen, sondern von ihren eigenen Staatsbürgern und von den Neutralen einkassiert und hoffen jetzt, daß sich der Ärger jener Privatgläubiger gegen Deutschland richten werde.

 

Vergleich tut not.

Was für jeden einzelnen Gläubiger im privaten Geschäftsleben in schwierigen Zeiten eintritt, daß er sich mit seinem Schuldner zusammensetzt und entweder über Konkurs oder Hilfeleistung bespricht, trifft heute auf Deutschland als Gesamtwirtschaft zu. Die deutsche Gesamtwirtschaft muß transferfähig (Transfer ist die Rückzahlung von Schulden in ausländischer Währung) gemacht werden. Die Ziffern für die seit der Einführung der Transfereinschränkung abgelaufenen Monate zeigen auf das deutlichste, daß Deutschland nicht in der Lage sein wird, während der kommenden sechs Monate einen 50 prozentigen Transfer wie bisher zu bewerkstelligen, ohne die Gold- und Devisenreserve der Reichsbank anzugreifen.

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Europa und Europäer. Von Max Rychner, Neue Zürcher Zeitung vom 30.12.1933

+NZZ 30.12.1933
Quelle: AKiP

 

Europa und Europäer. Von Max Rychner, NZZ vom 30.12.1933 (Textauszug)

Ich spreche hier von Europa, ohne die gegenwärtige und künftige Erscheinungsform dieser Idee im einzelnen zu charakterisieren. Allzu spitze Definitionen hülfen derzeit auch wenig. Wer nicht spürt, worum es heute geht, dem ist überhaupt nichts über diesen Gegenstand beizubringen. Die gegenwärtige Krise hat mancherlei Erscheinungsformen, aber sie reicht in allen Dingen bis an die gemeinsame Wurzel und greift sie an. Dreihundert Kämpfer haben bei den Thermopylen Europa gegen Asien gehalten. Es ist möglich, daß die Minderheit, die sich die geistige Trägerin des europäischen Gedankens weiß, bald schon in einer ähnlichen Lage sein wird. Welche Aufgabe!

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Brennessel vom 27.12.1933 – Bleigießen in Oesterreich

Brennessel 27.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Verboten werden die kommunistischen Zeitungen ›Die Rote Volkswacht‹, Nr. 1 und 2, März 1933, und ›Die Rote Fahne‹, 16. Jahrgang, Nr. 19, sowie Klaus von der Groeben, ›Deutsche Freiheit, Nationale Dichtungen‹.

Horkenbach, Reich, 720

Horkenbach, Reich, 721

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Dokumente

Presseanweisungen zum 30.12.1933 (1): Nachrichtensperre zur geplanten Autoausstellung im März 1934.

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 272

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Presseanweisungen zum 30.12.1933 (2) zur Berichterstattung über Österreich

 

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 275

Quelle: AKiP

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Abzeichen des Winterhilfswerk (WHW) (1)

Abzeichen des WHW (Dez. 1933-Okt. 1937)_809aQuelle: AKiP

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Abzeichen des Winterhilfswerk (WHW) (2)

Abzeichen des WHW (Dez. 1933-Okt. 1937)_809b

Quelle: AKiP

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Abzeichen des Winterhilfswerk (WHW) (3)

Abzeichen des WHW (Dez. 1933-Okt. 1937)_809c

Quelle: AKiP

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Abzeichen des Winterhilfswerk (WHW) (4), Buch im extrem kleinen Format
gedruckt

Abzeichen des WHW (Dez. 1933-Okt. 1937)_809dQuelle: AKiP

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Bibliografie

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im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 29.12.1933

Nur 15 000 Studenten neu zugelassen, BMP Titel und Seite 2

+BMP_29.12.1933_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Nur 15 000 Studenten neu zugelassen, BMP Titel (Textauszug)

Der Reichsinnenminister hat gestern eine Anordnung erlassen, die einen vollkommenen Umbau des gesamten Universitätsstudiums und zugleich eine einschneidende Maßnahme für viele Abiturienten bedeutet.

[…] Die Hochschulreife soll nur denjenigen Abiturienten zugesprochen werden, die geeignet erscheinen, den besonderen durch die Hochschule gestellten Anforderungen nach ihrer geistigen und körperlichen Reife, nach ihrem Charakterwert und ihrer nationalen Zuverlässigkeit zu genügen.

 

[…] „Es müssen gesetzliche Maßnahmen getroffen werden, um den Schulaufbau und die Schullaufbahnen in ein geordnetes Verhältnis zur Arbeitswelt des Volkes zu setzen und dadurch auch die unter dem Ueberandrang stark beeinträchtigte Leistungsfähigkeit unserer Schulen und Hochschulen wieder herzustellen.

Zur Fortsetzung auf Seite 2

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Amt für öffentliche Buchwerbung, BMP Seite 3

+BMP_29.12.1933_S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Ohne die geringste kommentierende Anmerkung kam der BMP-Bericht über die „Neuordnung“ aus, die zum Ziel hatte, auch das Bibliothekswesen jenen weltanschaulichen Vorgaben des NS-Regimes strukturell, formal und inhaltlich vollständig anzupassen, die bei den Bücherverbrennungen öffentlich verkündet worden waren.

 

Neuordnung des Büchereiwesens, BMP Seite 3 (Transkript)

Der Preußische Kultusminister hat eine Neuordnung des volkstümlichen Büchereiwesens in Preußen vorgenommen. Es wird eine Preußische Landesstelle für volkstümliches Büchereiwesen geschaffen. Die Preußische Landesstelle ist die alleinige Vertretung der Volksbüchereien in Preußen.

Der Erlaß des Preußischen Kultusministers gibt zum erstenmal eine ganz klare Definition des Begriffs „öffentliche Bücherei“: „Als öffentliche Büchereien sind lediglich die Büchereien anzusehen, die ihre Arbeit als eine öffentliche Funktion im Sinne der nationalsozialistischen Erneuerung der Gemeinschaft ansehen und in allen grundsätzlichen Schrifttumsfragen die öffentliche Aufsicht anerkennen.“

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Pressestimmen

Einschränkung des Hochschulstudiums in Deutschland, Neue Zürcher Zeitung vom 29.12.1933

+NZZ 29.12.1933_a

+NZZ 29.12.1933_b
Quelle: AKiP

 

Einschränkung des Hochschulstudiums in Deutschland, NZZ vom 29.10.1933 (Textauszug)

Der Reichsminister des Inneren, Frick, der die Begrenzungsziffer festgesetzt hat, leitet diese Maßnahme von dem bereits in Kraft stehenden „Gesetz gegen die Ueberfüllung deutscher Schulen und Hochschulen“ ab, aus dessen Begründung die folgenden Sätze von besonderem Interesse sind:

„Falsche Bildungsvorstellungen haben die Schule von ihrer Aufgabe, dem Volke zu dienen, entfernt und sie zum Selbstzweck für die reine Bildung der freien Einzelpersönlichkeit gemacht. Die Schulen und Hochschulen entsprechen in der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten vielfach nicht mehr den Forderungen, die im Interesse einer gefunden Lebensordnung und Arbeitsgliederung des Volkes zu stellen sind. Sie lösen den Zusammenhang der natürlichen und geistigen Welt in eine Vielheit von Fächern auf, deren Lehrinhalt oft genug keine Beziehung zur Wirklichkeit des Lebens in Volk und Familie, Beruf und Stand und keine Bedeutung für die Aufgaben hat, die wir als Volk und Nation zu erfüllen haben. Die Volksschule, der als der Hauptschule des Volkes der erste Rang im Schulwesen gebührt und der die vornehmste Sorge der Nation zu gelten hätte, ist zugunsten der höheren Schulen und der Hochschule arg vernachlässigt. Der Zudrang zu den über die Volksschule hinausführenden Bildungsanstalten bis hinauf zur Hochschule hat einen Umfang angenommen, der außer jedem Verhältnis zu der wirtschaftlichen Kraft unseres Volkes und zu dem Bedarf der Berufswelt an höher vorgebildeten Kräften steht. Am schlimmsten wirkt sich diese Fehlentwicklungen bei den Abiturienten, Studenten und Jungakademikern aus.“

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Silvestergedanken, CV Zeitung vom 29.10.1933

+CV 29.12.1933

Quelle: AKiP

 

Silvestergedanken, CV Zeitung (Textauszug)

11 Monate voll Schicksal sind eine Ewigkeit im Leben des einzelnen; 11 Monate voll Schicksal sind eine kurze Spanne in der Geschichte einer Gemeinschaft. Die Führer Deutschlands, von der Sonne der Verwirklichung ihrer Träume umstrahlt, sprechen von großen Zeiträumen, innerhalb derer sich erst die volle Wirklichkeit abspielen könne, und daß man jetzt sich erst in den Anfängen bestände. Um vieles mehr gelten diese Forderungen an die Zähigkeit, an die Zuversicht, an das Vertrauen der Masse für unsere kleine jüdische Gemeinschaft. Unzählige Male verworrener und tragischer als das Schicksal des deutschen Volkes in seiner Zerstreutheit, Zersplitterung, seinem inneren Widerstreit, seinen Kampf zwischen Form und Inhalt zugleich, ist unser Weg gewesen. Wir gingen ihn durch die Zeiten, weil die tragende Idee als Richtfeuer unverrückbar wie der Polarstern vor uns stand: Judentum  wird ewig sein, wenn es in sich unverlierbar seinen Glauben umschließt und zugleich lebendig aufgeschlossen ist der Zeit und dem Raum, in die es hineingeführt ist. Es mag Zufall gewesen sein – wenn nicht gerade in solchen Fragen Zufall immer Fügung ist -, daß sich Juden der deutschen Erde vor grauen Zeiten zum ersten Male als ihrer Heimat bewußt wurden. Die Geschichte hat aus dieser Fügung Schicksal gemacht, und die Erscheinungsform unserer jüdischen Gemeinschaft, die diese Geschichte geprägt hat, ist deutsches Judentum. Die Menschen, die durch die Generationen Vererbung an Willen und Vorstellung in dieser Landschaft, dieser Luft erhalten, sind deutsche Juden geworden, unterschieden von den Juden irgendwo in der Welt durch ihr Deutschtum, unterschieden von den Menschen, um sie innerhalb Deutschlands Grenzen durch ihr Judentum; eine Gemeinschaft von Menschen, die das Gesetz, nach dem sie angetreten, erfüllen müssen, oder innerhalb der großen Ordnung des Staats- und Völkerlebens rechtlos vor sich selber sind.

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Jahresbilanz eines deutschen Juden, Jüdische Rundschau vom 29.12.1933

JR 29.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

In Bremen werden die Brüder Carl und Heinz Lahusen, die Leiter des 1931 zusammengebrochenen Nordwolle-Konzerns, wegen Konkursvergehens zu fünf Jahren Gefängnis und 50 000 Reichsmark Geldstrafe bzw. zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und 20 000 RM Geldstrafe verurteilt.

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Dokumente

Antisemitische Verordnungen 29.12.1933

Walk, Sonderrecht, 66_aWalk, Sonderrecht, 66_b

Walk, Sonderrecht, 66_c

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Presseanweisung vom 29.12.1933 über eine Nachrichtensperre zur Klage deutsche Spielwarenhersteller über unfaire japanische Konkurrenz.

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 271aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 271

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 28.12.1933

BMP_28.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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„Deutscher Rechtsstand proklamiert“ und „General von Hammerstein tritt zurück“, BMP Seite 2

+BMP_28.12.1933, S.2

 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Deutscher Rechtsstand proklamiert, BMP Seite 2 (Textauszug)

Dr. Frank proklamierte, gestützt auf die vom Führer Adolf Hitler am 30. Mai 1933 schriftlich erteilte Vollmacht, den nunmehr einheitlich organisierten, gleichberechtigt neben die anderen Stände des deutschen Volkes tretenden und als solchen reichs- wie parteiamtlich anerkannten Deutschen Rechtsstand.

Er umfaßt alle Arbeiter am Recht, deren charakteristische Funktionen in der Betreuung und Durchsetzung des Rechts in allen Lebensbereichen des deutschen Volkes liegen.

 

Der Deutsche Anwaltverein, die größte bisher in Deutschland bestehende Juristenorganisation mit 15 000 Mitgliedern, ist in Hamburg in einer Vollversammlung der Mitglieder nach entsprechender Satzesänderung aufgelöst worden. Die Mitglieder wurden einzeln in den Nationalsozialistischen Juristenbund aufgenommen und in die Reichsgruppe Rechtsanwälte eingegliedert.

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General von Hammerstein tritt zurück, BMP Seite 2

Der Chef der Heeresleitung General der Infanterie, Freiherr von Hammerstein-Equord hat sich in vollem Envernehmen mit der Reichsregierung entschlossen, zum 1. Februar 1934 seinen Abschied zu erbitten. Der Reichspräsident hat das Abschiedsgesuch genehmigt und den General Freiherrn zu Hammerstein mit dem Tage seines Ausscheidens zum Generaloberst befördert. […]
Seit dem 18. Oktober 1930 ist General von Hammerstein […] Chef der Heeresleitung.

[…]

Besondere Verdienste hat er sich an dem Aufbau der Wehrmacht erworben.

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Du sollst nicht stehlen!, BMP Seite 5

+BMP_28.12.1933, S.5

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Der Berliner Morgenpost-„Schriftleiter“ bemühte in seinem Bericht das 7. Gebot des christlichen Dekalogs, um auf Schlagerkomponisten zu verweisen, die sich bei den „Klassikern“ schamlos bedient hätten. Der Text wurde im Sinn der NS-Presseanweisung verfasst, dass an Stelle der „Kritik“ eine „aufbauende Betrachtung“ zu stehen habe.

 

Du sollst nicht stehlen!, BMP Seite 5 (Textauszug)

Der Berliner Rundfunk hat uns am zweiten Feiertag eine Sendung übermittelt, für die wir ihm wirklich sehr dankbar sind. Er hat uns über ein paar gute alte Bekanntschaften aufgeklärt, über deren Ursprung wir uns nicht mehr so recht im klaren waren, obwohl wir fast täglich von ihnen hörten. Aber ja, wir haben es immer zu merken geglaubt, daß uns alle die funkelnagelneuen Schlager, die uns teils die funkelnagelneuen Tonfilme und Operetten, teils die Tanzkapellen vermitteln, gar nicht so funkelnagelneu vorkamen.

[…] Es war lustig, zu hören, woher die schönen, sinnigen Weltschlager „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände – – -“, „Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie-Luise …“, „Mit dir, Erika, möcht ich mal wandern …“, „Ich küsse Ihre Hand, Madame …“ und viele Dutzende mehr, stammen. Die „Komponisten“, die jetzt dafür verantwortlich zeichnen, behaupten natürlich im Brustton der Ueberzeugung: Von uns! Aber nein! Ton für Ton, Takt für Takt, ist das alles schon einmal dagewesen, und Leute, die auch ein bisschen Musik zu machen verstanden, wie Franz Schubert, Donizetti, Richard Wagner, Künnecke, Richard Strauß usw. haben die Schlager der letzten Monate merkwürdigerweise schon vorempfunden.

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Pressestimmen

Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ), 33/33, Titelseite Nr.51 vom 28.12.19 – „Das Urteil der Welt!“

AIZ_33-33_Nr.51_28.12.1933_Urteil der Welt.aus:

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Brennessel vom 27.11.1933 – Bei der II. Internationale in Paris

Brennessel 27.12.1933_Vorwärts
Quelle: AKiP

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Brennessel vom 27.11.1933 – Pariser Strategie

Brennessel 27.12.1933

Quelle: AKIP

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Weitere Tagesmeldungen

Studt, Reich, 31————

Auf einer Vollversammlung in Hamburg wird der 15 000 Mitglieder zählende Deutsche Anwalt-Verein aufgelöst. Mit Ausnahme der rund 3000 jüdischen Juristen sind die Mitglieder in den Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen übernommen worden.

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Reichsinnenminister Frick begrenzt die Zahl derjenigen Abiturienten, die zu Ostern 1934 die Hochschulreife erreichen können, auf 15.000; davon werden Preußen 8984 zugesprochen, Bayern 1670, Sachsen 1339, Württemberg 612 und neben anderen Schaumburg-Lippe 12.

Verboten wird Alfred Döblins ›Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord‹.

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Tagebuch vom 28.12.1933

Jochen Klepper (1902 – 1941), Theologe und Schriftsteller

Klepper, Tagebuch, 136

aus: Klepper, Tagebuch, 136

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Dokumente

Antisemitisches Dokument vom 28.12.1933

Walk, Sonderrecht, 65

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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 27.12.1933

BMP_27.12.1933_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Bescherung unter freiem Himmel, BMP Seite 3

+BMP_27.12.1933, Seite 3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die Berliner Morgenpost beschrieb den Besuch von Goebbels bei einer SA-Standarte in Berlin, auf dem eine Geschenkgroßaktion für Kinder stattgefunden hatte. Das Weihnachtsfest wurde hier zu einer Feier der NS-Volksgemeinschaft.

 

Bescherung unter freiem Himmel, BMP Seite 3 (Textauszug)

Die SA-Standarte 16 führte am Heiligen Abend den schönen Gedanken durch, 1200 arme Berliner Kinder unter freiem Himmel bei Fackelschein zu bescheren. In der Rostocker Straße in Moabit, die von einer festfrohen Menge um 7 Uhr abends dicht gefüllt war, hatte die SA auf dem Fahrdamm eine unabsehbare Reihe Tische aufgestellt, auf denen unter Tannenbäumen Geschenktüten standen, die Lebensmittel und Weihnachtsnäschereien für die Kinder enthielten.

[…] Im nächsten Jahre werde es Millionen mehr geben, so führte Dr. Goebbels in seiner Ansprache aus, die in Arbeit sich eines Weihnachten ohne Not erfreuen werden. Die Liebe der Volksregierung, die aus dem Volke und für das Volk gekommen sei, habe vor allem den Armen gegolten. […] „Wo anders in der Welt wäre das möglich, was heute auf dieser Straße möglich geworden ist? Wir wollen zusammenhalten als eine einige große Volksgemeinschaft und wollen der Welt sagen, der Aermste unseres Volkes steht uns näher als der König eines anderen Volkes“.

An diesem Weihnachten herrsche nicht mehr Haß und Zwietracht in Deutschland.

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Pressestimmen

Aufwärts aus eigener Kraft, Vossische Zeitung vom 27.12.1933

+VZ 27.12.1933

Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

 

Aufwärts aus eigener Kraft, Vossische Zeitung vom 27.12.1933 (Textauszug)

Die Reichsführung des Winterhilfswerkes wendet sich mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit:

Das Weihnachtsfest liegt hinter uns. Es ist ein Fest der Volksgemeinschaft gewesen, wie es noch nie zuvor von irgendeinem Volk begangen worden ist. Das ganze deutsche Volk ist eine große Familie geworden. Freiwillige Helfer haben sich der Notleidenden und Bedürftigen angenommen; durch unendlich viele große und kleine Opfer ist es dem Winterhilfswerk möglich gewesen, Weihnachtsfreude in jedes deutsche Haus zu tragen.

Die Reichsführung des Winterhilfswerkes wendet sich mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit:

Das Weihnachtsfest liegt hinter uns. Es ist ein Fest der Volksgemeinschaft gewesen, wie es noch nie zuvor von irgendeinem Volk begangen worden ist. Das ganze deutsche Volk ist eine große Familie geworden. Freiwillige Helfer haben sich der Notleidenden und Bedürftigen angenommen; durch unendlich viele große und kleine Opfer ist es dem Winterhilfswerk möglich gewesen, Weihnachtsfreude in jedes deutsche Haus zu tragen.

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Brennessel, Nr. 52 Titelseite vom 27.12.1933 – Das Anarchistenattentat in Spanien – 150 Tote

Brennessel 27.12.1933_Titel

Quelle: AKiP

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Brennessel, Nr. 52 vom 27.12.1933 – Bilderbuch der „Guten alten Zeit“

Brennessel 27.12.1933_Pazifismus

Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 24.12.1933

BIZ 24.12.1933

 Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 24.12.1933 – Das Ende. Mussolini:“Bei einer solchen Mißbildung des Herzens ist der Patient nicht mehr lebensfähig!“

Kladd 24.12.1933_Mussolini

 Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 24.12.1933 –  Eine bunte Angelegenheit

Kladd 24.12.1933
Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 711_aHorkenbach, Reich, 711_b———–

General Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord tritt als Chef der Heeresleitung zum 1. Februar 1934 zurück. Er hatte seit dem 18. Oktober 1930 dieses Amt inne. Sein Nachfolger wird Generalleutnant Werner Freiherr von Fritsch, Befehlshaber des Wehrkreises III Berlin.

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Der preußische Kultusminister Bernhard Rust untersagt Nichtariern die Leitung gewerblicher Privatschulen.

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Reichsführer SS Heinrich Himmler stiftet für verdiente SS-Führer und -Männer den „Totenkopfring der SS„.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

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im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel vom 26.12.1933

Nach dem Leipziger Urteil. Kommentare der deutschen Presse, Neue Zürcher Zeitung vom 24.12.1933

+NZZ 26.12.1933_a

+NZZ 26.12.1933_b
Quelle: AKiP

 

Nach dem Leipziger Urteil. Kommentare der deutschen Presse, NZZ 26.12.1933 (Textauszug)

Die Berliner Abendblätter beschäftigten sich alle einläßlich mit dem Leipziger Urteil. Uebereinstimmend wird betont, daß der Freispruch Torglers und der drei Bulgaren in keiner Weise eine Widerlegung der Anschauung bedeute, daß die Kommunistische Partei in der fraglichen Zeit einen gewaltsamen Umsturz versucht habe. Der „Lokalanzeiger“ sagt, das Volksurteil sei durch den Leipziger Spruch bestätigt worden. Ueber van der Lubbe sei der weiße Stab gebrochen; aber der Kampf gegen seine Mittäter und Mithelfer im weitesten Sinne werde weitergehen. Der „Börsenkurier“ hebt hervor, daß das höchste deutsche Gericht nicht nur mit seinem endgültigen Urteil, sondern mit der ganzen Führung des Prozesses die Eigenschaften bewährte, die der Reichsgedanke des neuen Deutschland vom „königlichen“ Richter erwarte, nämlich den unbeirrbaren Willen zum Recht und absolute Unvoreingenommenheit. Die „Deutsche Zeitung“ betont, daß das Gericht in voller Objektivität und mit aller Gewissenhaftigkeit entschieden habe.

Der „Völkische Beobachter“ sagt unter Bezugnahme auf die Ausführungen der nationalsozialistischen Parteikorrespondenz (die von einem Fehlurteil spricht): Diese Stellungnahme zum Leipziger Fehlurteil entspricht zweifellos der Auffassung des gesamten deutschen Volkes, soweit es sich von gefunden Reichsempfinden leiten lasse. Wir sind überzeugt, daß das nationalsozialistische Deutschland dieses Urteil nicht ohne Folgerungen für die Regelung von Zuständen in der Rechtspflege hinnimmt, die eine solche Prozeßführung ermöglichten. Es wird sehr schnell die nötigen Folgerungen zu ziehen wissen und Zustände beseitigen, die geeignet sind, die Erfolge der nationalsozialistischen Revolution zu beeinträchtigen. […]

Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt zum Leipziger Urteil unter der Ueberschrift „Das Leipziger Fehlurteil“ u.a.:

„Das Urteil im Reichstagsbrandstifterprozeß ist nach dem Rechtsempfinden des Volkes ein glattes Fehlurteil. Wir können uns nicht einmal die formaljournalistischen Gründe des Gerichts zu eigen machen, da sie dem heutigen staatspolitischen Rechtsempfinden des deutschen Volkes in keiner Weise entsprechen. Wenn das Urteil dem wahren Recht, das im neuen Deutschland wieder seine Geltung haben soll und im Volksempfinden sein Wurzeln hat, entspräche, hätte es anders gelautet. Dann wäre schon die ganze Prozeßanlage und die Prozeßführung eine andere gewesen. Wenn man überhaupt von einem für das deutsche Volk positiven Ergebnis dieses Prozesses sprechen wolle, könne höchstens hingewiesen werden auf die eindrucksvolle Widerlegung der verleumderische Behauptung der deutschfeindlichen Greuelpropaganda.“

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Berliner Illustrirte Zeitung 24.12.11933 – Werbeanzeige

BIZ 24.12.1933
Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 24.12.1933 – Berufsverbrechen

Kladd 24.12.1933

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 19.12.1933 – Bilderbuch der „Guten alten Zeit“

Brennessel 19.12.1933

Quelle: AKiP

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Karikatur

Hitler – Le Populaire du Centre 1933 (R.Fuzier)

AKiP_HitlerKar. Le Populaire du Centre 1933 (R.Fuzier)

Quelle: AKiP

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Tagebuch am 26.12.1933

Thomas Mann (1875-1955), Schriftsteller und Nobelpreisträger

Mann, Tagebuch, 277

aus: Mann, Tagebuch, 277

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Ausgewählte Artikel vom 25.12.1933

Berliner Illustrite Zeitung vom 19.12.1933 – Weihnachten 1933 (1)

BIZ 19.12.1933_a
Quelle: AKiP

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Berliner Illustrite Zeitung vom 19.12.1933 – Weihnachten 1933 (2)

BIZ 19.12.1933_b

 Quelle: AKiP

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Berliner Illustrite Zeitung vom 19.12.1933 – Weihnachten 1933 (3)

BIZ 19.12.1933_c

 Quelle: AKiP

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Berliner Illustrite Zeitung vom 19.12.1933 – Weihnachten 1933 (4)

BIZ 19.12.1933_d

 Quelle: AKiP

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Berliner Illustrite Zeitung vom 19.12.1933 – Weihnachten 1933 (5)

BIZ 19.12.1933_e

 Quelle: AKiP

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Simplicissimus vom 24.12.1933 – Deutsche Weihnacht 1933

Simpl 24.12.1933_Weihnachten

Quelle: AKiP

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Simplicissimus vom 24.12.1933 – Dienst an der Wirtschaft

Simpl 24.12.1933

Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 24.12.1933 – Nasse Weihnachten in Amerika!

Kladd 24.12.1933_Weihnachten

Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 24.12.1933 – Deutsche Weihnacht

Kladd 24.12.1933

 Quelle: AKiP

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Brennessel vom 19.12.1933 – Die Stare ziehen

Brennessel 19.12.1933

Quelle: AKiP

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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 24.12.1933

„Deutsche Weihnacht!“ und „Das Urteil von Leipzig“, BMP Titel

+BMP_24.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Das Urteil von Leipzig, BMP Titel (Textauszug)

Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts sprach gestern das Urteil gegen die Angeklagten im Reichstags-Brandstifterprozeß. Der Hauptangeklagte van der Lubbe wurde wegen Hochverrats in Tateinheit mit aufrührerischer Brandstiftung und versuchter einfacher Brandstiftung zum Tode verurteilt.

Die Angeklagten Torgler, Dimitroff, Popoff und Taneff wurden freigesprochen.

Nach Schluß der durch den Vorsitzenden, Senatspräsident Dr. Bünger, gegebenen Urteilsbegründung wurden die vier Freigesprochenen abgeführt und in Schutzhaft genommen. Die Angeklagten haben ihr Urteil mit größter Ruhe und ohne äußerliche Bewegung aufgenommen.

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Fortsetzung „Deutsche Weihnacht!“, BMP Seite 2

+BMP_24.12.1933, S.2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die Berliner Morgenpost verkündete die weltliche Botschaft vom „Fest der Wintersonnenwende“, pries den Rhythmus der Natur und beschrieb seine Wirkung auf den Menschen. Die christliche Botschaft wurde als eine Art Nachfolge indo- bzw. nordgermanischen Geisterkults dargeboten. Der „Schriftleiter“ reduzierte das Christfest zu einer Feier des Lichtes, der Wärme und des Friedens.

 

Fortsetzung Deutsche Weihnacht!, Seite 2 (Textauszug)

Friede auf Erden! haben die himmlischen Heerscharen gesungen, die irdischen Heere aber wollen immer noch nicht abrüsten. Dennoch, und obwohl wir mit dem Jahre 1934 im Grunde seit zwei Jahrzehnten Krieg haben, wollen wir nicht aufhören, an den Frieden zu glauben. Das ruchlose Wort vom „nächsten Krieg“ wird nicht von verantwortungsbewußten Deutschen gesprochen; man kann nicht ehrlicher als unser Kanzler, der die Schrecken des modernen Krieges kennt, für den Frieden eintreten und arbeiten, einen Frieden, der jedem Volk das Seine läßt, den Frieden der Ehre, für den das ganze Deutschland mit Ja gestimmt hat. Die Gespräche über solchen Frieden, die wir nach Osten wie nach Westen anzuknüpfen versuchen, vielleicht führen sie doch eines Tages zum Erfolge. Vielleicht, – wenn auch Frankreich sich auf seine Christenpflicht besinnt, auf das Lieben oder Verstehen der „Feinde“, die heute keine Feine mehr sein wollen.

[…] Fröhliche Weihnachten! klingt es heute über die Welt. Wir Deutschen rufen es tief aus dem Herzen uns und allen zu; wir wollen uns den Glauben an eine schönere Zukunft nicht mehr nehmen lassen. Möge die Welt auch an uns glauben, auf unsere Friedenbereitschaft vertrauen, unsere Ehre uns lassen und mit der frohen Weihnachtsbotschaft endlich Ernst machen, – auf daß es allen Menschen wieder wohlgefalle und wohlergehe auf Erden!

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Pressestimmen

Berliner Illustrite Zeitung, Nr.51 Titelseite vom 24.12.1933

BIZ 24.12.1933
Quelle: AKiP

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Die Freigesprochenen in Schutzhaft genommen, Neue Zürcher Zeitung vom 24.12.1933

NZZ 24.12.1933

Quelle: AKiP

Die Freigesprochenen in Schutzhaft genommen, NZZ vom 24.12.1933 (Transkript)

Nach Schluß der Verhandlungen im Reichstagsbrandstifterprozeß wurden die vier freigesprochenen Angeklagten Torgler, Dimitroff, Popoff und Taneff von der Leipziger Polizei in Schutzhaft genommen.

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Wie war es möglich? Betrachtungen zur deutschen Arbeitsmarktlage. Von Fritz Eberhard, Sonntags-Zeitung vom 24.12.1933

Sösemann, Eberhard, 355-358_a

Sösemann, Eberhard, 355-358_b
aus: Sösemann, Eberhardt, 355-358

Zur Fortsetzung des Artikels

 

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Simplicissimus, Nr.38 Titelseite vom 24.12.1933

Simpl 24.12.1933_TitelQuelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 52 Titelseite vom 24.12.1933

Kladd 24.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 708

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Reichsminister Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers der NSDAP, wendet sich in einer von allen deutschen Sendern und den Radiostationen Pernambuco, Rio de Janeiro und Buenos Aires ausgestrahlten Rede an die Auslandsdeutschen und die deutschen Seeleute. Heß erklärt, das Ziel der Reichsregierung sei es, den Frieden zu bewahren und Europa vor dem „bolschewistischen Chaos“ zu retten.

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Dokumente

Himmler an SS-Gruppenführer [Kurt] Daluege

Heiber, Wahnsinn, 121

aus: Heiber, Wahnsinn, 121

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