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Category Archives: Allgemein

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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt|Zum Leitmotiv |Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 23.12.1933

Dr. Goebbels dementiert Lügenpropaganda, BMP Titel

+BMP_23.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Dr. Goebbels dementiert Lügenpropaganda, BMP Titelseite (Transkript)

Heute vormittag 9 Uhr tritt der IV. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig zusammen, um das Urteil im Reichstagsbrandstifter-Prozeß zu verkünden. Die deutschfeindliche Propaganda im Ausland, die schon während der Dauer der Verhandlungen lügenhafte Behauptungen verbreitet hatte, deren Unwahrheit sofort nachgewiesen werden konnte, versucht, schon ehe das Urteil verkündet wird, die Objektivität und Unabhängigkeit des Gerichts anzuzweifeln. Reichsminister Dr. Goebbels erläßt dazu folgende Erklärung:

„In der englischen und dänischen Presse wird die Nachricht veröffentlicht, das Reichsgericht habe bereits das Urteil im Brandstifterprozeß gefällt und dieses Urteil dem Reichskanzler, dem Ministerpräsidenten Göring und Reichsminister Dr. Goebbels vorher zur Stellungnahme übermittelt. Diese Nachricht ist eine schmutzige Lüge, die sich in den Augen aller anständig gesinnten Menschen von selbst richtet.“

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„Volk und Kunst gehören zusammen“,  BMP Seite 3

+BMP_23.12.1933, S.3

 Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Auf das offenkundig gesteuerte Lob des „Neuen“ Kulturfilms in der Berliner Morgenpost vom Vortag folgte der reichsweite Aufruf des Kulturamts der „Deutschen Arbeitsfront“ zu einem Künstler-Wettbewerb. Dessen Ziel war ein vielgestaltiger Ausdruck des Wertes deutscher Arbeit.

 

„Volk und Kunst gehören zusammen“, BMP Seite 3 (Textauszug)

Um über den organisatorischen Zusammenschluß der Arbeiter und Künstler hinaus die schöpferischen Kräfte für das schaffende Volk wirksam zu machen, ruft Hans Weidemann, der Leiter des Kulturamts der Deutschen Arbeitsfront, alle deutschblütigen Maler, Musiker, Dichter und Architekten des In- und Auslandes zu einem Wettbewerb auf. Angefordert werden:

I.Entwurf eines „Hauses der Arbeit“.

II. Entwurf eines Wandbildes oder Mosaiks.

(Karton 2 Meter mal 2,50 Meter.)

III. Ein Massenschauspiel.

IV. Ein zur Aufführung von Massenchören geeignetes Chorwerk (mit oder ohne Orchester).

Den Werken muß der Gedanke „Ehrung der Arbeit“ zugrunde liegen. Einsendungstermin: Für I. und II.: 1. April 1934. Für III. und IV.: 1. März 1934.

[…] Die besten unter I und II eingehenden Werke werden in großen Ausstellungen gezeigt. Die besten Schöpfungen der Dichtung und Musik werden in allen Teilen des Reiches öffentlich aufgeführt.

[…] So ruft der Leiter des Kulturamts der Deutschen Arbeitsfront alle schöpferischen Kräfte der Nation auf, im freien Wettbewerb durch ihre Werke die deutsche Arbeit zu ehren.

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Pressestimmen

Freiburger Zeitung Titelseite vom 23.12.1933

FBZ 23.12.1933
Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 17.12.1933 – Anzeige „Mitten auf dem Weihnachtstisch“

BIZ 17.12.1933

Quelle: AKiP

 

Zur historischen Orientierung

Illustrierte: Werben für das Fotografieren

Das Propagandaministerium förderte bewusst und gezielt Illustrierte, denn Fotografien galten als besonders wirkungsvolles Propagandamittel. Es konnte nicht nur den wöchentlich erscheinenden nationalsozialistischen „Illustrierten Beobachter“ für seine Zwecke einspannen, sondern auch traditionsreiche und auflagenstarke Blätter wie die „Berliner Illustrirte Zeitung“. Der Bildbedarf war bereits 1933 immens und stieg weiter an, aber es mangelte an professionellen Bildjournalisten. Deshalb setzten die Nationalsozialisten von Anfang an ihre Hoffnungen auf Amateurfotografen.
Zur Langfassung
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Kladderadatsch vom 17.12.1933 – Wählerisch! (Polizeigeneral Daluege teilte mit, daß die vorbestraften und asozialen Elemente in Konzentrationslagern untergebracht werden sollen)

Kladd 17.12.1933

 Quelle: AKiP

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Kladderadatsch vom 17.12.1933 – Das Gewissen

Kladd 17.12.1933_WHW

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 706

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Der IV. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig verurteilt den Niederländer Marinus van der Lubbe wegen der Brandstiftung im Reichstagsgebäude zum Tode. Die übrigen vier Angeklagten werden freigesprochen.

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Joachim Hossenfelder, längere Zeit Führer der nationalkirchlichen Glaubensbewegung, legt sein Amt als evangelischer Bischof von Brandenburg nieder, nachdem es ihm nicht gelungen ist, den Einfluss radikaler Gruppierungen innerhalb der Deutschen Christen zurückzudrängen.

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Im Theater am Nollendorfplatz in Berlin wird die Operette „Clivia“ von Nico Dostal uraufgeführt.

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Dokumente

Presseanweisung vom 23.12.1933 (1) – Nachrichtensperre zu „Zusammenhänge zwischen dem Großen Schauspielhaus und dem Propagandaministerium“

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 267

aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 267

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Weitere Presseanweisung vom 23.12.1933 (2)

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 268f

 aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 268f.

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

Lektüre-Empfehlungen

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Die Pressechronik 1933 – „Journalismus in der Diktatur“ ist ein Projekt des
Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.

Konzept und Projektkoordination: Holger Wettingfeld
Wissenschaftliche Beratung, Inhalt und Kommentare: Prof. Dr. Bernd Sösemann
Anfragen unter pressechronik@dpmu.de

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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 22.12.1933

BMP_22.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Fünf Führerschulen der Hitler-Jugend erhalten Namen, BMP Seite 6

+BMP_22.12.1933, S.6

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Fünf Führerschulen der Hitler-Jugend erhalten Namen, BMP Seite 6 (Transkript)

Von der Reichsjugend-Führung haben jetzt fünf Führerschulen der Hitler-Jugend im Reich einen Namen verliehen bekommen. Die Führerschule des Gebiets Berlin erhielt den Namen Herbert Norkus, die Schule des Gebiets Kurmark den Namen Gerhard Liebsch, die des Gebiets Schlesien Georg Preiser, die Schule vom Gebiet Nordsee den Namen Hans Hoffmann und schließlich die Schule des Gebiets Westfalen den Namen Walter Wagnitz.

Alle fünf Schulen, in denen die Jugendführer Deutschlands ausgebildet werden, tragen also die Namen der fünf gefallenen Berliner Hitler-Jungen. Sie sollen den Besuchern der Schule als leuchtendes Symbol vor Augen stehen.

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Vorbildliche Kulturfilme, BMP Seite 8

+BMP_22.12.1933, S.8

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Der Berliner Morgenpost-Artikel schilderte begeistert den „neuen“ Kulturfilm, der einen „wirklichen“ Einblick in „Bauernkunst“ und Handwerk vermittle. Das NS-Regime war bestrebt, der Arbeiterschaft und den Bauern ein höheres Ansehen in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Es gestaltete emotional inszenierte Feste, Filme und Bilderserien oder Berichte in Zeitungen und Illustrierten.

 

Vorbildliche Kulturfilme, BMP Seite 8 (Transkript)

Wer hätte nicht schon Freude auch an Kulturfilmen gehabt? Man ist zwar gewohnt, sie im allgemeinen nur als zweitrangige Erzeugnisse der Filmindustrie zu betrachten – und damit hat der Kinobesucher, leider nur zu oft, recht. Aber hin und wieder sieht man doch einen Film, der aus fernen Ländern oder auch aus der Heimat Interessantes berichtet. Das ist aber meistens nur ein Zufall. Um so erfreulicher ist es, daß man nun darangeht, planmäßig gute Kulturfilme zu drehen.

Welche ausgezeichneten Leistungen auf diesem Gebiet schon zu verzeichnen sind, zeigte eine Sondervorführung im Film- und Bild-Amt der Stadt Berlin, Levetzowstraße 1-2. Hans Puchstein hatte nach Manuskripten von Johannes Canis acht kurze, aber sehr aufschlußreiche Filme über unbekanntes deutsches Handwerk und deutsche Bauernkunst gedreht. Man sah die Diamantenschleifer in Erbach bei der Arbeit, die Elfenbeinschnitzer im Odenwald, Lohgerber und Seiler. Man konnte genau beobachten, wie unter der Hand des Meisters der Tonklumpen zum schönen Topf geformt wurde, wie aus Weiden und Holzspänen kunstvolle Körbe und Gebrauchsgegenstände entstanden, wie das Weberschiffchen durch die Kette sauste und wie aus Holzkloben Heilandsfiguren wuchsen.

Der Wert dieser Kulturfilme läßt sich eben darin erkennen, daß nicht nur oberflächlich eine Sehenswürdigkeit gezeigt wird, sondern daß wir einen wirklichen Einblick in die Arbeit erhalten und ihr Werkzeug und ihre Gesetzmäßigkeit im lebenden Bild zu erkennen vermögen. Solche Kulturfilme wollen wir sehen!

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Pressestimmen

Rom – Moskau – Berlin. Von Konrad Falke, Neue Zürcher Zeitung vom 22.12.1933

+NZZ 22.12.1933

Quelle: AKiP

 

Rom – Moskau – Berlin. Von Konrad Falke, NZZ vom 22.12.1933 (Textauszug)

Welches aber ist „unsere Form“? Es ist schlimm genug, daß man diese Frage überhaupt aufwerfen muß, weil bei uns so viele, verblendet von der „großartigen deutschen Volkserhebung“, gänzlich blind dafür geworden sind, daß „unsere Form“ um das weitere und freier sein muß, als die Verschiedenheiten nach Sprache, Konfession, Kultur bei den in unserm Staate vereinigten Landesteilen groß sind. Zu den Zeichen der Zeit gehört ferner, daß die Seelen-Diktatur Roms mit der politischen Diktatur des Nationalsozialismus bereits praktiziert hat und daß auch bei uns katholisch-konservative Kreise mit den Fronten (und vice versa) zu liebäugeln anfangen – ja, diese letztern laden uns zum Teil sogar gönnerhaft ein, uns schleunigst für die „bessere“ Staatsform zu entscheiden, während doch „besser“ uns „schlechter“ in diesem Fall rein akademische Unterscheidungen sind und ein freies Volk stets nur die eine Sorge gehabt hat: die ihm gemäße Staatsform zu finden und sie auf eine ihm entsprechende Weise weiter zu entwickeln.

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Fördernde Mitglieder der „Kraft durch Freude“, Berliner Tageblatt vom 22.12.1933

BT (Abend) 22.12.1933_aBT (Abend) 22.12.1933_b

Quelle: AKiP

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Weihnachten und die deutschen Juden, Jüdische Rundschau vom 22.12.1933

JR 22.12.1933_aQuelle: AKiP

Zur Fortsetzung des Artikels

 

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Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 50 Titelseite vom 17.12.1933

BIZ 17.12.1933

Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 51 Titelseite vom 17.12.1933

Kladd 17.12.1933_Titel

 Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 51 vom 17.12.1933 – „1940 Hendersons Totenwache“

Kladd 17.12.1933

 Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 698f._aHorkenbach, Reich, 698f._b

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Horkenbach, Reich, 700

Horkenbach, Reich, 701

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Der frühere preußische Wohlfahrtsminister Heinrich Hirtsiefer wird wegen Bestechung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er soll sich bei einem Grundstückskauf unter Ausnutzung seines Ministeramtes finanzielle Vorteile verschafft haben.

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Dokumente

Verordnung über die Vergnügungssteuer (22.12.1933)

§ 1

Die Verordnung zur Änderung der Bestimmungen über die Vergnügungssteuer vom 1. Juni 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 345) wird wie folgt geändert:

a) Im Artikel III § 3 werden im Abs.1 die Worte „vor dem 1. April 1933“ durch die Worte ersetzt „vor dem 1. Juli 1933“;

b) im Artikel III § 3 erhält Abs. 2 folgende Fassung: „(2) Für Bildstreifen, die vor dem 1. Juli 1933 als Lehrfilme anerkannt worden sind, gelten die Vorschriften des Artikel II § 9 Abs. 2 bis 4 entsprechend. Dabei ist im Sinne des Artikels II § 9 Abs. 3 die Anerkennung eines Bildstreifens mit fortlaufender Spielhandlung als Lehrfilm gleichzuachten der Anerkennung als besonders wertvoller Bildstreifen. Diese Bestimmungen finden keine Anwendung, wenn seit dem Ablauf des Jahres, in dem die Anerkennung als Lehrfilm ausgesprochen wurde, drei Jahre verstrichen sind; sie treten am 31. Dezember außer Kraft.“

§ 2

Die Bestimmungen über die Vergnügungssteuer vom 7. Juni 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 351) werden wie folgt geändert: Im Artikel II § 9 erhalten die Abs. 2 bis 4 folgende Fassung:

„(2) Wenn bei solchen Veranstaltungen Bildstreifen, die von einer der Kammern für Filmwertung beim Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin oder von der Bayerischen Lichtbildstelle in München als staatspolitisch wertvoll, als künstlerisch, als volksbildend oder als kulturell wertvoll anerkannt sind, in einer Gesamtlänge von mehr als 250 Meter (mehr als 100 Meter bei Schmalfilmvorführungen) vorgeführt werden, so tritt an die Stelle des im Abs. 1 bezeichneten Steuersatzes ein ermäßigter Steuersatz. Werden Bildstreifen vorgeführt, die von den im Satz 1 genannten Stellen als staatspolitisch wertvoll anerkannt und im Auftrag oder mit ausdrücklicher vorheriger Zustimmung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda oder der Reichspropagandaleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei hergestellt sind, so findet der ermäßigte Steuersatz auch dann Anwendung, wenn bei einem Vorführung die Gesamtlänge der anerkannten Bildstreifen 250 Meter (100 Meter bei Schmalfilmvorführungen) nicht überschreitet. […]

(3) Im letzten Falle (mehr als 4/5 anerkannte Bildstreifen) tritt Steuerfreiheit ein, wenn nur Filme ohne fortlaufende Spielhandlung oder – zusammen mit ihnen oder allein – solche Filme mit fortlaufender Spielhandlung vorgeführt werden, die von den im Abs. 2 genannten Stellen als besonders wertvoll anerkannt sind.

(4) Die im Abs. 2 vorgesehene Steuerermäßigung und die im Abs. 3 vorgesehene Steuerbefreiung treten nicht ein, wenn neben der Vorführung von Bildstreifen Veranstaltungen anderer Art ohne staatspolitisch wertvollen, künstlerischen, volksbildenden oder kulturell wertvollen Charakter dargeboten werden, sofern diese zeitlich mehr als 1/5 des Programms der Gesamtveranstaltungen in Anspruch nehmen.“

§ 3

Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Juli 1933 in Kraft.

Aus: Sösemann/Lange, Propaganda, Nr. 127.

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Bibliografie

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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 21.12.1933

BMP_21.12.1933, Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Sterilisierung von 400 000 Menschen, BMP Seite 2

+BMP_21.12.1933, S.2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Sterilisierung von 400 000 Menschen, BMP Seite 2 (Transkript)

Am 1. Januar tritt das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in Kraft. Im ganzen Reichsgebiet werden bis zum 1. Januar annähernd 1700 Erbgesundheitsgerichte und 27 Erbgesundheitsobergerichte entstehen, die sofort ihre Arbeit aufnehmen. Die Wissenschaft schätzt die Zahl der Personen, die innerhalb kurzer Zeit einer Sterilisation unterzogen werden müssen, auf rund 400 000 Menschen. Sie verteilen sich auf alle neun Krankheiten, die das Gesetz als Erbkrankheiten aufzählt. Die Hälfte leidet an angeborenem Schwachsinn.

Die rund 400 000 Kranken bestehen etwa je zur Hälfte aus Männern und Frauen. Man setzt für die Operation eines Mannes etwa 20 Mark an. Sie ist so einfach durchzuführen, daß der Mann nur vier Tage zu liegen braucht.

Etwas umständlicher ist der Eingriff bei den Frauen. Sie bedürfen mindestens eines achttägigen Krankenlagers und eines Aufwandes pro Kopf von etwa 50 Mark, so daß die Sterilisation von 200 000 Frauen 10 Millionen Mark kosten würde. Diese 14 Millionen Mark bedeuten zunächst eine Sonderlast in den ersten Jahren.

Prof. Lenz hat den heute jährlichen Aufwand für die Erbkranken im geringsten Falle mit 350 Millionen Mark berechnet.

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Schriftleitergesetz am 1. Januar, BMP Seite 3

+BMP_21.12.1933, S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Anders als die ebenfalls im Ullstein-Verlag erscheinende „Vossische Zeitung“ verzichtete die BMP auch auf jeglichen distanzierenden Kommentar zum Schriftleitergesetz und zu den Ausführungsbestimmungen, die den „Schriftleiter“ zum regierungsfrommen Berichterstatter machten.

 

Schriftleitergesetz am 1. Januar, BMP Seite 3 (Textauszug)

Für die Ausübung des Berufs als Schriftleiter ist im Schriftleitergesetz selbst die Reichsangehörigkeit und die arische Abstammung erforderlich. Aussicht auf Befreiung vom Erfordernis der arischen Abstammung haben Personen, die im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, oder deren Väter oder Söhne im Weltkrieg gefallen sind.

Grundsätzlich und praktisch von Bedeutung ist dabei die Bestimmung, wonach die Eignung zum Schriftleiterberuf solche Personen nicht haben, die in ihrer bisherigen Schriftleitertätigkeit ständig und wesentlich gegen die Pflichten verstoßen haben, die sie nach dem Gesetz erfüllen sollen und die sich weiterhin in ihrer beruflichen oder politischen Betätigung als Schädlinge an Staat und Volk erwiesen haben.

Verantwortungsbewußtsein gegenüber Staat und Volk und persönliche Lauterkeit sollen über die Eignung zum Schriftleiterberuf entscheiden.

Der Leiter des Landesverbandes der Deutschen Presse ist verpflichtet, in seinem Bezirk darüber zu wachen, daß niemand unbefugt die Tätigkeit eines Schriftleiters ausübt, oder sonst gegen die Strafvorschriften des Gesetzes verstößt.

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Pressestimmen

Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ), 32/33, Nr.50 Titel vom 21.12.1933

AIZ 21.12.1933

aus:

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Treuhänder einer Idee. Von Franz Eugen Fuchs, CV Zeitung vom 21.12.1933

+CV 21.12.1933_a

Quelle: AKiP

 

Zur Fortsetzung des Artikels

 

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Aus einem Bericht des »Völkischen Beobachters« über die Richtlinien des Reichsinnenministers Wilhelm Frick zur Einführung des Deutschen Grußes in den Schulen (21. Dezember 1933)

Lehrer und Schüler erweisen einander innerhalb und außerhalb der Schule den Deutschen Gruß (Hitlergruß).

Der Lehrer tritt zu Beginn jeder Unterrichtsstunde vor die stehende Klasse, grüßt als erster durch Erheben des rechten Armes und die Worte »Heil Hitler«; die Klasse erwidert den Gruß durch Erheben des rechten Armes und die Worte »Heil Hitler«. Der Lehrer beendet die Schulstunde, nachdem sich die Schüler erhoben haben, durch Erheben des rechten Armes und die Worte »Heil Hitler«; die Schüler antworten in gleicher Weise.

Sonst grüßen die Schüler die Mitglieder des Lehrkörpers im Schulbereich nur durch Erheben des rechten Armes in angemessener Haltung.

Wo bisher der katholische Religionsunterricht mit dem Wechselspruch »Gelobt sei Jesus Christus« – »In Ewigkeit Amen« begonnen und beendet wurde, ist der Deutsche Gruß zu Beginn der Stunde vor, am Ende der Stunde nach dem Wechselspruch zu erweisen.

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 696Horkenbach, Reich, 697

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Der evangelische Reichsbischof Ludwig Müller unterstellt das Evangelische Jugendwerk der Befehlsgewalt von Reichsjugendführer Baldur von Schirach.

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Dokumente

Presseanweisung vom 21.12.1933 zum Veröffentlichungsverbot der Reisepläne Adolf Hitlers zur Weihnachtszeit

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 266

aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 266

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Bibliografie

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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 20.12.1933

Entlassung von Schutzhäftlingen. In Oranienburg, Brandenburg und Sonnenburg, BMP Titel

+BMP_20.12.1933_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Mit diesen in nahezu regelmäßigen Abständen erscheinenden Artikeln sollte Zweierlei erreicht werden: Die Bevölkerung sollte derartige Lager als normale Bestandteile des Strafvollzugs akzeptieren. Zur Bekräftigung dieser Einstellung war es nötig, nicht allein über Verhaftungen zu berichten, sondern auch über Entlassungen zum Wohl der NS-Volksgemeinschaft.

 

Entlassung von Schutzhäftlingen. In Oranienburg, Brandenburg und Sonnenburg, BMP Seite Titel (Textauszug)

Aus den Konzentrationslagern Oranienburg und Brandenburg wurden Montag, wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, in Verfolg des Gnadenerlasses des preußischen Ministerpräsidenten die Schutzhäftlinge entlassen, die auf Grund ihrer bisherigen Führung die Gewähr bieten dürften, daß sie voraussichtlich in Zukunft sich politisch einwandfrei bewegen werden.

Bei der Entlassung war der Direktor des Geheimen Staatspolizeiamtes, Ministerialrat Diels, zugegen, der auch bei dieser Gelegenheit einige mahnende Worte an die Gefangenen richtete. Der Ministerpräsident habe den Gnadenerlass auf Grund des günstigen Wahlergebnisses herausgegeben. Wenn man sie jetzt entlasse, so sagte er u. a., rechne man nicht damit, daß sie nun sofort alle überzeugte Nationalsozialisten würden. Man verlange aber, daß sich wieder in die jetzige staatliche Ordnung gehörig einfügten. Es sei ihnen aber gesagt, daß sie auf unnachsichtige Strenge zu rechnen hätten, wenn sie erneut wegen staatsfeindlicher Umtriebe mit den Behörden in Konflikt kämen.

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Doktordiplome für nichtarische Medizin-Studierende, BMP Seite 3

+BMP_20.12.1933_S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Doktordiplome für nichtarische Medizin-Studierende. Vom Rektor der Universität Berlin wird folgendes bekanntgegeben:, BMP Seite 3 (Transkript)

„Das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat mitgeteilt, daß nichtarische Medizinstudierende mit der Erteilung der Approbation nicht rechnen können. Da das medizinische und zahnmedizinische Doktordiplom nach den bestehenden Vorschriften nur Reichsausländern ohne Rücksicht darauf, ob und wann sie die deutsche Approbation als Arzt (Zahnarzt) erhalten, ausgehändigt wird, bleibt reichsdeutschen nichtarischen Kandidaten, die das Doktordiplom vor der Erlangung der deutschen Approbation als Arzt (Zahnarzt) haben wollen, nur übrig, auf die deutsche Reichsangehörigkeit zu verzichten und ihre Entlassung aus der Staatsangehörigkeit gemäß §§ 18-24 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1933 zu beantragen.“

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Pressestimmen

Führerprinzip und Selbstverwaltung. Das preußische Reformwerk, Vossische Zeitung vom 20.12.1933

+VZ 20.12.1933_a+VZ 20.12.1933_b

Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

 

Führerprinzip und Selbstverwaltung. Das preußische Reformwerk, Vossische Zeitung vom 20.12.1933 (Transkript)

Der Nationalsozialismus fand, als er im März dieses Jahres die Macht ergriff, auf dem Gebiete der kommunalen Selbstverwaltung vor. Intakt geblieben war im wesentlichen die ländliche Selbstverwaltung, soweit sie sich noch auf ehrenamtlicher Grundlage aufbaute. Das Führerprinzip, das der Nationalsozialismus sofort in der Reichs- und Staatsverwaltung anwandte, mußte in konsequenter Fortführung der nationalsozialistischen Grundsätze auch auf die kommunale Verwaltung übertragen werden. Die Steinsche Selbstverwaltung konnte dazu nicht zum Ausgangspunkt genommen werden, weil sie wohl in der ideellen Zielsetzung und in der praktischen Arbeit ein Führerprinzip im Sinne des § 110 der Städteordnung entschieden vertrat, aber die Wahl der Leiter der Städte und Gemeinden in die Hand der Bürgerschaft legte und nur ein Bestätigungsrecht des Staates vorsah. Wollte man ein häufig mißverstandenes Wort zitieren, dann könnte man sagen, Stein wollte die Aristokratie durch die Demokratie und der Nationalsozialismus will die Demokratie (im Sinne der Anteilnahme des Volkes an der Regierung) durch die Aristokratie. Die innere Verbindung von Stein zu der Kommunalreform des Nationalsozialismus geht zweifellos über den § 110 der Städteordnung von 1808, nur daß es jetzt heißt: Gesetz und Berufung sind die Vollmacht der Leiter der Kommunen, ihre Ueberzeugung und ihre Ansicht vom gemeinen Besten der Stadt ihre Instruktion.

Es gibt in Zukunft grundsätzlich kein Wahl eines Oberbürgermeisters, Bürgermeisters oder Gemeindevorstehers mehr.

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Reichsbund Volkstum und Heimal, Berliner Tageblatt vom 20.12.1933

BT (Abend) 20.12.1933_Reichsbund

 Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 17.12.1933 – Stefan George

BIZ 17.12.1933
Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 17.12.1933 – Wer ein Auto kauft, dient der Nation und fördert sich selbst

BIZ 17.12.1933_Auto
Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 693_aHorkenbach, Reich, 693_b

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Aus einem Brief des Vereins Deutscher Teichwirte e. V. an den »Führer des neuen Deutschlands« (20. Dezember 1933)

Alljährlich senden die schlesischen Teichwirte dem Reichspräsidenten, Herrn Generalfeldmarschall von Hindenburg, als Zeichen der Verehrung zum Weihnachtsfest einen schlesischen Spiegelkarpfen.

Die deutschen Teichwirte halten es für selbstverständlich, diese Tradition auf den Führer des neuen Deutschlands auszudehnen, und bitten Sie, dieses besonders gut gelungene Exemplar schlesischer Zucht mit den aufrichtigsten Wünschen zum Weihnachtsfest freundlichst annehmen zu wollen. [Darauf der doppeldeutige Vermerk der Reichskanzlei: »Karpfen eingegangen«!]

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Aufgrund eines Reichsgesetzes führen deutsche Handelsschiffe gemeinsam die schwarzweißrote und die Hakenkreuzflagge als Nationalitätszeichen.

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Reichsinnenminister Wilhelm Frick führt „Leitgedanken zur Schulordnung“ als verbindliche Richtlinien in das deutsche Schulwesen ein. Oberste Bildungsaufgabe ist demnach „die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geist“.

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Bibliografie

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Zehn Todesurteile rechtskräftig geworden, BMP Seite 2

++BMP_19.12.1933_S.2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Zehn Todesurteile rechtskräftig geworden, BMP Seite 2 (Transkript)

Der dritte Strafsenat des Reichsgerichts hat das Urteil des Schwurgerichts Düsseldorf vom 7. September d. J. Bestätigt, durch das neun Kommunisten wegen Mordes zum Tode verurteilt worden waren. Außerdem hat der Senat die im Urteil ausgesprochene Bestrafung des Arbeiters Lukat wegen Mordversuches aufgehoben und statt dessen die Strafe wegen Mittäterschaft an gemeinsam begangenem Mord mit einem Todesurteil eingesetzt. Es sind demnach durch diese Entscheidung zehn Todesurteile rechtskräftig geworden.

Es handelt sich um die Angeklagten Schmidt (früherer kommunistischer Stadtverordneter), Arnstey, Masgai, Tibulski, Rohles, Eggert, Riebandt, Herr, Huppertz und, wie gesondert bemerkt, Lukat.

Die Angeklagten hatten am 19. Juli vergangenen Jahres bei einem planmäßigen nächtlichen Überfall auf das SA-Heim in Erkrath den SS-Mann Hilmer, der als Posten aufgesteuert war, durch Schüsse getötet. Weiterhin hatten sie einen SA-Mann Groß durch Schüsse schwer verletzt.

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Schachts neuer Zinsplan, BMP Seite 6

+BMP_19.12.1933_S.6

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die finanzielle Situation des Deutschen Reiches hatte sich im internationalen Rahmen trotz der Bemühungen des Ministers Schacht so wenig verbessert, dass die Berliner Morgenpost und auch die anderen Zeitungen die Situation günstiger darzustellen hatten. Der versierte Leser des Wirtschaftsteils konnte allerdings schwerlich über den Ernst der Lage getäuscht werden.

 

Schachts neuer Zinsplan, BMP Seite 6 (Textauszug)

Die Scripts können aber von den Besitzern jederzeit verkauft werden, da die Golddiskontbank vorläufig ständiger Käufer zu einem Kurs von 50 Prozent für dieses Papier ist. Der Ausländer erlitt also, wenn er diese Scrips sofort flüssig machte, einen Verlust auf seinen Zinsanspruch, der aber bei weitem nicht so hoch ist, wie beispielsweise die Einbuße, die er auf Dollar- oder Pfundanleihen infolge Entwertung der angelsächsischen Währungen in Kauf hätte nehmen müssen.

An dieser grundsätzlichen Regelung ist auch jetzt festgehalten worden. Lediglich mit dem Unterschied, daß vom 1. Januar bis 30. Juni 1934 – bis zu diesem Datum gelten die neuen Bestimmungen – nur 30 Prozent der fälligen Zins- und Gewinnanteils-Beträge auf die deutschen Auslandsschulden in Devisen transferiert werden können.

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Pressestimmen

Ley über die deutsche Presse. Generalanzeiger-Typ soll verschwinden, Berliner Tageblatt vom 19.12.1933 vom 19.12.1933

BT (Abend) 19.12.1933

Quelle: AKiP

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Die zwei Nationalhymnen, Neue Zürcher Zeitung vom 19.12.1933

NZZ 19.12.1933_Hymnen

Quelle: AKiP

 

Die zwei Nationalhymnen, NZZ vom 19.12.1933 (Transkript)

Ein Erlaß des Reichswehrministeriums bestimmt, daß die Militärkapellen an allen Anlässen, bei denen bisher das Deutschlandlied als Nationalhymne gespielt wurde, im Anschluß daran künftig auch das Horst-Wessel-Lied („SA marschiert mit ruhig festem Schritt“) zu spielen haben. Die Komposition dieses Kampfliedes der nationalsozialistischen Bewegung wird allen Musikkapellen der Wehrmacht auf dienstlichem Wege zur Verfügung gestellt werden.

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„Deutschland. Beschlagnahmung der Basler Nationalzeitung“, Neue Zürcher Zeitung vom 19.12.1933

NZZ 19.12.1933_Zeitung

Quelle: AKiP

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Stimmen zur Judenfrage, Jüdische Rundschau vom 19.12.1933

JR 19.12.1933

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 19.12.1933 – Die originelle Tarnung

Brennessel 19.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 692

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Studt, Reich, 31————-

In Berlin tagt erstmals der neugeschaffene Außenhandelsrat. Er soll Vorschläge zur Erhöhung der deutschen Exporte ausarbeiten.

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Dokumente

Antisemitische Verordnungen vom 19.12.1933

Walk, Sonderrecht, 65_Schriftleitergesetz

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Walk, Sonderrecht, 65_Prüfungsordnung

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Walk, Sonderrecht, 65_Hochschulen

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Walk, Sonderrecht, 65_Ausreisevermerke

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Bibliografie

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel vom 18.12.1933

„Weihnachtsstimmung“ in Oesterreich, Münchner Neueste Nachrichten Titelseite

+MNN 18.12.1933

Quelle: AKiP

 

„Weihnachtsstimmung“ in Oesterreich, MNN 18.12.1933 Titelseite (Textauszug)

Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat aus den Wirrnissen der Besprechungen über die Regierungsumbildung den angenehmsten Ausweg der Vertagung einer Entscheidung gefunden. Die Verhandlungen mit den Landbundführern über ihren Wiedereintritt in die Regierung sind auf Anfang Januar verschoben worden und Oesterreich kann, sofern ihm der Kinderglaube noch eigen ist, ungestörte frohe Weihnachten feiern. […]

In Tirol allerdings, wo man in der Bekämpfung des Nationalsozialismus den Stolz darein setzte, am schärfsten vorzugehen, weil man sich wie die „Reichspost“ kürzlich in einem Leitartikel vielsagend erklärte, „im Wirbelsturm der Zeit“ fühlte, ist nach den Ausschreitungen der Heimatwehrhilfspolizei ein deutlich merkbarer Katzenjammer eingezogen. Der traurige Vorfall der Erschießung des Reichswehrsoldaten Schuhmacher durch die Heimatwehrpatrouille – über deren Bestrafung bisher noch nichts verlautet – hat den maßgeblichen Stellen doch endlich vor Augen geführt, daß nichts damit getan ist, seit Monaten einen unhaltbaren Zustand an der Grenze gegen das Reich aufrechtzuerhalten, wie ihn die Heimatschutzorgane in Wort und Bild täglich predigen und ihre Abteilungen handhaben.

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Weitere Pressestimmen

Die Berliner Besprechung, Neue Zürcher Zeitung 18.12.1933

+NZZ 18.12.1933
Quelle:AKiP

 

Die Berliner Besprechung, NZZ 18.12.1933 (Textauszug)

Im Zusammenhang mit der Fülle politischer Gespräche der europäischen Staatsmänner wird dem Besuch des italienischen Unterstaatssekretärs Suvich hier besondere Bedeutung beigemessen, schon wegen der Vertrauensstellung, die Suvich im italienischen Außenamt bei Mussolini hat. Der offizielle Empfang hier ist von betonter Herzlichkeit, ebenso die Begrüßung in den Zeitungen. Es war ein interessanter Zufall, daß der italienische Staatsmann hier eintraf, als die beiden Unterredungen Hitlers und Neuraths mit dem englischen und dem französischen Botschafter kurz vorhergegangen waren, so daß Herr Suvich sich darüber auf frischer Tat informieren konnte. Mit eigenen Vermutungen und Betrachtungen über das, was diplomatisch vor sich geht, hält hier die Presse zurück, solange eine offiziöse Entsiegelung der Lippen nicht erfolgt ist.

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Brennessel, Nr. 50 Titelblatt vom 12.12.1933

Brennessel 12.12.1933_Titel

Quelle: AKiP

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Brennessel, Nr. 50 vom 12.12.1933 – In Sachen „Petit Parisien“

Brennessel 12.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Studt, Reich, 31———-

Dokumente

Antisemitische Verordnungen vom 18.12.1933

Walk, Sonderrecht, 64_a

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Walk, Sonderrecht, 64_b

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Bibliografie

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 17.12.1933

BMP_17.12.1933_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Kein Zwang auf Zeitungsleser, BMP Seite 3        

+BMP_17.12.1933_S.3Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die Aggressivität derjenigen Genossen, die Abonnenten für Parteizeitungen zu werben versuchten, war so augenfällig geworden, dass sich die NSDAP gezwungen sah, besänftigend einzugreifen. Dennoch konnte die Monopolpartei ihre Bemühungen mit subtileren Mitteln erfolgreich fortsetzen.

 

Kein Zwang auf Zeitungsleser. Eine Verfügung des Stellvertreters des Führers, BMP Seite 3 (Transkript)

Zwecks Gewährleistung des organischen Aufbaues der deutschen Presse im nationalsozialistischen Staat und der lückenlosen Wirksamkeit der Anordnung der Reichspressekammer übernehme ich die Anordnung für den Gesamtbereich der Partei und bestimmt hiermit zu deren Ziffern 2 bis 51.

Alle Parteigenossen, gleichgültig in welchen politischen oder wie immer gearteten Organisationen sie tätig sind, sind verpflichtet, dieser über Fragen des Pressewesens erlassenen Anordnungen innerhalb ihres Arbeitsbereiches nachzukommen.“

Die Ziffern 2 bis 5 der erwähnten Anordnungen bestimmen, daß eine Verpflichtung zum Bezuge bestimmter Zeitungen nicht zufällig sei, insbesondere nicht durch Anordnungen oder Befehle. Ebensowenig dürfe eine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zeitungen ausgeübt werden. Auch die Werbungen der Bezieher von Zeitungen nach Listen oder bezirksweise oder von Haus zu Haus ist für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1934 verboten.

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Weihnachtsfeier der Eisenbahner, BMP Seite 10

+BMP_17.12.1933_S.10
Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Weihnachtsfeier der Eisenbahner. Im Sportpalast, BMP Seite 10 (Textauszug)

Die Reichsbahndirektion Berlin veranstaltete gestern im Sportpalast eine Weihnachtsfeier für ihre Beamten und Arbeiter, soweit sie vom Dienst abkömmlich waren. Etwa 20 000 Eisenbahner waren in der mit Tannengrün und hunderten von Weihnachtsbäumen geschmückten Halle versammelt. In der Mitte war ein Podium für das Weihnachtsspiel aufgebaut, an den Rängen hingen elektrisch erleuchtete Transparente mit Weihnachtssprüchen. […]

Der Stellvertretende Direktor Kleinmann führte danach in seiner Rede u. a. aus: Das Dritte Reich verlange von jedem Volksgenossen eine Läuterung seiner alten Anschauungen, die Abkehr vom Klassenkampf und Standesdünkel, vom Materialismus und Egoismus. Es fordere enge Verbundenheit aller Deutschen in der deutschen Volksgemeinschaft. Und diese enge Verbundenheit müsse sich überall zeigen, im Dienst und außerhalb des Dienstes.

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Pressestimmen

Volk und Geist von Max Rychner, Neue Zürcher Zeitung vom 17.12.1933

+NZZ 17.12.1933

Quelle: AKiP

 

Volk und Geist von Max Rychner, NZZ vom 17.12.1933 (Textauszug)

Inzwischen hat in Deutschland die Partei gesiegt, die sich selber auch die Bewegung nennt. Auf diesen bewegten Boden der Tatsachen hat sich auch „Die Tat“ gestellt.  Ihre beiden früheren Protagonisten sind dabei in den Hintergrund getreten. Aber manche ihrer früheren Negationen passen wesensmäßig zu den Positionen, die sie heute vertritt. Da ist es aufschlußreich, zu erfahren, wie sie sich zu dem Grundproblem „Volk und Geist“ stellt. Ueber dieses Thema erschien im Oktoberheft ein Leitartikel aus der Feder des Hauptschriftleiters Giselher Wirsing. Seine Ausführungen haben mehr als persönliche, sie haben typische Geltung für ein heranwachsendes Geschlecht.

Er geht aus von der in der westlichen Welt, aber auch in manchen Schichten der deutschen Intelligenz vorhandenen Unsicherheit in bezug auf die Geltung des Geistes im Dritten Reich. Und er stellt fest, daß die Bücherverbrennungen im Frühjahr diese Unsicherheit in hohem Grad gefördert hat. So trifft Wirsing eine grundlegende Unterscheidung, um den Vorwurf der Geistfeindschaft zu entkräften: „Die deutsche Revolution ist anti-intellektuell, aber sie ist nicht ungeistig. Sie will den Dunstkreis der Intellektualität, der sich in der Republik von Weimar über Deutschland ausbreitete, zerstören, um abermals Volk und Geist zu vermählen.“ […]

Intellektueller – das ist in Deutschland nun einmal ein Schimpfwort, nicht erst seit heute, schon seit langer Zeit. Zum Schimpfwort haben es gestempelt erstens die Intellektuellen, zweitens jene, die es nicht sind. In zahllosen Schriften, Artikeln usw. wird gewohnheitsmäßig eine Menschengattung deklassiert, die von der Natur mit endloser Geduld regelmäßig hervorgebracht wird, so gut wie Rothaarige, Linkshänder, Rekordläufer usw. Im Grund ist es meistens nicht der Grad der Intellektualität, der so schroffe Ablehnung erfährt; man prügelt den Intellekt und meint gewisse Charakterzüge. Wirsing nennt als „Erzpriester der Elite der Intellektuellen“: Einstein. Ueber Einsteins Intellekt mitzureden, wäre Wirsing als Nichtphysiker nicht zuständig; er ermangelt der Voraussetzungen, um zu wesentlichen Einsichten in die Struktur eines so gearteten wissenschaftlichen Geistes zu gelangen. Aber er meint auch nicht diesen Einstein, sondern den pazifistischen Politiker, und ihm bringt er eine elementare Abneigung entgegen. […]

Der berühmte Name des einen Forschers steht hier nur als Exponent. Es geht bei Wirsing gegen die intellektuelle Elite, wie sie zur Zeit des „Systems“ in Blüte gestanden habe. Das ist nicht ganz eindeutig, denn als Elite haben sich viele Kreise gefühlt.

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Beendete Zeitungskrise, Berliner Tageblatt vom 17.12.1933

 

BT 17.12.1933_a

Quelle: AKiP

 

Zur Fortsetzung des Artikels

 

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„Das Interview: ‚Schicksalswende eines Volkes'“, Berliner Tageblatt vom 17.12.1933

 

BT 17.12.1933_Ausland
Quelle: AKiP

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Berliner Illustrirte Zeitung vom 17.12.1933 – Partei und Staat werden eins (Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß wird zum Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett Hitler ernannt))

BIZ 17.12.1933

Quelle: AKiP

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Simplicissimus, Nr. 38 Titelseite vom 17.12.1933

Simpl 17.12.1933_Titel

Quelle: AKiP

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Simplicissimus, Nr. 38 vom 17.12.1933 – (Ohne Titel)

Simpl 17.12.1933

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 12.12.1933 – Buchmesse

Brennessel 12.12.1933_Bild

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 12.12.1933 – Von wegen Propaganda…

Brennessel 12.12.1933

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Während einer Auseinandersetzung bezeichnet Emil Nolde seinen Kollegen Max Pechstein als Juden, dessen »authentische« arische Abstammung jedoch von der Berliner Akademie auf Grund des Gutachtens des Sachverständigen für Rassenforschung am 22. Sept. bestätigt wurde.

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Der tschechoslowakische Außenminister Eduard Benes äußert sich positiv zur französischen Idee einer wirtschaftlichen Union der Donaustaaten. Dies sei eine der drei Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Gesundung Österreichs. Die beiden anderen Wege – die Benes allerdings gleich verwirft – wären der „Anschluß“ an das Deutsche Reich oder ein Zusammenschluß mit Ungarn unter Wiederherstellung der Monarchie.

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Bibliografie

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 16.12.1933

BMP_16.12.1933_Titel

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Das Stadion der 500 000. Die neue große Sport-Anlage an der Heerstraße, BMP Seite 3

+BMP_16.12.1933_S.5

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Das Stadion der 500 000. Die neue große Sport-Anlage an der Heerstraße, BMP Seite 5 (Transkript)

Das große persönliche Interesse, das Reichskanzler Adolf Hitler an der deutschen Jugend und ihrer Erziehung zum Sport nimmt, hat seinen Ausdruck in der Auswahl des Stadion-Projektes gefunden, das in seiner Großartigkeit Berlin eine Sportanlage beschert, die ihresgleichen nicht in der Welt hat.

Das vom Führer gewählte Projekt faßt in einem einzigen riesigen Festplatz Kampf- und Übungsstätten sämtlicher Sportarten sowie eine große Freilichtbühne mit dem Olympiastadium und dem Aufmarschgelände zusammen. In der Mitte des Festplatzes wird der Stadionbezirk liegen. Im Osten sind auf dem Vorgelände die Parkplätze für Tausende von Autos vorgesehen, im Westen ist das Aufmarschgelände, im Norden das Sportforum, an das sich im Nordosten Radfahr- und Tennisstadion anschließen, während im Nordwesten die Deutsche Freilichtbühne ihren Platz finden wird. Im Südosten ist hinter den alten Rennbahn-Tribünen das Gelände für die Reitturniere angegliedert.

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Werbeanzeige zum Filmstart der Dokumentation „Sieg des Glaubens“ von Leni Riefenstahl über den NSDAP-Parteitag 1933 in Nürnberg, BMP Seite 4

+BMP_16.12.1933_S.4_Sieg des Glaubens

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Trotz des Massenstarts hat der Film die NS-Führung dennoch nicht begeistert.  Erst später, 1935, in  „Triumph des Willens“, hat die Regisseurin Leni Riefenstahl die Intentionen der Machthaber kongenial umgesetzt.

 

Anzeige: Der Sieg des Glaubens geht durch Berlin, BMP Seite 4 (Textauszug)

Der Film vom Reichsparteitag der NSDAP 1933 – Nürnberg.

In 34 Sonderveranstaltungen in allen Teilen der Reichshauptstadt

Sonnabend, den 16.12.1933
Nachtveranstaltungen in:
Titania, Steglitz….23:30
(…)

Sonntag, den 17.12.1933
Matineen in:
Titania, Steglitz….11:30
(…)

Im Beiprogramm:
Blut und Boden
Der siedlungspolitische Film, hergestellt vom Stabsamt des Reichsbauernführers Darré.

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„Staatskommissar Hinkel über die Aufgaben des Kampfbundes für deutsche Kultur. Das Januar-Programm“ und „Die abgebissene Nase. Schlimme Folgen einer Bierreise“, BMP Seite 6

+BMP_16.12.1933_S.6

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Der Landesleiter berichtete über die bisherigen Aktivitäten in jenem Stil, den man beim Namen seiner Organisation vermuten durfte. Hinkel gehörte zu den antisemitischen „Scharfmachern“ und führte seinen Bund als „Vortrupp“ im Kampf um weltanschauliche Ziele.

 

„Staatskommissar Hinkel über die Aufgaben des Kampfbundes für deutsche Kultur. Das Januar-Programm“, BMP Seite 6 (Textauszug)

Hinkel führte u. a. aus, der Kampfbund für deutsche Kultur als nationalsozialistische Kultur-Organisation habe bereits eine größere Reihe von Arbeiten praktisch lösen können. Der Kampfbund betrachte sich als Vortrupp und sei daher nicht in die amtliche Partei-Organisation eingeordnet worden. An Stelle der vielen Gruppen und Grüppchen, die grade in kultureller Hinsicht bestanden hätten, seien jetzt große Organisationen getreten, so daß ein einheitliches Handeln erforderlich gewesen sei. Dieses müsse organisch vor sich gehen, obwohl eine Erziehung in ganz bestimmtem Sinne natürlich notwendig sei.

Der Kampfbund für deutsche Kultur lehne es ab, sich selbst aktiv durch Ausstellungen oder Kampfbund-Theater zu betätigen. Dem neuen Schaffen sollen Tür und Tor geöffnet bleiben. Es werde mit Entschiedenheit durchgegriffen werden, wo sich irgendwelche Mißstände zeigen sollten. Der Kampfbund sei mit der Hitlerjugend und dem Feierabendwerk in Verbindung getreten und vertrete dort hauptsächlich die weltanschaulichen Dinge. Bei den übrigen Veranstaltungen werde auf die Individualität weitgehend Rücksicht genommen werden.

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Hinweis

Die Justizreportage über diesen Prozess endete mit einer Kritik der Anonyma an dem als zu mild empfundenen Urteil. Sie erwartete von einem Richter im NS-System ein höheres Strafmaß.

 

Die abgebissene Nase. Schlimme Folgen einer Bierreise, BMP Seite 6 (Textauszug)

Einen Monat Gefängnis hält das Amtsgericht für eine ausreichende Sühne. War sie nach den heutigen Grundsätzen wirklich ausreichend…?

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Weniger Innungen, BMP Seite 11

+BMP_16.12.1933_S.11

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Weniger Innungen. Die Pressestelle der Handwerkskammer teilt mit:, BMP Seite 11 (Transkript)

Auf Grund von Beschlüssen der Innungsversammlungen hat der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und von Berlin vom 1. Januar 1934 ab die Errichtung von Einheitsinnungen angeordnet, und zwar für das Frisör-, Glaser-, Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-, Maler-, Schmiede-, Schuhmacher-, Tapezierer- und Uhrmacher-Handwerk.

Aus zusammen 45 für diese Handwerke in der Stadtgemeinde Berlin bestehenden Innungen ist für jedes Handwerk nur eine Innung geschaffen worden. In verhältnismäßig kurzer Frist ist damit in diesen Handwerken die einheitliche Organisation in Berlin hergestellt worden, was noch vor einiger Zeit als fast unmöglich angesehen wurde.

Auch die anderen Handwerke werden bald zu Einheitsinnungen zusammengefasst sein.

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Pressestimmen

Was die Erbkranken kosten, Berliner Tageblatt vom 16.12.1933

BT (Abend) 16.12.1933

Quelle: AKiP

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Blick in die Zeit vom 16.12.1933  – Der Kampf um den Glauben – kein Kampf gegen Hitler. (Times vom 4.12.1933)

+BidZ 16.12.1933_aQuelle:AKiP

 

Blick in die Zeit vom 16.12.1933 – Der Kampf um den Glauben – kein Kampf gegen Hitler. (Times vom 4.12.1933) (Textauszug)

Die geistige Unabhängigkeit, . . . ,die Unabhängigkeit des Geistes erwies sich als fest in dem deutschen religiösen Gewissen verankert, und die Maßnahmen und Vorschläge der radikalen Deutschen Christen riefen eine mächtige Gegenwehr hervor. Die Pastoren, welche leidenschaftlich glauben, daß die Mitgliedschaft zur Kirche nicht durch Blut oder durch Rasse, sondern im Geiste und durch die Taufe bestimmt wird, schlossen sich zu einem Notbund unter Dr. v. Bodelschwingh zusammen und verpflichteten sich, ihre Pflicht nur im Gehorsam gegen die Heilige Schrift zu erfüllen und den Arierparagraphen als dem Glaubensbekenntnis entgegenstehend und unannehmbar anzusehen. 22 Berliner Pastoren schickten wagemutig nach Wittenberg, […] ein Manifest, welches die Prinzipien des Notbundes enthielt. . . […] Die Zahl der Pastoren des Notbundes stieg rasch auf 3000 an. […] Es erwies sich, daß Gedankens- und Gewissensfreiheit im Lande Luthers noch immer eine Heimat hat. Der Reichsbischof hatte den Arierparagraphen zu suspendieren und die ursprünglichen Mitglieder des Kirchenministeriums fanden sich fast völlig isoliert und traten zurück… Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, daß die Protestbewegung in keiner Weise politisch ist und in keiner Weise gegen Hitler oder die nationalsozialistische Partei gerichtet ist. Dr. Barth weist ausdrücklich jegliche Opposition gegen den Führer der Nation von sich. […] Die Aufopferung der 22 Pastoren, die Führerschaft Dr. Bodelschwinghs und die Argumente Dr. Barths scheinen schließlich diesem Grundsatz im deutschen religiösen Leben seinen Platz zurückgegeben zu haben.

Zur Fortsstzung des Artikels

 

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Kladderadatsch, Nr. 50 Titelseite vom 10.12.1933

Kladd 10.12.1933_a
Quelle: AKiP

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Kladderadatsch, Nr. 50 vom 10.12.1933 – Auch eine Ahnenreihe

Kladd 10.12.1933_b

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Das ›Börsenblatt‹ schreibt über »die Aufgaben des deutschen Buchhandels im nationalsozialistischen Deutschland«: »Hat der Buchhandel versagt? Das ja und nein der deutschen Dichter und Schriftsteller. Eine offene und ernste Warnung an diejenigen deutschen Buchhändler, die sich heute noch dagegen sträuben, der Aufgabe zu dienen, deren Erfüllung die Führung des neuen Staates von dem gesamten Buchhandel fordert.«

Verboten wird von Erich Maria Remarque ›Der Weg zurück‹, Ullstein.

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Der Staatsrechtler Carl Schmitt nimmt in der „Juristischen Wochenschrift“ zur Rechtspraxis Stellung und erklärt, der NS-Staat sei „ein gerechter Staat“. Den Begriff „Rechtsstaat“ lehnt Schmitt als zu sehr auslegungsfähig und politisch vorbelastet ab. Bei der Anwendung der sog. Generalklauseln im Rechtswesen seien stets die Grundsätze des Nationalsozialismus maßgebend.

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Die Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes gibt in Berlin die Einführung einer studentischen Arbeitsdienstpflicht für das Jahr 1934 bekannt. Jeder Student, der in das 4. oder 6. Semester eintritt, ist verpflichtet, zwischen dem 1. März und dem 15. Mai seinen Arbeitsdienst abzuleisten.

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Alejandro Lerroux y García (Radikal-Republikanische Partei) bildet in Spanien ein Kabinett. Aus den Parlamentswahlen am 19. November und 3. Dezember sind die Rechtsparteien gestärkt hervorgegangen.

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 Tagebuch vom 16.12.1933

Victor Klemperer (1881-1960), Romanist

Klemperer, Tagebücher, 74Klemperer, Tagebücher, 75

aus: Klemperer, Tagebücher, 74f.

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Dokumente

Walk, Sonderrecht, 64

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Presseanweisung vom 16.12.1933 (1) zum deutsch-holländischen Wirtschaftsabkommen und den deutsch-finnischen Besprechungen

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 261

aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 261

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Presseanweisung vom 16.12.1933 (2) zum „rassischen Niedergang Frankreichs“

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 262

aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 262

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Aus der Schlußrede Georgi Dimitroffs im Reichstagsbrandprozeß (16. Dezember 1933)

Der Charakter dieses Prozesses wurde durch die These bestimmt, daß der Reichstagsbrand eine Sache der Kommunistischen Partei Deutschlands, ja sogar des Weltkommunismus gewesen ist. Dieser antikommunistische Akt, die Reichstagsbrandstiftung, wurde den Kommunisten in die Schuhe geschoben und zu einem Signal für den kommunistischen Aufstand erklärt, zu einem Fanal für die Änderung der deutschen Verfassung. Mit Hilfe dieser These wurde dem ganzen Prozeß ein antikommunistischer Charakter gegeben […]

Göring erklärte hier vor Gericht, daß die KPD in dem Augenblick, als Hitler an die Macht kam, genötigt war, ihre Massen anzufeuern und irgend etwas zu unternehmen. Er sagte: »Die Kommunisten waren gezwungen, etwas zu unternehmen – jetzt oder nie.« Er sagte, daß die Kommunistische Partei schon Jahre hindurch zum Kampf gegen den Nationalsozialismus aufrief und daß der KPD im Augenblick der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kein anderer Ausweg übrigblieb, als jetzt oder nie loszuschlagen […]

Die führenden Köpfe der KPD konnten nicht so denken, daß alles verloren ist und daß die Frage »entweder – oder« gestellt ist: entweder Aufstand oder Untergang. Solche dummen Gedanken konnte die Führung der KPD nicht haben. Die KPD wußte genau, daß die illegale Arbeit zahlreiche Opfer kosten wird, daß sie Selbstverleugnung und Mut erfordert, aber sie wußte auch, daß ihre revolutionären Kräfte sich stärken werden und daß sie fähig sein wird, die ihr gestellten Aufgaben zu meistern. Deshalb ist es ganz ausgeschlossen, daß die KPD in der damaligen Periode ein Vabanquespiel machen sollte. Die Kommunisten sind glücklicherweise nicht so kurzsichtig wie ihre Gegner. Und sie verlieren auch bei den schwierigsten Situationen die Nerven nicht.

Es muß hinzugefügt werden, daß die KPD und die anderen kommunistischen Parteien Sektionen der Kommunistischen Internationale sind […]

Die Kommunistische Internationale […] ist keine Verschwörerorganisation, sondern eine Weltpartei. Eine solche Weltpartei spielt nicht mit dem Aufstand und der Revolution. Eine solche Partei kann nicht zu ihren Millionen Anhängern offiziell eines sagen und gleichzeitig im geheimen das Entgegengesetzte tun. Eine solche Partei […] kennt keine doppelte Buchhaltung! […]

Massenarbeit, Massenkampf, Massenwiderstand, Einheitsfront, keine Abenteuer – das ist ja das Alpha und Omega der kommunistischen Taktik […]

Der Reichstagsbrand steht in keinerlei Verbindung mit der Tätigkeit der KPD, und zwar nicht nur nicht mit einem Aufstand, sondern auch mit keiner Demonstration, mit keinem Streik, mit überhaupt nichts dieser Art […]

Die Arbeiterschaft war in dieser Zeit in Abwehr gegen den angreifenden Faschismus. Die KPD versuchte, den Widerstand der Massen, die Verteidigung zu organisieren. Es ist aber bewiesen worden, daß der Reichstagsbrand ein Anlaß, ein Auftakt zum großangelegten Vernichtungsfeldzug gegen die Arbeiterschaft und ihre Vorhut, die KPD, gewesen ist […]

In dieser Beziehung ist auch die Notverordnung der deutschen Regierung vom 28. Februar 1933 ein Beweis.

aus: Overesch, Reich

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Bibliografie

Nachweis der Dokumentationen und Darstellungen sowie der Zeitschriften und Zeitungen

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„JOURNALISMUS IN DER DIKTATUR“

Ein Projekt des Deutschen Pressemuseums im Ullsteinhaus e.V.
im Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“

Über das Projekt| Zum Leitmotiv | Übersicht historische Orientierungen

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Übersicht
Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
Weitere Tagesmeldungen – Dokumente – Links

Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 15.12.1933

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Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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Die Jugend im Sportpalast, BMP Seite 3

+BMP_15.12.1933_S.3

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Die Jugend im Sportpalast, BMP Seite 3 (Transkript)

Den Höhepunkt der Kampfwoche der Studentenschaft für den deutschen Sozialismus bildete eine Versammlung, die gestern im Sportpalast stattfand.

Seit 5 Uhr spielten der Musikzug der Universität und die Stabskapelle des Gebiets Berlin der Hitlerjugend. Ein Chor, zusammengestellt aus sämtlichen Hoch- und Fachschul-Gruppen des NSDStB, Kreis III, und der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen, trug Gesänge und Sprechchöre vor. Lange vor Beginn war der Sportpalast überfüllt. Unter den Anwesenden bemerkte man Staatssekretär Oberst Hieri (den Leiter des Arbeitsdienstes) sowie die Rektoren der Berliner Hochschulen und zahlreiche Dozenten.

Nach dem Fahneneinmarsch sprach zunächst der Kreisführer Schrade Begrüßungsworte. Dann ergriff das Wort Reichsminister Dr. Goebbels, über dessen Rede wir noch besonders berichten werden. Die Rede wurde oft von stürmischem Beifall unterbrochen. Nach Dr. Goebbels sprach noch der Reichsinspekteur der Führerschule des deutschen Arbeitsdienstes Dr. Decker.

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Weihnachts-Feiern, BMP Seite 6

+BMP_15.12.1933_S.6

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Die geschilderten Feste verschiedener Institutionen an unterschiedlichen Orten in Berlin vermittelten dem Leser nur einen mäßigen Eindruck davon, in welchem Umfang christliche Tradition und NS-Weltanschauung „nach dem Willen des Führers“ offiziell verknüpft werden sollten. Auch in den Zeitungsbeiträgen der folgenden Tage wiederholte sich stereotyp die Feststellung, dass es den Veranstaltern um die Verbundenheit aller Volksgenossen gegangen sei.

 

Weihnachts-Feiern, BMP Seite 6 (Textauszug)

Beim Frauenhilfsverein der Polizei

Der Frauenhilfsverein bei der Staatlichen Polizei Berlin, der die Aufgabe hat, die Familien und Hinterbliebenen aller Beamten, Angestellten und Arbeiter dieser Behörde in Notfällen zu unterstützen, gedenkt alljährlich auch seiner Schützlinge zu Weihnachten. Das Fest soll in diesem Jahre, wie die Vorsitzende Margarethe von Levetzow, die Frau des Polizeipräsidenten, in ihrer Ansprache bei der Weihnachtsfeier im Wintergarten betonte, nach dem Willen des Führers die Verbundenheit aller Volkskreise beweisen.

In diesem Sinne hatten sich die Mitglieder des Vereins mit ihren Kindern zusammengefunden. Die Wintergarten-Direktion bot die schönsten Nummern des Abend-Programms: […]

Weihnachtsfeier der nationalsozialistischen deutschen Juristen

In den mit Tannenbäumen geschmückten Tennishallen fand die Weihnachtsfeier des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen, Gau Kammergerichtsbezirk Berlin, statt. Nach der Begrüßungsansprache von Syndikus Gürtzig gab Gauführer Rechtsanwalt Viek eine ausführliche Umschreibung des großen Spruchbands, das quer über die Halle hing: „Durch Nationalsozialismus dem deutschen Volk das deutsche Recht.“ Im Unterhaltungsteil wirkten außer dem Sprechchor der höheren Schulen u. a. Professor Max Saal mit seiner goldenen Harfe, Karin von der Heyde und ihr Frauenquartett sowie der kleine Gustl Gstettenbauer mit. Zum Abschluß wurde getanzt und das Glück an der reichhaltigen Tombola versucht.

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Pressestimmen

Kein Arierprinzip bei der Weihnachtswerbung, Jüdische Rundschau vom 15.12.1933

JR 15.12.1933

 Quelle: AKiP

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Hebräischer Fernunterricht, Jüdische Rundschau vom 15.12.1933

 

JR 15.12.1933_Fernunterricht

 Quelle: AKiP

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Simplicissimus vom 10.12.1933 Parlamentsdämmerung (Karikatur von Olaf Gulbransson)

Simpl 10.12.1933

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 12.12.1933 – Bilderbuch der „Guten alten Zeit“

Brennessel 12.12.1933

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 12.12.1933 – Selbstgespräch des letzten Demokraten

Brennessel 12.12.1933_Demokraten

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Horkenbach, Reich, 675

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Dokumente

Walk, Sonderrecht, 64

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Presseanweisungen vom 15.12.1933  zum Hinweis der Reichsregierung, wonach der englische Aussenminister Simon kein Jude sei.

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 260

 aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 260

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Bibliografie

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Ausgewählte Artikel – Zur historischen Orientierung
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Ausgewählte Artikel Berliner Morgenpost vom 14.12.1933

BMP_14.12.1933_Titel
Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

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„Die Aufgaben der deutschen Presse“ und „Mahnung zur Einfachheit“, Seite 2

+BMP_14.12.1933_S.2

Quelle: Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

 

Hinweis

Der Präsident der Reichspressekammer, Max Amann, wiederholte lediglich die wichtigsten Ausführungen von Goebbels zum Schriftleitergesetz (4.10.) und bekräftigte die Absicht der Regierung, den Wettbewerb der Zeitungen untereinander nicht beeinträchtigen zu wollen. Man erwarte jedoch, dass alle Presseorgane sich vorbehaltlos in den Dienst des Staates und der „Volksgemeinschaft“ stellten. Amann nahm selbst den größten Einfluss mit wirtschaftspolitischen Regelungen und Aufkäufen jüdischer Verlage.

 

Die Aufgaben der deutschen Presse, BMP Seite 2 (Textauszug)

Der äußere Aufbau der Reichspressekammer ist nunmehr durchgeführt. Der Reichspressekammer sind folgende Verbände und Fachschaften eingegliedert:

1. Reichsverband der Deutschen Presse. 2. Verein Deutscher Zeitungsverleger, 3. Reichsverband Deutscher Zeitschriftenverleger, 4. Reichsverband der Deutschen Korrespondenz- und Nachrichtenbüros Berlin, 5. Reichsverband der Evangelischen Presse und Fachschaft der katholisch-kirchlichen Presse, vereinigt in der Hauptfachschaft der kirchlich-konfessionellen Presse, 6. Reichsverband Deutscher Zeitschriften-Buchhändler, 7. Verband der Pressestenographen, 8. Fachschaft der Verlagsangestellten, 9. Fachschaft der Redaktionsangestellten.

Damit sind die im Presseberuf Mitwirkenden entsprechend den Bestimmungen des Reichskulturkammergesetzes und den Durchführungsverordnungen in der Reichspressekammer zusammengeschlossen. […]

Die Presse – berufen zum hingebungsvollen, stets opferbereiten Dienst für die Volksgemeinschaft – so führte der Präsident der Reichspressekammer u. a. aus, fordert von jedem, der zu ihrer Gestaltung mitberufen ist, strenge Erfüllung auch der kleinsten Pflicht und höchstes Verantwortungsbewußtsein.

Es ist festzustellen, daß von einem wesentlichen Teil der deutschen Presse die neue Aufgabe, die aus der nationalsozialistischen Revolution heraus erwachsen ist, noch gar nicht klar erkannt, geschweige denn erfüllt worden ist. Diese neue Aufgabe kann jedoch unmöglich darin erblickt werden, daß sich die Mehrzahl der deutschen Zeitungen bemühen soll, ihren Inhalt mehr oder weniger nach einem Schema auf denselben Ton abzustimmen und damit gleichförmig zu werden.

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Mahnung zur Einfachheit, BMP Seite 2 (Transkript)

Verfügung von Rudolf Heß

 „So begrüßenswert alle Veranstaltungen sind, deren Erlös dazu bestimmt ist, notleidenden Volksgenossen Hilfe zu bringen oder minderbegüterte Kameraden gegen die Kälte des Winters zu schützen, so notwendig ist es, daß alle derartigen Veranstaltungen jeglicher Organisation der NSDAP in den Ankündigungen, den Einladungen und in der Form der Durchführung unbedingt nationalsozialistischen Geist atmen. Wie der Nationalsozialismus sich auf allen Gebieten des Lebens neue und nur ihm eigene Ausdrucksformen geschaffen hat, so muß auch bei allen Veranstaltungen der genannten Art ein eigener nationalsozialistischer Stil zur Anwendung kommen, der jede Kopie gesellschaftlicher Feiern und Feste, wie sie in vergangener liberalistischer Zeit abgehalten wurden, peinlichst vermeidet.

Ich habe für die Zwecke, denen die Veranstaltungen besonders der SA und SS dienen, Beträge zur Verfügung gestellt und nehme nur in Ausnahmefällen an Veranstaltungen oben bezeichneter Art teil, wobei Voraussetzung ist, daß sie streng im Sinne der dargelegten Grundsätze durchgeführt werden.“

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Pressestimmen

Keine Einzelaktionen gegen jüdische Geschäfte, CV Zeitung vom 14.12.1933

CV 14.12.1933_aCV 14.12.1933_b

Quelle: AKiP

 

Keine Einzelaktionen gegen jüdische Geschäfte, CV Zeitung 14.12.1933 (Transkipt)

Zum „Oberbarnischen Wochenblatt“ Wriezen, Nr. 279 vom 29. November 1933, lesen wir:

„Aus Anlass  eines Sonderfalles aus Wriezen hat der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg ein Schreiben an die hiesige Polizeiverwaltung gerichtet, worin unter Hinweis auf die entsprechenden Beschlüsse des Reichskabinetts und die Verfügung des Reichswirtschaftsministeriums (H. G. 12088/33) die örtliche Presse gebeten wird, eindringlich darauf hinzuweisen, daß Einzelaktionen gegen jüdische Geschäfte, Filialgeschäfte und dergleichen, unerwünscht und unzulässig sind. Es wird daher im eigensten Interesse darum gebeten, alles zu unterlassen, was als unzulässige Einzelaktion in diesem Sinne angesehen werden kann. Der Betätigungsdrang allzu eifriger neuer oder jugendlicher Parteimitglieder muß unbedingt gezügelt werden, soweit Anordnungen des Führers oder seiner engsten und vertrautesten Mitarbeiter ihm entgegenstehen, daß die Strafgerichte sich im Fällen dieser Art beschäftigen müssen, was in jeder Beziehung unerwünscht wäre.

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Norderney will „judenfrei“ sein, CV Zeitung vom 14.12.1933

CV 14.12.1933_Norderney
Quelle: AKiP

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Brennessel vom 12.12.1933 – Frankreichs Abkehr gegen eingewaderte jüdische Komponisten oder: Die Erkenntnis bricht sich Bahn

Brennessel 12.12.1933_a

Quelle: AKiP

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Brennessel vom 12.12.1933 –  Sein Wunsch

Brennessel 12.12.1933_b

Quelle: AKiP

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Weitere Tagesmeldungen

Studt, Reich, 31

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Für die I.G. Farbenindustrie unterzeichnen Carl Bosch und Hermann Schmitz einen Vertrag mit der Reichsregierung über den Ausbau der I.G.-Fabrik zur Herstellung künstlicher Treibstoffe in Leuna an der Saale. Bis 1937 sollen hier jährlich rund 350 000 t produziert werden. Das Reich garantiert einen Mindestabnahmepreis mit 5% Rendite.

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Zur Milderung des Konkurrenzdrucks untersagt das preußische Innenministerium bis zum 1. Oktober 1934 die Neugründungen von Gast- und Schankwirtschaften.

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Reichskanzler Adolf Hitler erteilt offiziell seine Erlaubnis zur Abhaltung der Olympischen Spiele 1936 und fordert die bestmögliche Schulung der Olympiakämpfer und eine Förderung des Breitensports.

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Tagebuch vom 14.12.1933

Hans Schäffer  (1886 – 1967), bis 11.3.1933 Ullstein-Generaldirektor

Schäffer, Tagebuch

aus: Schäffer, Tagebuch

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Dokumente

Walk, Sonderrecht, 63

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Presseanweisung vom 14.12.1933 zum Kirchenkonflikt

Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 258

aus: Bohrmann, Presseanweisungen 1933, 258

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