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Adolf Hitler

Vertrauliche Rede
vor über 400 Chefredakteuren, Journalisten und Verlegern im Führerbau, München

10. November 1938

Dieses Jahr 1938 hatte seine Erfolge zu verdanken: erstens selbstverständlich der ungeheueren Erziehungsarbeit,
die der Nationalsozialismus am deutschen Volk vorgenommen hat. Langsam beginnen jetzt
die Früchte dieser Erziehungsarbeit zu reifen: Das deutsche Volk hat die Bewährungsprobe in den zurückliegenden
Monaten glänzend bestanden, wir können wohl sagen, besser als irgendein anderes Volk
in Europa. Diese Erfolge sind selbstverständlich weiter zuzuschreiben der Entschlußkraft der Führung.
Sie können mir glauben, meine Herren, daß es auch nicht immer leicht war, erstens diese Entschlüsse zu
fassen und zweitens diese Entschlüsse durchzuhalten. Denn ist es natürlich nicht so, daß nun die ganze
Nation, insonderheit in ihren intellektuellen Schichten, etwa hinter diese Entschlüsse getreten wäre;
sondern es gab naturgemäß sehr viele geistreiche Menschen – sie bilden sich wenigstens ein, daß sie
geistreich sind –, die mehr Bedenken als Zustimmung zu diesen Entschlüssen aufbringen konnten. Um
so wichtiger war es, erst recht mit eiserner Entschlußkraft die einmal gefaßten, schon in den Mai zurückdatierenden
Entschlüsse durchzuhalten und durchzusetzen gegen alle Widerstände. Weiter war eine Ursache
für das Gelingen dieser Entschlüsse und damit ein Anlaß für den Erfolg: die Vorbereitung, die wir
getroffen haben auf vielen Gebieten, in erster Linie selbstverständlich auf den Gebieten der militärischen
Rüstung. Es sind eine ganze Anzahl von Maßnahmen getroffen worden in diesem Frühjahr, die alle zu
einem bestimmten Zeitpunkt wirksam werden mußten und wirksam werden sollten und wirksam geworden
sind. An der Spitze stand das gewaltige Befestigungswerk im Westen. Endlich war eine Ursache für
diese Erfolge die Ausnutzung der Umstände, vielleicht überhaupt die allerwichtigste. Die allgemeine
Weltlage schien mir günstiger als je zu sein für das Durchsetzen unserer Forderungen. Bei alledem darf
aber etwas nicht vergessen werden, was auch entscheidend war: nämlich die Propaganda, und zwar die
Propaganda nicht nur nach innen hin, sondern auch die Propaganda nach außen hin. Wenn das deutsche
Volk dieses Mal – wie ich schon betonte – eine andere Haltung einnahm, wie viele andere Völker es taten
und wie es auch unser Volk noch vor kurzem getan haben würde, dann ist dies der fortgesetzten Aufklärungsarbeit
zuzuschreiben, also jener Propaganda, mit der wir das deutsche Volk erfaßt haben, und hier
hat die Presse nun ihren großen Anteil.

Wir haben uns dabei einige Aufgaben gestellt in diesem Jahr, die wir durch unsere Propaganda –
und hier darf ich die gegenwärtige Presse mit an die Spitze der Instrumente stellen – erreichen wollen.
Erstens die langsame Vorbereitung des deutschen Volkes selbst. Die Umstände haben mich gezwungen,
jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fortgesetzten Betonung des deutschen Friedenswillen
und der Friedensabsichten war es mir möglich, dem deutschen Volk Stück für Stück die Freiheit
zu erringen und ihm die Rüstung zu geben, die immer wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung
notwendig war. Es ist selbstverständlich, daß eine solche jahrzehntelang betriebene Friedenspropaganda
auch ihre bedenklichen Seiten hat; denn es kann nur zu leicht dahin führen, daß sich in den Gehirnen
vieler Menschen die Auffassung festsetzt, daß das heutige Regime an sich identisch sei mit dem
Entschluß und dem Willen, den Frieden unter allen Umständen zu bewahren. Das würde aber nicht nur
zu einer falschen Beurteilung der Zielsetzung dieses System führen, sondern es würde vor allem auch
dahin führen, daß die deutsche Nation, statt den Ereignissen gegenüber gewappnet zu sein, mit einem
Geist erfüllt wird, der auf die Dauer als Defaitismus gerade die Erfolge des heutigen Regimes nehmen
würde und nehmen müßte. Der Zwang war die Ursache, warum ich jahrelang nur vom Frieden redete. Es
war nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam
klarzumachen, daß es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können,
mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, nicht etwa nun
die Gewalt als solche zu propagieren, sondern es war notwendig, dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische
Vorgänge so zu beleuchten, daß die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt
zu schreien begann. Das heißt also, bestimmte Vorgänge so zu beleuchten, daß im Gehirn der breiten
Masse des Volkes ganz automatisch allmählich die Überzeugung ausgelöst wurde: wenn man das eben
nicht im Guten abstellen kann, dann muß man es mit Gewalt, abstellen; so kann es aber auf keinen Fall
weitergehen. Diese Arbeit hat Monate erfordert, sie wurde planmäßig begonnen, planmäßig fortgeführt,
verstärkt. Viele haben sie nicht begriffen, meine Herren; viele waren der Meinung, das sei doch alles etwas
übertrieben. Das sind jene überzüchteten Intellektuellen, die keine Ahnung haben, wie man ein Volk
letzten Endes zu der Bereitschaft bringt, geradezustehen, auch wenn es zu blitzen und zu donnern beginnt.
Zweitens war es auch notwendig, die Propaganda gegenüber der Welt zu machen, und zwar nach
einer ganzen Reihe von Gesichtspunkten hin. Erstens: es war notwendig, der übrigen Welt die Probleme,
die uns selbst bewegen, naturgemäß auch als dringliche und schwere aufzuzeigen. Zweitens: war es notwendig,
der anderen Welt klarzumachen, daß die deutsche Nation allmählich in den Zustand kommt,
daß mit ihr nicht mehr gespaßt werden kann. Das mußte man aus der Art der Behandlung dieser Probleme
langsam herausfühlen. Und endlich mußte man die Überzeugung erhalten von der Geschlossenheit
der deutschen Nation. Auch dafür mußte die Presse wesentlich mit eingesetzt werden. Weiter aber war es
notwendig, mit dieser Presse und sonstiger Propaganda auf den Feind einzuwirken, der uns ja zunächst
gegenüberstand, nämlich auf die Tschechoslowakei selber. Es hat vielleicht manche gegeben, die viele der
Maßnahmen, die in diesen Jahren getroffen worden sind, nicht begriffen haben.

Meine Herren!
Nach dem 21. Mai war es ganz klar, daß dieses Problem gelöst werden mußte, so oder so! Jedes weitere Aufschieben
konnte nur die Frage erschweren und die Lösung damit blutiger gestalten. Heute wissen wir
auch, daß es, ich möchte sagen, schon der letzte Augenblick war, um dieses Problem so zu lösen, wie es
jetzt gelöst werden konnte. Eines ist sicher, meine Herren: eine Verzögerung auch nur von ein oder zwei
Jahren hätte uns militärisch in eine außerordentlich schwere Lage gebracht. Die Feinde in der übrigen
Welt wären geblieben. Das Flugzeug-Mutterschiff im Herzen Deutschlands hätte sich immer mehr ausgebaut
und ausgepanzert, und alle zusätzlichen Waffen unserer Aufrüstung wären allmählich verschlungen
worden von der Aufgabe, bei jedem Kampf zunächst dieses Problem militärisch zu lösen.
Es mußte also heuer unter allen Umständen die Lösung dieses Problems erfolgen. Es war nun nicht
mehr möglich, hier etwas zu vertagen. Die Vorbereitungen, die hier zum ersten Mal auch auf die letzte
Konsequenz hin durchgeführt und getroffen werden mußten, waren so gewaltiger Art, daß ein Tarnen
nicht mehr gut denkbar schien. Vor allem aber, es war auch nicht mehr anzunehmen, daß unter den
Umständen die Umwelt überhaupt noch daran geglaubt haben würde. Irgendwie glaube ich, hat sich
diese Platte, die pazifistische Platte, bei uns abgespielt. Man hätte wahrscheinlich diese Melodie nicht
mehr gehört oder ihrem Inhalt nicht mehr geglaubt. Ich war der Überzeugung, daß es jetzt nur noch den
anderen Weg gibt, nämlich den, ganz brutal und rücksichtslos die Wahrheit zu sagen, nicht mehr und nicht
weniger. Das mußte meiner Überzeugung nach auf die Dauer vor allem lähmend einwirken auf den Staat,
der am meisten betroffen war. Man hat mir oft die Frage vorgelegt: »Halten Sie das für richtig? Seit Monaten
wird jetzt im Umkreis der Tschechoslowakei auf jeden Schießplatz fortgesetzt Tag und Nacht geschossen,
ununterbrochen wird hier auf tschechische Bunker geschossen, ununterbrochen wird mit
scharfer Munition, geschossen, ja, Sie machen ja alles aufmerksam!« Ich war der Überzeugung, dass ich
durch diese monatelange Tätigkeit langsam aber sicher die Nerven dieser Herren in Prag zerstören werde.
Und dazu mußte auch die Presse mithelfen. Sie mußte mithelfen, langsam die Nerven dieser Leute zugrunde
zu richten, und sie haben auch tatsächlich nicht standgehalten. In dem Augenblick der letzten
und entscheidenden Belastung sind die Nerven der anderen zusammengebrochen, ohne daß es am Ende
notwendig war, daß wir wirklich zur Waffe griffen. Das war mit eine der wesentlichsten Aufgaben unserer
Pressekampagne, auch von vielen natürlich nicht verstanden. Sie sagten: »Das ist doch alles übertrieben;
außerdem ist doch das nicht fair; es ist doch letzten Endes ein Kleinstaat.« Nur die Intellektuellen redeten
so, das Volk natürlich sowieso nicht. Das Volk liebt hier eine deutliche und klare und vor allem eine
scharfe Kost. Aber gewisse Intellektuelle, die ja immer sich in Deutschland als Wächter einer anderen
Moral fühlen und vor allem verantwortlich fühlen für die sogenannte Gerechtigkeit usw., für das Maßhalten
in allem und jedem. Viele solche Menschen haben das nicht verstanden. Glauben Sie, es war aber
notwendig. Und letzten Endes, der Erfolg ist ja entscheidend.

Ich möchte nun feststellen, daß tatsächlich diese Propaganda in diesem Jahre hervorragend gearbeitet
hat, ganz hervorragend, und daß auch die Presse tatsächlich sich ganz hineingelebt hat in diese Arbeit
und daß ich persönlich mit einer großen Freude jeden Tag so diese zahlreichen deutschen Zeitungen
durchsah und mir wirklich sagen mußte, daß das erstens auf das deutsche Volk auf die Dauer die Wirkung
ausüben muß, zweitens daß die Wirkung auch nicht ausbleiben kann auf das Ausland und drittens,
daß vor allem aber die Nerven der verantwortlichen Herren und besonders der Herren in Prag dem nicht
standhalten können. Gott sei Lob und Dank, sie können alle deutsch und lesen alle unsere Zeitungen.
Ich war der Überzeugung, das halten die auf die Dauer nicht aus. Ich habe auch die Beweise bekommen
dafür. Nachdem ja die Tschechoslowakei ihre ganzen Telefonverbindungen nur über deutsches Gebiet,
z. B. nach Paris und nach London, haben konnte und wir, sagen wir, so frei oder so unanständig, oder
wie man das bezeichnen will, waren, diese Telefone natürlich abzuhören, so konnten wir jeden Tag feststellen,
wie das nun wirkte. Und man konnte nun jeden Tag feststellen, wenn z. B. Herr Masaryk mit der
Presse spricht und sagt: »Es ist nichts mehr zu machen – die Deutschen natürlich mit ihrer wahnsinnigen
Propaganda – man glaubt uns nichts mehr – es ist überhaupt alles verloren – wir können erklären, was
wir erklären wollen – wir können sagen, was wir sagen wollen, es ist alles ganz für die Katz – das ist umsonst
usw.; sie decken alles zu usw.« Ich habe ja fast jeden Tag feststellen können, wie nun tatsächlich die
Wirkung unserer Propaganda, besonders aber unserer Pressepropaganda ist. Der Erfolg, wie gesagt, aber
ist entscheidend, und er ist, meine Herren, ist ein ungeheuerer! Es ist ein traumhafter Erfolg, so groß,
daß die Gegenwart ihn eigentlich heute überhaupt noch kaum ermessen kann. Die Größe dieses Erfolges
wurde mir selber in dem Augenblick am meisten bewußt, als ich zum ersten Mal inmitten der tschechischen
Bunkerlinien stand. Da wurde mir bewußt, was es heißt eine Front von fast 2.000 Kilometern Befestigungen
zu bekommen, ohne einen scharfen Schuß abgefeuert zu haben.

Meine Herren,
wir haben tatsächlich dieses Mal mit der Propaganda im Dienste einer Idee 10 Millionen Menschen mit über
100.000 Quadratkilometern Land bekommen. Das ist etwas Gewaltiges.
Das eröffnet uns auch das Verständnis für die Siege Napoleons, der ja auch nicht nur als Stratege
oder genialer Feldherr siegte, sondern dem vorauseilte die Marseillaise, die Ideen der französischen Revolution,
der eigentlich auch zum Teil das erntete, was diese Revolution vorher gesät hatte. Aus all dem
muß sich für uns aber eine grundsätzliche Erkenntnis ergeben: Die Presse, meine Herren, kann Ungeheueres
erreichen und eine ungeheuere Wirkung ausüben, dann, wenn sie selber ein Mittel zum Zweck ist.
Wir leben in einer Zeit, in der das Gegenteil absolut demonstriert wird. Wenn es in einem Staat 2.400
Zeitungen gibt, und jede dieser Zeitungen macht auf Grund dieser journalistischen Gedankengänge ihre
eigene Politik, so müssen diese 2.400 Blätter sich selbst gegenseitig widerlegen. Das Ergebnis kann nur
sein jenes Tohuwabohu, das wir z. B. augenblicklich in der französischen Presse erleben. Eine Zeitung
desavouiert die andere, und in kurzer Zeit werden alle Zeitungen sich selber immer wieder desavouieren.
Wenn wir die französische Pressepolitik der letzten, sagen wir, 6 Jahre verfolgen, so können wir doch
nicht bestreiten, daß diese Pressepolitik mitverantwortlich ist für den Zusammenbruch Frankreichs. Und
zwar durch die gänzliche, disziplinlose Zerfahrenheit dieser Presse. Jede Zeitung schrieb, so wie sie sich
das eben momentan vorstellte. Die eine Zeitung war der Überzeugung, dass das Verhandeln auf der Basis
des 200.000 Mann-Heeres mit Deutschland ein Verbrechen war, die andere war der Überzeugung, daß
auch das Verhandeln auf der Basis des 300.000 Mann-Heeres ein Verbrechen war. Dieselben Blätter mußten
dann drei Jahre später erklären: »Warum habt ihr damals nicht das 300.000 Mann-Gebot angenommen?
« Es ist eine fortgesetzte Selbstwiderlegung, die dort stattfindet: ein Beweis dafür, daß man in dieser
modernen Zeit, in der die größten Kämpfe ausgefochten werden, einen Erfolg nicht erringen kann, wenn
die wesentlichsten Schwerter, die man einsetzen kann, ich möchte sagen, selbstherrlich geführt werden, statt
nach feinem Kommando und nach einer Richtung hin zu schlagen. Die Presse ist, wenn sie ein Mittel
zum Zweck ist, ein ungeheueres Instrument. Sie wird dann auch gewertet, weil sie sich nicht zu widerlegen
braucht, weil auch nicht die Zeitung B die Zeitung A und nicht die Zeitung C, B und A widerlegen
können. Sie wird in dem Moment, in dem sie davon abweicht, in dieser heutigen Zeit, in der so gewaltige
Probleme zur Diskussion stehen, zur vollkommenen, ich möchte sagen, Bedeutungslosigkeit herabsinken,
was wir auch in den anderen Ländern sehen. Ich habe das schon in meiner Jugend erlebt, meine
Herren. Als ich als ganz junger Mensch zum ersten Mal die praktische Gestaltung der Geschichte eines
Landes erlebte, in Wien, da waren in dieser Stadt die Zeitungen ausschließlich liberal-demokratisch oder
marxistisch orientiert, also alle die großen Blätter, die Neue Freie Presse, Wiener Journal, damals noch
Die Zeit, Wiener Tagblatt, Extrablatt usw. Das waren die großen Zeitungen und die Arbeiterzeitungen.
Denen standen gegenüber an antisemitischen Organen eigentlich nur eine einzige, das Deutsche Volksblatt
[…] auf der Tagesordnung – eine Zeitung mit vielleicht 20.000 oder 25.000 Auflage. Und im Wiener
Stadtrat waren von 148 Mandaten 136 Antisemiten, die Christlich-Sozialen. So gering war der Einfluß
der Presse geworden. Sie wurde überhaupt nicht mehr beachtet. Sie schrieb, man las sie, aber sie hatte gar
keinen Einfluß mehr. Es ist ähnlich heute auch in anderen Ländern, wo auch die, ich möchte sagen, die
Volksmeinung, sich bestimmt zu kristallisieren beginnt und ganz andere Wege läuft, als die Presse es
wahrhaben will oder etwa zum Ausdruck bringt. Ja, unser eigener Weg ist ja doch derselbe. Als ich die
Macht in Deutschland errang, hatten wir vielleicht 5 % der deutschen Presse in unseren Händen – wenn es
5 % waren. Noch nicht 5 %–95 % gegen uns. Aber die Macht habe ich bekommen, das Volk habe ich
hinter mir! Daraus kann man ersehen, wie ungeheuer die Macht einer Presse sein kann, die als ein Instrument
einer Führung dient, und wie belanglos eine Presse sein wird, die für sich selbst, ich möchte sagen,
versucht, Geschichte und damit zuletzt Politik zu machen.

Wir selber haben versucht, in Deutschland die Presse zu einer solchen wirksamen Waffe auszugestalten.
Und ich darf wohl am Abschluß dieses Jahres Ihnen allen aussprechen, daß ich mit diesem Versuch
mehr als zufrieden bin. Die Wirksamkeit hat sich in glanzvoller Weise bewährt und erwiesen. Wir
haben nun vor uns wieder ganz große Aufgaben. Über allem steht eine Aufgabe, meine Herren: Wir
müssen jetzt mit allen Mitteln Schritt für Schritt das Selbstbewußtsein des deutschen Volkes stärken! Das
ist eine Aufgabe, die nicht, das weiß ich, in einem oder in zwei Jahren erfüllt werden kann. Was wir benötigen,
ist eine in sich gefestigte starke öffentliche Meinung, wenn möglich sogar noch hineinreichend in
unsere intellektuellen Kreise. Nur so, wissen Sie, wird auf die Dauer eine erfolgreiche Politik gemacht
werden können. Wenn ich hier auch so sage: auf die Dauer, so meine ich ja nicht das Frühjahr 1939 oder
den Sommer, sondern ich meine nun die kommenden Jahrzehnte, vor allem aber naturgemäß schon die
vor uns liegenden Jahre. Unser Volk muß mit jenem tiefen Selbstbewußtsein erfüllt werden, das in einer
glückhaften Zeit einmal vielleicht den deutschen Soldaten erfüllte, etwa am Ausgang des deutsch-französischen
Krieges 1871 und in der Zeit von damals bis Mitte des Weltkrieges hinein. Jene selbstsichere
Überzeugung, daß erstens in Deutschland das Volk selbst einen Wertfaktor darstellt und daß zweitens die
Führung dieses Volkes richtig ist. Es ist dabei notwendig, daß wir bei dieser Erziehung zum Selbstbewußtsein
besonders gegen alle Erscheinungen kämpfen, die ich selbst als auch den größten Feind der
Wiederauferstehung genügend kennenzulernen Gelegenheit hatte: die Hysterie der Masse und hier besonders
die Hysterie unserer intellektuellen Schichten. Man muß sich geradezu hier auf das breite Volk
stützen, um gegenüber dieser überzüchteten, intellektuellen und hysterischen Schicht ein Gegengewicht
zu halten. Nämlich, ich will Ihnen ein Beispiel sagen: Am [Pause, ohne dass Hitler ein Tagesdatum
nennt.] Februar dieses Jahres, die Überzeugung in diesen intellektuellen Schichten: »Es geht nicht gut
außenpolitisch, es geht gar nicht gut außenpolitisch!« Ende Februar dieses Jahres: »Wir stehen vor Katastrophen!
Katastrophenpolitik außenpolitisch, reine Katastrophenpolitik!« Mitte März: »Ungeheuerer
Sieg! Alles gewonnen, dank unserer Tapferkeit und unserem Einstehen! Alles in Ordnung! Deutschland
unbesiegbar, eine Weltmacht usw.! Kolonien – das nächste, was wir jetzt sofort geschenkt bekommen
werden, selbstverständlich! Bedauerlich, daß die Führung nicht gleich weiterging, die Führung war dieses
Mal nicht ganz auf der Höhe! Sie hätte linksum machen sollen und dann gleich weiteres aufrollen, das
wäre doch alles möglich gewesen.«

Zwei Monate später: es beginnt das Problem der Tschechoslowakei. »Für heuer ist das doch genug,
man kann doch nicht schon wieder mit einem neuen Problem beginnen!« Noch einen Monat später:
»Das führt zu einer Katastrophe! Deutschland wird wirtschaftlich zugrunde gehen, wir gehen fi nanziell
zugrunde! Man kann das weder bezahlen, noch kann man das menschenmäßig durchhalten.« Noch eine
Woche später: »Die ganze Welt gegen uns, wir stehen vor einem Weltkrieg!« Wieder eine Woche später:
»Wir stehen jetzt vor der Katastrophe, jetzt ist der Zusammenbruch da!« Wieder eine Woche später:
»Triumph! Warum hat die Führung nicht sofort sich die ganze Tschechoslowakei genommen? [Der Anfang
des folgenden Satzes geht in Gelächter unter.] warum jetzt noch zu verhandeln?« Glauben Sie mir,
ich habe Zuschriften bekommen! […]

Ich habe einmal erlebt, daß ein Mann, der in einem Amt saß in Berlin, anläßlich einer Flottenverhandlung,
wo er erklärte: »Diese Forderung von 35 % ist ein heller Wahnsinn. Zu denken, daß die Engländer
das jemals bewilligen, heißt nun die Engländer gänzlich verkennen. Das können sie gar nicht tun,
das tun sie niemals. Das führt zum Zusammenbruch der deutsch-englischen Beziehungen, zur Isolierung
Deutschlands. Die mühsam gewonnene – im Auswärtigen Amt war das –, mühsam gewonnene deutschenglische
Verständigung wird damit auf das schwerste belastet.« Dann finden die Verhandlungen statt;
35 % werden bewilligt, 45 % sogar für die U-Boot-Flotte; wenn wir es ankündigen, sogar 100 %. Etwa drei
oder vier Monate später mußte ich denselben Herrn dann endgültig aus dem Auswärtigen Amt hinauswerfen.
Denn derselbe Mann hat dann plötzlich erklärt: »Ich weiß gar nicht, wieso Herr von Ribbentrop
dazu kommt, sich so aufzublähen. Ja, wenn er 50 % erreicht hätte, könnte man darüber reden, aber 35 %
was ist das schon?« Ich habe dann auch den Herrn hinausgefeuert weil mir das zufälligerweise zu Bewusstsein
kam. Es war ein Legationsrat.

Das habe ich aber auch jetzt erlebt. Ich habe Denkschriften bekommen, in denen mir schwarz auf
weiß nachgewiesen wurde, daß das ja alles unmöglich sei, daß das zu Katastrophen führen müsse usw.
usw. Und ich habe dann wieder Denkschriften bekommen, in denen nachgewiesen wurde, daß zwischen
unserer südlichsten Stelle in [Wort unverständlich.] und zwischen der nördlichsten in Niederösterreich
bloß 60 Kilometer wären, warum ich nicht diese Kilometer noch nehmen würde. Dann wären sogar die
Sprachinseln darin, und ich wurde aufmerksam gemacht, daß es da alles Deutsche geben soll, falls ich es
nicht wissen sollte. Ja, meine Herren, wissen Sie: das ist die Hysterie unserer oberen Zehntausend! Und
wir müssen besonders uns bemühen, daß diese Hysterie nicht in das Volk hineinkommt, so daß unser
Volk und, wie gesagt, wenn möglich, sogar noch gewisse intellektuelle Schichten zu einer wirklichen
selbstsicheren Zuversicht erzogen werden. Das ist mit eine Aufgabe der Presse, daß sie planmäßig das deutsche
Selbstvertrauen stärkt und alles unterläßt, was irgendwie an diesem Selbstvertrauen, sagen wir vielleicht,
nagen könnte, es zerstören könnte oder schwächen könnte.

Ich weiß ganz genau, daß mir nun von der einen oder anderen Seite gesagt wird, ja aber es gibt
doch auch Probleme, die man kritisieren muß. Meine Herren, es gibt zwei Zielsetzungen. Zielsetzung A:
Ich suche in ganz Deutschland herum, ob Ich nicht etwas finde, was ich kritisieren kann. Wenn ich erst
damit anfange, meine Herren, dann werde ich in kurzer Zeit ein förmliches Rüsselschwein sein. Es wird
nämlich fortgesetzt Dinge geben, und ich werde mich immer tiefer hineinwühlen. Das ist auch eine Tätigkeit.
Sie ist in meinen Augen nicht befriedigend. Es gibt noch eine andere Tätigkeit, die besteht darin,
im Erkennen der uns gestellten Aufgaben. Ich überwinde die Kleinigkeiten nicht, indem ich allen diesen
Kleinigkeiten nachlaufe, sondern indem ich die ganze Kraft der Nation für die großen Aufgaben zusammenraffe
und diese großen Aufgaben löse. Denn in eben dem Maße, in dem ich diese gewaltigen Aufgaben
löse, sinkt das Kleine zu einer unbedeutenden Lächerlichkeit zusammen. Kein Mensch redet mehr
davon. Damit überwinde ich das auch. Man beachtet es eben gar nicht mehr, man sieht das nicht. Und
endlich die menschliche Unzulänglichkeit: die hat man früher nicht aus der Welt geschafft; die Presse der
liberalen Staaten hat es nicht fertiggebracht, wir werden es auch nicht fertig bringen. Menschen mit unzulänglichen
Kräften und Veranlagungen, Charakterzügen wird es immer geben, hat es gegeben, wir
werden sie nicht aus der Welt schaffen. Viel wichtiger ist es aber, nicht das Auge der Öffentlichkeit auf
diese Schwächemomente zu lenken, sondern sie auf den großen Kraftstrom der Nation hinzuweisen, der sich
durch die Jahrhunderte und durch die Jahrtausende aufzeigt. Mir hat einmal ein Mann gesagt: »Hören
Sie, wenn Sie das machen, dann geht Deutschland in sechs Wochen zugrunde.« Ich sage: »Was verstehen
Sie darunter?« »Dann bricht Deutschland zusammen.« Ich sage: »Was verstehen Sie darunter?« »Dann
hört Deutschland eben auf.« [Satz unverständlich, etwa: Ich habe geantwortet.] Das deutsche Volk hat
einst die Kriege mit den Römern überstanden. Das deutsche Volk hat die Völkerwanderung überstanden.
Das deutsche Volk hat dann die späteren großen Kämpfe des frühen und späten Mittelalters überstanden.
Das deutsche Volk hat dann die Glaubenskämpfe der neueren Zeit überstanden. Das deutsche Volk
hat dann einen Dreißigjährigen Krieg überstanden. Das deutsche Volk hat dann später die Napoleonischen
Kriege, die Freiheitskriege, es hat sogar einen Weltkrieg überstanden, sogar die Revolution, – es
wird auch mich überstehen!

Wir müssen es fertigbringen, unser Volk aus unserer eigenen Geschichte heraus und aus unserem
Glauben heraus mit der Zuversicht zu erfüllen, die notwendig ist, um die späteren großen politischen
Aufgaben durchführen zu können. Denn, meine Herren ein Führer der Nation kann nicht mehr machen,
als die Nation ihm selber gibt. Das ist ein Gesetz von unumstößlicher Richtigkeit und Bedeutung.
Wenn ich hinter mir ein Volk habe, das selbst glaubensschwach ist, wie will ich denn dann überhaupt auf
die großen uns in der Zukunft nun bevorstehenden Aufgaben eingehen? Es genügt nicht, daß ich daran
glaube, sondern es ist notwendig, daß ich hinter mir ein glaubensstarkes, geschlossenes, selbstsicheres,
zuversichtliches deutsches Volk habe. Das zu erzielen ist unsere gemeinsame gewaltige Arbeit und Aufgabe,
und es ist eine wunderbare Aufgabe. Es ist schon etwas anderes, wissen Sie, Geschichte zu machen als
[Satz offenbar nicht beendet.] Und heute sind wir doch wirklich in der wunderbaren Zeit, von der wir
sagen können, daß in ihr wirklich Geschichte gemacht wurde; daß wir die Zeit nicht vergeudet haben,
daß man sich nicht ausgeschrieben hat für Dinge, die keinen Wert haben, am Ende bloß damit man eben
schreibt oder daß man redet, bloß damit man geredet hat. Das alles hat doch zu einem Ergebnis geführt,
und zwar das geschichtliche Ergebnis, mit dem wir aufwarten können früheren Generationen gegenüber,
meine Herren! Und das ist unsere gemeinsame Leistung, nicht nur die meine allein, sondern die Leistung
all der Hunderttausende, die hinter mir stehen und mit mir marschieren und das Volk letzten Endes
repräsentieren [Worte schwer verständlich.] beeinflussen. Es ist daher notwendig, daß wir uns bemühen,
die Kraft im deutschen Volk dadurch zu erwecken, daß wir das Vertrauen zu dieser Kraft stärken, daß wir
dadurch auch eine Stabilität hineinbringen in die Beurteilung der politischen Probleme.

Ich habe, das muß ich Ihnen noch dazu sagen, oft ein einziges Bedenken, und das ist folgendes:
Wenn ich so die intellektuellen Schichten bei uns ansehe, leider, man braucht sie ja; sonst könnte man
sie eines Tages ja, ich weiß nicht, ausrotten oder so was. Aber man braucht sie leider. Wenn ich mir also
diese intellektuellen Schichten ansehe und mir nun ihr Verhalten vorstelle und es überprüfe, mir gegenüber,
unserer Arbeit gegenüber, dann wird mir fast angst. Denn seit ich nun politisch tätig bin und seit
ich besonders das Reich führe, habe ich nur Erfolge. Und trotzdem schwimmt diese Masse herum in einer
geradezu oft abscheulichen, ekelerregenden Weise. Was würde denn geschehen, wenn wir nun einmal
einen Mißerfolg hätten? Auch das könnte sein meine Herren. Wie würde dieses Hühnervolk denn dann
sich erst aufführen? Die sind schon jetzt, da wir doch überhaupt nur Erfolge haben, und zwar weltgeschichtlich
einmalige Erfolge, unzuverlässig. Wie würden sie aber erst sein, wenn wir einmal einen Mißerfolg
hätten?

Meine Herren, es war früher mein größter Stolz, eine Partei mir aufgebaut zu haben, die
auch in den Zeiten der Rückschläge stur und fanatisch hinter mir stand, gerade dann fanatisch hinter mir
stand. Das war mein größter Stolz und bedeutete für mich eine ungeheure Beruhigung. Dazu müssen wir
das ganze deutsche Volk bringen. Es muß lernen, so fanatisch an den Endsieg zu glauben, daß, selbst
wenn wir einmal Niederlagen erleiden würden, die Nation sie nur, ich möchte sagen, von dem höheren
Gesichtspunkt aus wertet: Das ist vorübergehend; am Ende wird uns der Sieg sein! Es ist ein preußischer
Feldherr gewesen, der vielleicht am allerschärfsten diesen Charakterzug ausprägte: Blücher, der Mann
vielleicht der meisten Niederlagen, aber des fanatisch festen Glaubens an den Endsieg, und das war das
Entscheidende. Dazu müssen wir unser ganzes Volk erziehen. Es muß erzogen werden zu dem absolu-
ten, sturen, selbstverständlichen, zuversichtlichen Glauben: Am Ende werden wir alles das erreichen, was
notwendig ist. Das kann man nur dadurch schaffen, das kann nur gelingen durch einen fortgesetzten
Appell an die Kraft der Nation, durch das Hervorkehren der positiven Werte eines Volkes und durch das
möglichste Außerachtlassen der sogenannten negativen Seiten. Dazu ist es auch notwendig, daß gerade die Presse sich ganz blind zu dem Grundsatz, bekennt: Die Führung handelt richtig!

Meine Herren,
wir alle müssen für uns in Anspruch nehmen die Genehmigung, Fehler zu machen. Auch Zeitungsmenschen sind von dieser Gefahr nicht befreit. Aber wir alle können nur bestehen, wenn wir der Welt gegenüber nicht gegenseitig die Fehler beleuchten, sondern wenn wir das Positive beleuchten. Das heißt mit anderen Worten, es ist notwendig, daß – ohne überhaupt die Möglichkeit von Fehlern zu bestreiten oder auch des Diskutierens – es ist notwendig, daß grundsätzlich die Richtigkeit der Führung immer betont wird. Das ist das Entscheidende. Vor allem, wissen Sie, das ist notwendig des Volkes wegen; denn ich höre so oft, auch heute noch – das sind so liberalistische Rückfälle
– die Frage, die mir vorliegt: »Ja, soll man das nicht etwa doch jetzt einmal dem Volk anheimstellen?« Ja,
meine Herren, wissen Sie, ich bilde mir nun ein, daß ich einiges geleistet habe, jedenfalls mehr als mancher
Schuhmacher und manche Kuhdirn. Trotzdem kann es natürlich sein, daß ich mit anderen Herren,
die ebenfalls viel geleistet haben, über die Beurteilung eines Problems nicht ganz einig werde. Sicher
aber, daß eine Entscheidung nun gefällt werden muß. Ganz unmöglich ist es, daß ich die Fällung dieser
Entscheidung, über die wir alle nicht ganz ins klare kommen, die dann den Sennerinnen und den Milchbauern
und den Schuhmachern in die Finger gebe. Das ist unmöglich. Es spielt daher auch gar keine
Rolle, ob eine solche Entscheidung letzten Endes ganz richtig ist, das ist gänzlich uninteressant; entscheidend
ist, daß hinter eine solche Entschließung die ganze Nation wie eine geschlossene Truppe tritt. Das
muß eine Front sein, und was dann an der Entscheidung nicht ganz richtig ist, wird gut gemacht durch
die Entschlossenheit, mit der die ganze Nation dahinter steht.

Das ist wichtig in den kommenden Jahren, meine Herren! Nur so werden wir das Volk, ich möchte
sagen, von einem Zweifel befreien, der das Volk nur unglücklich macht. Die breite Masse will ja gar nicht
damit belastet werden. Die breite Masse hat einen einzigen Wunsch: daß sie gut geführt wird, und daß
sie der Führung vertrauen kann und daß die Führung selber nicht streitet, sondern daß diese Führung
geschlossen vor sie hintritt. Glauben Sie mir, ich weiß es ganz genau, im deutschen Volk wird nichts mit
einer größeren Freude gesehen, als wenn ich, z. B. sagen wir an so einem Tag wie am 9. November, nun
auf der Straße gehe, und da stehen nun neben mir alle meine Mitarbeiter, und das Volk sagt: »Das ist der
und das ist der und das ist der und das ist der.« Und die Menschen fühlen sich so geborgen bei dem
Gedanken: die halten alle zusammen, die folgen alle dem Führer, und der Führer hält zu all diesen Männern,
das sind unsere Idole. Vielleicht wird mancher Intellektuelle das gar nicht begreifen. Aber diese
kleinen Menschen draußen, die sehen in all den Leuten, die da vor ihnen auftreten, irgendwie ein Objekt
ihres Vertrauens. An die Leute hängen sie sich. Wenn sie nun vor sich so das Bild sehen: daß der Führer
da kommt mit all den Leuten an seiner Seite, das beruhigt die Menschen derartig und macht sie so glücklich!
Sie wollen das eben! Das war auch früher in der deutschen Geschichte so. Das Volk ist immer glücklich,
wenn einige so zusammenhalten oben, das erleichtert auch dem Volk unten das Zusammenhalten.
Das müssen wir aber im ganz Großen verstehen, daß wir alles tun müssen, um dem Volk diesen Eindruck
zu erhalten und zu bewahren. Es muß die Überzeugung bekommen, daß die Führung oben richtig
handelt und daß hinter dieser Führung alle stellen. Dann ist es auch der Führung psychologisch der Umwelt
gegenüber sehr leicht, in kritischen Situationen sich durchzusetzen.

Wie ich überhaupt zusammenfassend nur eines sagen möchte, meine Herren: In den liberalen
Ländern wird die Mission der Presse so aufgefaßt, daß es heißt: Presse plus Volk gegen Führung. Und bei uns
muß es heißen: Führung plus Propaganda und Presse usw. vor dem Volk! Das alles ist Führung des Volkes.
Jeder einzelne ist hier ein führendes Glied des Volkes und hat sich dafür verantwortlich zu fühlen. Jeder
einzelne hat diese höheren Führungserkenntnisse grundsätzlich in sich aufzufassen. Was auch vielleicht
untereinander besprochen wird, vor dem Volk ist diese Führung ein einziger Block, eine einzige geschlossene
Einheit, ganz gleich ob der eine jetzt hier Propaganda macht, der andere bei der Presse, ein dritter
wieder in Versammlungen, ein vierter wieder als Führer, meinetwegen, vor politischen Organisationen
steht, ein fünfter wieder als Führer vor irgendeinem Truppenkörper steht, ein sechster wieder in einem
Amt Dienst tut oder vor dem Ausland die Nation zu vertreten hat, das alles ist die Führung des deutschen
Volkes, und vor dem Volk selber hat diese Führung wie eine verschworene Gemeinschaft aufzutreten.
Untereinander, da können Meinungen ausgetauscht werden. Vor dem Volk, da gibt es überhaupt nur
eine Meinung.

Meine Herren, das ist ein ganz deutlicher Grundsatz! Wenn wir den ganz durchsetzen, dann wird durch diese Führung das deutsche Volk groß und mächtig werden. Dann stehen wir nicht jetzt im Jahre 1938 am Ende einer geschichtlichen Epoche, sondern dann stehen wir sicherlich erst am Beginn einer großen Geschichtsepoche unseres Volkes. Ich glaube nun an diese Zukunft des deutschen Volkes, meine Herren. Es hat vielleicht manchen
gegeben, der sich früher die Frage vorlegte: »Der Führer ist doch ein Phantast – warum glaubt er überhaupt
an solche Möglichkeiten?« Sehr einfach, meine Herren. Weltgeschichte wird von Menschen gemacht.
Sie ist früher von Menschen gemacht worden und wird heute von Menschen gemacht. Entscheidend
ist der Wert dieser Menschen und irgendwie dann zum Wert auch noch zu rechnen die Zahl. Der
Wert des deutschen Volkes ist ein unvergleichlicher. Ich lasse mir niemals einreden, daß irgendein anderes
Volk mehr Wert haben könnte! Ich bin der Überzeugung, daß unser Volk, besonders heute, in seiner allmählichen
rassischen Besserung den Höchstwert darstellt, den es zur Zeit überhaupt auf dieser Erde gibt.
Ziffernmäßig aber wollen Sie immer eines bedenken: Die amerikanische Union hat allerdings 126 oder
127 Millionen Menschen. Allein, wenn Sie dort die Deutschen, die Iren, die Italiener, die Neger, die Juden
usw., überhaupt alle anderen weggerechnet [sic!], bleiben noch nicht einmal 60 Millionen Angelsachsen
übrig, Menschen die sich zu Angelsachsen rechnen. Das russische Reich hat an wirklichen Großrussen
noch nicht einmal 55 oder 56 Millionen. Das britische Weltreich hat noch nicht 46 Millionen
Engländer im Mutterland. Das französische »Weltreich« hat noch nicht einmal 37 Millionen wirklicher
Franzosen. Italien hat etwas über 40 Millionen Italiener. Polen nur noch 17 Millionen Polen. Aber in
Deutschland leben vom Jahr 1940 ab 80 Millionen Menschen einer Rasse und um uns herum noch einmal
fast 8 Millionen Menschen die eigentlich rassenmäßig zu uns gehören. Wer an der Zukunft dieses größten
Menschenblockes zweifelt oder an diese Zukunft nicht glaubt, der ist nur selber ein Schwächling. Ich
glaube bedingungslos an diese Zukunft. Wir sind einmal das größte Reich gewesen. Wir sind dann ermattet
und erschlafft, in einem inneren Auflösungsprozeß haben wir die Kräfte verbraucht und sind nach außen
damit abgesunken. Nun ist nach einer vielleicht 400–jährigen, 500–jährigen Krise die Wiedergenesung
unseres Volkes eingetreten. Und ich weiß ganz genau, wir stehen jetzt am Beginn unseres deutschen
Lebens und damit der deutschen Zukunft. Diese Zukunft vorzubereiten, ja mitzugestalten, helfen zu
dürfen, daß diese Zukunft sich verwirklicht, muß für uns alle das größte Glück sein. Es muß uns erfüllen
mit der tiefsten Befriedigung, demgegenüber tritt alles andere zu einem wesenlosen Nichts zurück. Diese
Überzeugung hat mich einst aus einem Lazarett herausgeführt, bis zu dem Augenblick in dem ich jetzt
vor Ihnen stehe. Und diese Überzeugung muß uns alle gemeinsam erfüllen auf dem weiteren Weg unseres
deutschen Volkes, von dem ich überzeugt bin, daß er ein Weg in die Größe sein wird, ein Weg in eine
große Zukunft unserer deutschen Nation. Ich möchte Ihnen noch einmal danken für Ihre Mitarbeit.

Aus: Sösemann / Lange, Propaganda, Nr. 1048 (leicht gekürzt).